Spielsaison in der Domstadt war ein großer Erfolg / Bereits vor den Aufführungen konnten alle Karten verkauft werden
Auslastung der Nibelungen-Festspiele gesteigert
Die diesjährigen Festspiele waren ein echter Erfolg (von links): Geschäftsführer Sascha Kaiser, Künstlerische und Teschninische Betriebsdirektorin und Leiterin des Kultuprogramms Petra Simon, Oberbürgermeister Adolf Kessel und Künstlerischer Leiter Thomas Laue. Foto: Julia Helwig
VON JULIA HELWIG |Die Nibelungen-Festspiele waren auch in diesem Jahr wieder ein echter Erfolg. Das Stück, die Uraufführung „Überwältigung“ von Thomas Melle, inszeniert von Regisseurin Lilja Rupprecht wurde auf der Nordseite des Wormser Doms gezeigt und war zu allen 16 Aufführungen ausverkauft. Die Auslastung der Nibelungen-Festspiele konnte auch im fünften Jahr der Intendanz von Nico Hofmann somit nochmals gesteigert werden. Das Wetter meinte es in diesem Jahr gut – keine Veranstaltung musste abgesagt werden. Die Hauptrolle des Hagen übernahm Klaus Maria Brandauer. Weitere prominente Theater- und Filmschauspieler wie Boris Aljinovic, Inga Busch, Kathleen Morgeneyer, Moritz Grove, Edgar Eckert, Winfried Küppers, Andreas Leupold, Alexander Simon und Lisa Hrdina ergänzten das hochkarätige Ensemble. Die Organisatoren zeigten sich mit dem Verlauf sehr zufrieden.
Gute Zusammenarbeit aller Mitwirkenden Der Künstlerische Leiter Thomas Laue lobte die gute Zusammenarbeit aller Mitwirkenden und sagte: „Wir hatten in diesem Jahr einen enormen Zuspruch und sind grundsätzlich auf einem guten Weg. Wir sind sehr froh, dass es uns mit dem Autor Thomas Melle gelungen ist, mit einer sehr klaren Perspektive aus der Gegenwart den alten Stoff zu erzählen. Das fulminante Ensemble ist mit den Aufführungen noch enger zusammengewachsen. Es war einfach schön zu erleben, wie die Vorstellungen leben. Zudem sind wir sehr stolz darauf, dass uns der Autor einen hochliterarischen Text geschrieben hat. Man merkt auch die enorme Resonanz bundesweit, wie die Festspiele sehr wertschätzend wahrgenommen werden.“ Geschäftsführer Sascha Kaiser ergänzte: „Mein Dank gilt allen, die mit großer Professionalität Hand in Hand gearbeitet haben. Auch der Stadt und dem Land ist zu danken, die einen großen finanziellen Etat miteinbringen sowie eine große Summe, die aus privater Hand miteinfließt. Das ist ein ganz wesentlicher Bestandteil, dass wir uns so große Festspiele erlauben können. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir das gemeinschaftlich geschafft haben.“
Anspruchsvolles Rahmenprogramm wurde gut angenommen Die Festspiele, die sich seit 2002 großer Beliebtheit erfreuen, werden traditionell von einem anspruchsvollen und bunten Programm für die verschiedensten Zielgruppen umrahmt. Die Künstlerische Betriebsdirektorin Petra Simon, die sich für die Organisation verantwortlich zeichnet, sagte: „Wir haben den Schwung aus 2018 mitgenommen ins Festspielprogramm. Wir hatten nämlich wieder Künstler im Rahmenprogramm dabei, die auch im vorherigen Jahr dabei waren, wie beispielsweise Ursula Strauss. Diese war im Sommerkino im Herrnsheimer Schloss. Die gesamten Veranstaltungen waren unglaublich gut besucht und wurden mit Standing Ovations gefeiert. Wir bekommen auch dort immer mehr Zuspruch.“
Oberbürgermeister Adolf Kessel lobte die Leistung von Melle, dem es gelungen ist, auch das jüngere Publikum mit dieser Uraufführung anzusprechen und den Inhalt der Geschichte in die heutige Zeit zu transportieren. „Er hat aus der Sicht eines Kindes, der Sicht von Ortlieb, das Stück gezeigt. Das war sehr faszinierend und beeindruckend“, so Kessel, der im Hinblick auf die „Fridays for Future Bewegung“ die aktuelle und zeitgemäße Inszenierung für die Jugend begrüßte.
Mehr als 20.000 Gäste sahen das Stück Über 20.000 Gäste sahen das Stück „Überwältigung“, das die große Urgeschichte der Nibelungen konsequent mit dem Wissen von heute und von ihrem Ende her erzählt. Der Autor hat der Erzählung eine neue Richtung gegeben, einen ganz anderen Blickwinkel. Alle Protagnisten spielten gegen ihre eigene Geschichte an. Dies sei das Besondere an dieser Uraufführung, waren sich die Veranstalter am letzten Spieltag einig. Die 100 prozentige Auslastung zeigte den Erfolg. Rund 20 Prozent der Gäste nahmen laut Organisatoren eine Anfahrt von mehr als 100 Kilometer in Kauf, um in der Domstadt die Inszenierung zu besuchen. Ein großes Stammpublikum, aber auch viele neue Besucher genossen die Aufführungen unter freiem Himmel. Kaiser sagte: „Das Publikum war sehr gemischt, es kamen viele Wormser und viele Menschen von außerhalb.“ Sogar noch vor den Aufführungen waren die Karten ausverkauft. Daran erkenne man die Qualität der Nibelungen-Festspiele. Und genau diese Qualität gepaart mit dem Erlebnis, das möchten die Macher der Nibelungenfestspiele auch weiterhin gewährleisten.
Ausblick für 2020 – Autor und Regisseur stehen fest Im kommenden Jahr finden die Nibelungen-Festspiele vom 17. Juli bis zum 2. August statt. Das Stück, dessen Titel derzeit noch nicht bekannt ist, wird vom österreichischen Autor, Dramatiker, Prosist und Theaterwissenschaftler Ferdinand Schmalz geschrieben. Eines kann schon verraten werden – dieses Mal wird die Begegnung der Königinnen im Vordergrund stehen. Die Regie führt, wie bereits 2018, Roger Vontobel. Das Exposé sei sehr schon sehr vielversprechend, verraten die Veranstalter.