Mi., 02. November 2016, 15:07 Uhr
30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Worms und Tiberias / Patrick Mais neuer Partnerschaftsbeauftragter
Aus Katastrophe Verantwortung und Freundschaft erwachsen
Es war ein historischer Akt, als der damalige Oberbürgermeister Wilhelm Neuß und Bürgermeister Igal Bibi am 3. November 1986 in Worms die Partnerschaftsurkunde unterzeichneten. Auf den Tag genau 30 Jahre besteht inzwischen die Städtepartnerschaft zwischen Worms und Tiberias am Westufer des Sees Genezareth.
Das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel gilt heute als „Wunder der Freundschaft“, als einzigartig und unvergleichlich. Vor 51 Jahren nahmen die beiden Länder nach einer schrecklichen Vergangenheit diplomatische Beziehungen zueinander auf – seither sind zahlreiche Städtepartnerschaften entstanden. „Austausch und Begegnung miteinander sind das Herz unserer Beziehung zu Tiberias. Nur dadurch können echte Freundschaften entstehen“, lobt Oberbürgermeister Michael Kissel das bürgerschaftliche Engagement, das die Städtepartnerschaft mit Leben füllt. „Motor“ der 30-jährigen Freundschaft ist das Ehepaar Traudel und Dr. Josef Mattes, die viele Jahre unter anderem Bürgerreisen nach Tiberias leiteten. Neuer Partnerschaftsbeauftragter ist Patrick Mais, katholischer Theologe mit freundschaftlichen Kontakten nach Tiberias. Eine weitere Besonderheit der Partnerschaft: die Freundschaft zwischen dem Orchester der Wormser Lucie-Kölsch-Musikschule und dem WIZO-Jugendorchester aus Tiberias. „Die Jugendlichen lernen im direkten Austausch voneinander und miteinander, nicht nur in musikalischer Hinsicht“, unterstreicht OB Kissel die Bedeutung dieser Freundschaft. Gleichzeitig seien sie die besten Botschafter für die Beziehung der beiden Länder.
Im Jahre 2011 feierte die Stadt Worms das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft gemeinsam mit einer israelischen Delegation um Bürgermeister Zohar Oved mit einem Festakt im Mozartsaal, zwei Jahre später weihte die Stadt die Partnerschaftsplätze mit einem großen Fest ein. Im vergangenen Jahr schließlich folgte ein weiterer großer Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Und die nächsten großen Feierlichkeiten werfen bereits ihre Schatten voraus: Tiberias bereitet sich auf sein 2.000-jähriges Bestehen im Jahre 2018 vor.
„Wir können mit Stolz auf die 30 Jahre der Partnerschaft zurückblicken“, so der Wormser Stadtchef. „Die Geschichte Israels bleibt auf ewig auch Teil der deutschen Geschichte“, konstatiert er. Aus der größten humanitären und zivilisatorischen Katastrophe der Menschheitsgeschichte, dem Holocaust, seien Verantwortung, aber auch Freundschaft erwachsen.