
Hat man sich einen Gebrauchtwagen gekauft, muss er angemeldet werden. Ohne Anmeldung darf er nicht in Deutschland fahren. Das Gebrauchtwagen anmelden ist für viele Menschen jedoch immer noch sehr verwirrend. Immer wieder wird die Frage gestellt, was für die Zulassung benötigt wird.
Für die Zulassung stehen in Deutschland zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Der direkte Weg zur Zulassungsstelle und die online Anmeldung über i-Kfz. Das gilt übrigens auch für die Abmeldung eines Fahrzeugs. Benötigt werden dazu der Ausweis, eine Versicherungsbestätigung, die Fahrzeugpapiere und einiges mehr. Im folgenden Beitrag werden dir die An- und Abmeldung, Kosten, Fristen und die Vorgehensweise näher erklärt.
Ein gebrauchtes Fahrzeug bei der Kfz-Zulassungsstelle offiziell anmelden bedeutet, es auf einen neuen Halter registrieren zu lassen. Dabei wird das gebrauchte Auto auf einen neuen Besitzer registriert. Mit der Registrierung kann es legal im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.
Praktisch bedeutet das, dass du als neuer Besitzer im staatlichen Fahrzeugregister eingetragen wirst. Die Zulassungsbehörde bestätigt mit der Eintragung, dass Steuer, Versicherung und die Fahrzeugpapiere korrekt und vollständig sind. Für Fahrzeuge und dich können dadurch mehrere Situationen entstehen.
Wird ein Auto gebraucht gekauft, ist es notwendig, den Fahrzeughalter im staatlichen Register zu ändern. Dieser Vorgang wird auch als “Besitzumschreibung” oder “Ummeldung” bezeichnet. Der neue Besitzer wird im Register als neuer Halter eingetragen. Damit übernimmt er die Verantwortung für die Steuern, Versicherung und das Auto selbst.
Manchmal kommt es dazu, dass ein Auto stillgelegt bzw. “abgemeldet” wurde. Ist das der Fall, muss es neu zugelassen werden. Erst dann darf es wieder gefahren werden. In diesem Fall spricht man von der “Wiederzulassung”.
In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass der neue Fahrzeughalter die bisherigen Kennzeichen des Autos behält. Das ist möglich, wenn der bisherige und der neue Halter im selben Zulassungsbezirk leben. Der neue Halter kann jedoch neue Kennzeichen beantragen.
Hinweis: Die genauen Abläufe, Gebühren und Termine können sich unterscheiden. Jede Zulassungsstelle kann je nach Stadt oder Landkreis eigene Regelungen haben.
Vorbereitung der Zulassung: Versicherung, TÜV und Kennzeichen
Bevor der Weg zur Zulassungsstelle angetreten wird, sind einige Schritte unbedingt vorzubereiten. Mit guter Planung kannst du Zeit sparen. So vermeidest du einen erneuten Besuch wegen fehlender Unterlagen.
Die elektronische Versicherungsbestätigungsnummer
Eine elektronische Versicherungsbestätigungsnummer, kurz eVB-Nummer genannt, kann online oder telefonisch erhalten werden. Mit der eVB wird der Zulassungsstelle bestätigt, dass das Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung besitzt.
Ein weiteres wichtiges Dokument für das Gebrauchtwagen anmelden ist die Hauptuntersuchung (HU) vom TÜV. Ohne gültige HU ist eine Ummeldung oder Zulassung nicht möglich. Ist die Überprüfung bereits abgelaufen, muss sie vor der Anmeldung erneuert werden.
Das SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer muss ebenfalls vorbereitet werden. Damit erhält das Hauptzollamt automatisch die Steuer vom Konto des Fahrzeugbesitzers. Das dafür notwendige Formular kann online oder bei der Zulassungsstelle erhalten werden.
Vor dem Gebrauchtwagen anmelden muss die Entscheidung getroffen werden, ob das Kennzeichen behalten oder neu beantragt wird. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, ein Wunschkennzeichen zu beantragen. Einige Zulassungsstellen bieten das Reservieren der Wunschkennzeichen bereits online an.
Ist der Gebrauchtwagen bereits abgemeldet worden, darf damit nicht mehr gefahren werden. Für eine legale Überführung nach Hause sind “Kurzzeitkennzeichen” notwendig. Diese Kennzeichen gelten normalerweise 5 Tage und werden speziell für Überführungs- und Probefahrten ausgestellt.
