Sa., 08. März 2014, 07:09 Uhr
Aus GLG wird ULG
Noch im letzten Jahr feierte die Grüne Liste Guntersblum (GLG) ihr 20jähriges Jubiläum. Jetzt, kurz vor der Kommunalwahl wurde eine Umbenennung in der jüngsten Mitgliederversammlung mehrheitlich beschlossen. Seit jeher war die Grüne Liste Guntersblum eine unabhängige Liste, mit eigener Satzung und eigenen Wahlprogrammen, die sich ausschließlich an den Interessenslagen der Ortsgemeinde Guntersblum und denen der noch bestehenden Verbandsgemeinde Guntersblum orientierten.
Grüne als Individualisten
Auch wenn einzelne Mitglieder der GLG gleichzeitig auch Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen sind und bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen die Partei bei Wahlkampfeinsätzen unterstützten, war die GLG stets von ihrer Eigenständigkeit überzeugt. „Solche unabhängigen oder alternativen Listen gibt es überall“, so Thilo Töpfer. Das hänge wohl auch daran, dass Grüne nicht selten Individualisten seien. Besonders deutlich sei dies auch während der Diskussion um die zwangsweise Fusion der VG Guntersblum mit der VG Nierstein-Oppenheim geworden.
Während die Landes-Grünen der SPD-Linie und damit der Zwangsfusion treu blieben, setzte sich die GLG für eine Verschiebung bis zur zweiten Stufe der Kommunalreform und damit für eine Verschiebung bis zur Klärung der Kreisfrage ein, um Alternativen prüfen zu können. Die Zerrissenheit zwischen Landes-Grünen und GLG in dieser Frage und überhaupt die ganze Diskussion um die Kommunalreform habe vor Ort viel Energie gekostet und war insbesondere dem Ignorieren einer erstmals auf VG-Ebene durchgeführten Bürgerpartizipation in Form eines Bürgerentscheids geschuldet.
Wunsch nach Eigenständigkeit der GLG
Der Wunsch nach Eigenständigkeit der GLG und wohl auch die derzeitig vorhandene Missstimmung bei vielen Mitgliedern ließen einen Zusammenschluss oder eine Listenverbindung mit dem Ortsverband von Bündis 90/Die Grünen Oppenheim nicht zu. Dies war in der Mitgliederversammlung denn auch Anlass die Grüne Liste Guntersblum in Unabhängige Liste Guntersblum (ULG) umzubenennen. Der Drang nach Eigenständigkeit sollte allerdings auch seinen Preis haben.
Da es die alten Verbandsgemeinden bei der Kommunalwahl nun nicht mehr geben wird und der ULG im Gegensatz zu den großen Parteien auf höherer Ebene der Überbau fehlt, benötigt die ULG mindestens 150 Unterstützerunterschriften, um bei der Kommunalwahl auf Ebene der neuen VG Rhein-Selz zugelassen zu werden. Auch bei Beihaltung des alten Namens GLG wäre dies erforderlich gewesen.
Die ULG bittet nun um Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger und wird in den nächsten Tagen Unterschriftenaktionen starten. Auf der Liste der Ortsgemeinde Guntertsblum wurden auf den ersten fünf Plätzen Reiner Schmitt auf Platz eins, gefolgt von Thilo Töpfer, Quinten Ockers, Jochen Günther und Dorothea Schnell nominiert.