
Die Digitalisierung verändert nicht nur das Privatleben vieler Menschen, sondern auch den beruflichen Alltag. Viele Handwerksberufe finden heute ebenso viel am Computer wie mit Schraubschlüssel und Hammer statt. Die Digitalisierung ist das diesjährige Schwerpunktthema der Internationalen Handwerksmesse, die am 24. Februar in München startet. Die Messe nahm Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen, zum Anlass, einige besonders innovative Handwerksbetriebe in Rheinhessen zu besuchen.
Beispielsweise auch die VSK Technik Kübler GmbH in Worms. Das Unternehmen ist technischer Dienstleister mit hoher fachlicher Kompetenz in den Bereichen Antriebstechnik, Automatisierung, Elektrotechnik sowie Mechanik und stellt u. a. Steuerungsanlagen und Schaltschränke für die Industrie her. Von 1970 bis heute wurden hier mehr als 200 Personen erfolgreich ausgebildet.
Thomas Kübler erläuterte Anja Obermann, die von Oberbürgermeister Michael Kissel und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Alzey-Worms, Dirk Egner begleitet wurde, wie sich die Digitalisierung auf sein Unternehmen auswirkt: „Als wir die erste CNC-gesteuerte Maschine gekauft haben mussten vor allem die eigenen Mitarbeiter überzeugt werden.“ Auch die Bedienung war damals bei weitem noch nicht so benutzerfreundlich, wie es sich heute darstellt. Mittlerweile wurde bereits eine zweite Maschine angeschafft, die Schaltschränke werden am Computer geplant, virtuell getestet und zur CNC-Maschine geschickt. Die Zukunft sieht Kübler vor allem darin, dass heute einzeln ausgeführte Arbeitsschritte zunehmend integriert und miteinander vernetzt werden. Dies erleichtert die Arbeit in der Werkstatt und verbessert vor allem die Qualität in der Dokumentation der Arbeitsschritte. „Wenn eine Maschine nach mehreren Jahren wieder zu uns in die Reparatur geschickt wird, müssen wir heute im Archiv nach den Unterlagen suchen. Bald passiert das alles auf Knopfdruck sehr viel schneller und umfangreicher“, so Kübler.
Insgesamt zeigt sich: Die Digitalisierung führt zu einer Automatisierung und Rationalisierung in bestimmten - vor allem in kaufmännischen Bereichen -, eröffnet aber auch erhebliche Chancen in technischen Bereichen. Computer können die handwerkliche Tätigkeit nicht ersetzen, werden aber immer stärker in den Arbeitsalltag integriert. Davon profitieren können alle – es werde aber von jedem die Bereitschaft abverlangt, sich stetig weiterzubilden und auf neue Entwicklungen einzulassen.
Hauptgeschäftsführerin Anja Obermann machte deutlich, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen sich immer stärker auf eine sich verändernde Welt und damit auf neue Rahmenbedingungen einstellen müssen. Hieraus ergebe sich für Unternehmen aber auch eine erhebliche Chance, das Serviceangebot für Kunden und Geschäftspartner zu erweitern. Abschließend bot sie den Unternehmen die Hilfe der bei der Kammer angesiedelten Technologieberatungsstelle und des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit an, diese auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten.
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