Mi., 17. März 2021, 10:57 Uhr
„Im Namen der Schulleitung und des Schulelternbeirates des Rudi Stephan Gymnasiums wende ich mich an Sie mit der Bitte, uns bei der Forderung nach einem anderen Standort für die dringend benötigte Kita zu unterstützen", heißt es in einem Schreiben des Schulelternbeirates RSG an den Wormser Stadtrat und den Ortsbeirat Hochheim. Seit Jahren würde die Schulgemeinschaft im BIZ versuchen, eine Lösung für die sehr problematische Verkehrssituation zu finden. Auf der Grünfläche gegenüber dem Eingang zur Karl-Hofmann-Schule eine Kita zu errichten, halte der Schulelternbeirat und die Schulleitung für völlig kontraproduktiv. „Das BIZ-Gelände verfügt für Autos nur über eine Zufahrt von der Von-Steuben-Straße, die bereits jetzt zu den Stoßzeiten völlig überlastet ist und kein zusätzliches Verkehrsaufkommen verkraften kan. Die Kita würde direkt in der Zufahrt für Radfahrer aus den nördlichen und westlichen Stadtteilen liegen. Dadurch wird es zu Gefahrensituationen zwischen Radfahrern und den Kindern und deren Eltern der Kita kommen", heißt es in dem Schreiben weiter.
Mikroklima deutlich verschlechtern
Da sich bereits jetzt das BIZ-Gelände durch seine großen versiegelten Flächen im Sommer stark aufheizen würde, würde eine weitere Bebauung an dieser Stelle laut dem Schulelternbeirat und der Schulleitung das Mikroklima deutlich verschlechtern. „Derzeit wird das Gelände als `grünes Klassenzimmer`, Aufenthaltsort der Oberstufe in Pausen und Freistunden und als Sammelplatz im Brandfall genutzt. Hierfür gibt es keine Ersatzfläche. Generell ist eine direkte Nachbarschaft von Gymnasien, berufsbildenden Schulen und einer Kita aus unterschiedlichen Aspekten ungeeignet", heißt es von Seiten des Schulelternbeirates weiter. Außerdem sei der Standort am Wochenende und in der Nacht völlig unbeobachtet, so dass mit Vandalismus - zumindest im Außenbereich -zu rechnen sei.
Mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen
„Leider hat sowohl die Schulleitung, als auch der Schulelternbeirat bisher nur aus den Medien von den Überlegungen der Verwaltung auf dem BIZ-Gelände eine Kita zu errichten, gehört", bedauern der Schulelternbeirat und die Schulleitung. Unklar sei, für welches Einzugsgebiet hier der Bedarf an Kita-Plätzen gedeckt werden solle. Voraussichtlich sei außerdem mit einem hohen Verkehrsaufkommen von „Eltern-Taxis“ zu rechnen.
Transparente Langfristplanung gewünscht
„Wir wünschen uns für das gesamte BIZ-Gelände eine transparente Langfristplanung der Verwaltung, bei der die Schulgemeinschaften eingebunden werden. Diese sollte rollierend in gewissen Zeitabständen überplant werden, um so eine Kompatibilität zu den sich verändernden Gegebenheiten sicherzustellen. Nur so kann gewährleistet werden, dass punktuelle Einzelplanungen ein harmonierendes Ganzes ergebe. Auf dem Gelände wurden bereits die unterschiedlichsten Vorhaben, wie beispielsweise ein Lehrschwimmbecken, ein Containerstandort bei Renovierung oder Neubau sowie ein Verkehrsübungsplatz angedacht, jedoch immer ohne einen Gesamtplan mit zugehörigem Verkehrs- und Wegekonzept zu entwickeln", heißt es in dem Schreiben weiter.
„Gerne würden wir mit Ihnen in den Austausch kommen, welche Gründe für Sie für eine Eignung des derzeit angedachten Standortes sprechen, außer dass er in städtischem Besitz ist und zeitnah bebaut werden kann?", heißt es von Seiten des Schulelterbeeirates und der Schulleitung abschließend.