Weihnachtsfeier der Spiel- und Lernstube „Die Vorstadtkrokodile“ in der Boosstraße mit Jahresrückblick
Außenbereich ist fertig, Andrang ungebrochen
Die „Vorstadtkrokodile“ im Wormser Südwesten haben gut lachen. Durch das nachhaltige Angebot der Spiel- und Lernstube haben sich ihre schulischen Leistungen und Abschlüsse deutlich verbessert. „ Ein Übergang auf weiterführende Schulen ist inzwischen keine Besonderheit mehr“, äußerte sich der Leiter Gerold Hirschler (Mitte erste Reihe, kniend) zufrieden. Mit Hilfe einer zur Weihnachtsfeier überreichten Spende von Evonik ist das Programm „Vertieftes Lernen“ nun für ein weiteres Jahr gesichert. Neben der Nachhilfelehrerin können davon auch Sachkosten für Unterrichtsmaterial, Kopien oder Bürokosten finanziert werden. Foto: Regina Urbach
VON REGINA URBACH Nach der Bescherung war kein Halten mehr. Mit ihren neuen Handpuppen und anderen Geschenken strömten die Kinder der Spiel- und Lernstube nach draußen, wo es bereits zu dunkeln begann. Nach einem zufriedenen Jahresrückblick durch den Leiter Gerold Hirschler, Weihnachtsliedern und -gedichten sowie Danksagungen an die Unterstützer war die Bescherung vor dem Weihnachtsbaum der Höhepunkt der kleinen Feier.
„Endlich konnten wir im Spätherbst den neuen Außenbereich öffnen“, freuten sich Hirschler und das SLS-Team. Alle lobten die außergewöhnlich große Geduld von Kindern und Eltern, bis es so weit war. So vieles musste erst behoben werden. Schließlich waren alle Geräte aufgestellt, der Rasen gelegt, der Hof gepflastert, die Risse an den Mauern beseitigt und die Geländer eingezogen. Jetzt geht es täglich ins Freie zu Fußballtor, Nestschaukel, Rutsche und Klettergerüst. Den Container für die Kreativwerkstatt haben die Kinder in einem „James-Rizzi-Projekt“ gestaltet; dafür sind sie sogar in die Ausstellung nach Mainz gefahren, um sich inspirieren zu lassen.
Seit 2013, als die SLS ins neue, größere Gebäude zog, werden hier 25 Kinder von 2-16 Jahren inklusive vier U3-Plätzen und 35 Schulkinder betreut. Immer noch ist das Interesse mehr als doppelt so groß wie die Kapazitäten. Und das, obwohl sich das Angebot nur an Kinder aus dem Gebiet Boosstraße, Horchheimer und Schildstraße richtet. „Hier müssen wir langfristig nach Lösungsmöglichkeiten suchen“, sagt Hirschler, ohne Genaueres zu verraten.
Ein großer Erfolg der Arbeit dieser zentralen Anlaufstelle im Wormser Süden ist, dass sich Vorurteile vonseiten vieler potenzieller Arbeitgeber gegen das Wohnviertel erkennbar abgebaut haben. Auch Unternehmen wie Evonik gehören zu den Sponsoren und unterstützen beispielsweise das „Vertiefte Lernen“ für Jugendliche ab der 8. Klasse, das durch eine Gymnasiallehrerin angeboten wird. Neben der Hausaufgabenbetreuung werden den Schulkindern im Hause auch die Kreativwerkstatt, eine Sport AG, die Trommelgruppe Ngoma, weitere freizeitpädagogische Angebote sowie Bewerbungshilfe geboten.
Container mit „Augen“: Den Container der Kreativwerkstatt haben die Kinder selbst gestaltet. Foto:. Regina Urbach