Was die Stadt Worms zusammen mit Speyer und Mainz noch als keinesfalls einfachen Kraftakt vor sich hat, die Anerkennung ihres jüdischen Schum-Erbes als ,,Weltkulturerbe", hat ein kleiner Wormser Verein für sich bereits geschafft. Der Wormser Märchen-und Sagenkreis, der übrigens im Spätjahr auf sein zwanzigjähriges Bestehen zurückschauen kann, darf sich nämlich nunmehr rühmen, in Zukunft seinen Besuchern,,lmmaterielles Kulturerbe" zu bieten.
Zugegeben: Materielles Kulturerbe ist von anderem Kaliber. Und die unterschiedlichen Arten von Kulturerbe dürfen auch nicht durcheinander geworfen werden. Aber dennoch ist es zweifellos ein großer Erfolg, dass das entsprechende Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission das ,,Märchenerzählen" in das ,,Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes" aufgenommen hat.
Den Antrag hatte die überregionale Europäische Märchengesellschaft (EMG) gestellt. Die Deutsche UNESO-Kommission würdigte in ihrer Begründung das Märchenerzählen als identitätsstiftende kulturelle Praxis, die ,,erfolgreich tradiert und lebendig gehalten wird". Unterstrichen wurde die,,sozialkulturelle Komponente" sowie,, die internationale und interkulturelle Vielfalt des Märchenerzählens".
Damit ist das Märchenerzählen endlich als Kulturtechnik ernstgenommen und aus der,,Kinder-Ecke" herausgeholt worden. Dafür hat sich der Wormser Märchen-und Sagenkreis gerade auch in der Nibelungenstadt unermüdlich stark gemacht und durch ein fortwährendes Angebot von Spitzenerzählern eingesetzt. Die zusammen mit dem Heylshof-Kuratorium veranstialtete, ebenfalls zwanzigjährig und für ein erwachsenes Publikum konzipierte Reihe ,Märchen unter dem Kronleuchter´ ist daftür ein einprägsamer Beleg. lmmer wieder bietet sie ein außerordentliches Erlebnis von Wortkultur und Sprachgestaltung
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