Die Lebenshilfe präsentiert im Wormser Rathaus bis zum 27. Februar eine Dokumentation zur Euthanasie im hessischen Lager Hadamar
Ausstellung zur Euthanasie im Dritten Reich
Oberbürgermeister Michael Kissel (links) und der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Worms-Alzey, Ulrich Granseyer, bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Gernot Kirch
VON GERNOT KIRCH Im ersten Stockwerk des Wormser Rathauses ist vom 21. Januar bis 27. Februar die Ausstellung „Euthanasie in Hadamar” zu sehen. Die Eröffnung fand am Montagabend durch Ansprachen von Oberbürgermeister Michael Kissel und dem 1. Vorsitzenden der Lebenshilfe Worms-Alzey, Ulrich Granseyer, statt.
Die Ausstellung versucht das Geschehen in dem hessischen Lager Hadamar bei Limburg aufzuarbeiten und klärt über die nationalsozialistische Vernichtungspolitik auf. Insgesamt sind im Dritten Reich rund 300.000 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung getötet worden. Alleine in Hadamar waren dies über 10.000. Die Geschichte der Menschen ist in so genannten „Verwaltungsakten” festgehalten.
Die jetzt im Rathaus zu sehende Wanderausstellung zeichnet die Lebenswege nach und dokumentiert die kalte Berechnung, mit der die Vernichtung durchgeführt wurde.
Die Ausstellung gibt Informationen, viel wichtiger aber, sie mahnt auf eindringliche Art, dass so etwas nie wieder passieren darf.
Düsteres Kapitel deutscher Geschichte
Mit ihren Geschichten, Fotos und Bildern rüttelt die Dokumention auf und führt den Besucher dabei in eines der düstersten Kapitel deutscher Geschichte. Die Lebenshilfe Worms-Alzey setzt sich seit ihrer Gründung 1964 für ein menschenwürdiges und möglichst selbstbestimmtes Leben für Menschen mit vorwiegend geistiger Behinderung ein.
Sie gestaltet dabei nicht nur die Gegenwart, sondern setzt auch Akzente und Impulse für die Zukunft. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Lebenshilfe darüber hinaus mit der nationalsozialistischen Vergangenheit im Raum Worms und arbeitet diese auf.
Die Ausstellung zur Euthanasie in Hadamar ist in diesem Kontext zu sehen und stellt einen Beitrag zur diesjährigen 50-Jahr-Feier der Lebenshilfe dar.