Ist man sich nicht sicher, wann Überführungskennzeichen erforderlich sind oder welche Kosten entstehen, kann ein Ratgeberartikel von carVertical hilfreich sein. Dort werden die verschiedenen Arten, Voraussetzungen und typischen Gebühren übersichtlich erklärt.
Wird das Auto ummelden nach Kauf selbst durchgeführt, ist der Prozess in ein klares Schema eingeteilt. Mit einer guten Vorbereitung ist die Zulassung rasch und reibungslos durchgeführt.
Mit dieser Anleitung ist das Gebrauchtwagen anmelden für dich ein Kinderspiel.
Die Öffnungszeiten prüfen oder einen Termin vereinbaren
Sehr viele deutsche Zulassungsstellen vergeben mittlerweile Online-Termine. Damit werden Wartezeiten verkürzt. Über die WebsiteWebseite der Zulassungsstelle kann sehr leicht festgestellt werden, ob eine Terminvereinbarung notwendig ist. Gleichzeitig ist ersichtlich, ob ein Termin wirklich notwendig ist.
Die Dokumente vorbereiten
Alle Dokumente vor dem Termin sammeln. Der häufigste Grund für Verzögerungen oder gar einen neuen Termin sind fehlende Dokumente.
eVB-Nummer und das SEPA-Lastschriftmandat bereithalten
Mit der eVB-Nummer wird bestätigt, dass das Auto eine Versicherung besitzt. Das SEPA-Lastschriftmandat sorgt dafür, dass die Kfz-Steuer vom Hauptzollamt automatisch eingezogen werden kann.
Die Unterlagen am Schalter einreichen
An dem vereinbarten Termin werden die gesammelten Dokumente dem Mitarbeiter übergeben. Er führt die Zulassung durch. Dabei werden die Daten im System erfasst und registriert.
Die Gebühren bezahlen
Die Kfz-Zulassungsstelle Unterlagen Kosten variieren je nach Zulassungsvariante. Neuzulassungen, Ummeldungen, Kennzeichenreservierung etc. lassen Kosten entstehen. Bezahlen kann man in der Regel vor Ort in bar oder mit einer EC-Karte.
Kennzeichen prägen und stempeln lassen
Werden neue Kennzeichen benötigt, können diese beim Schilderdienst in Auftrag gegeben werden. In der Zulassungsstelle erhält man nach der Beauftragung eine amtliche Siegelplakette.
Neue Fahrzeugdokumente erhalten
Nach Vollendung der Zulassung erhältst du die aktualisierte Zulassungsbescheinigung Teil I und weitere Dokumente gegebenenfalls zurück. Jetzt ist das Auto offiziell zugelassen.
Für die Gebrauchtwagen Anmeldung werden folgende Dokumente benötigt:
● Reisepass, Personalausweis und gegebenenfalls eine Meldebestätigung
● eVB-Nummer von der Kfz-Versicherung
● Zulassungsbescheinigung Teil I
● Zulassungsbescheinigung Teil II
● Nachweis einer gültigen HU/TÜV Prüfung
● SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer inklusive IBAN
● Kennzeichen falls vorhanden
● Ausweiskopie und Vollmacht falls eine andere Person die Anmeldung erledigt.
Werden alle Unterlagen vorbereitet, ist das Gebrauchtwagen anmelden innerhalb weniger Minuten erledigt.
Durch das System i-Kfz oder auch internetbasierte Fahrzeugzulassung kann das Gebrauchtwagen anmelden online durchgeführt werden. Das gilt bereits in vielen Städten und Landkreisen. Damit erspart man sich den Gang zur Zulassungsstelle. Die Abläufe und Funktionen unterscheiden sich jedoch je nach lokalem Portal. Aus diesem Grund können einige Schritte abweichen.
Bevor es losgeht, müssen erst einmal formale und technische Voraussetzungen erfüllt werden.
● Personalausweis mit eID-Funktion (die Online-Ausweisfunktion muss aktiviert sein)
● Pin für den elektronischen Identitätsnachweis
● Sicherheitscodes auf der Zulassungsbescheid I und Teil II (findet man unter dem freigerubbelten Feldern)
● die gültige eVB-Nummer der Versicherung
● das SEPA-Lastschriftmandat mit IBAN für die Steuer
● Nachweis der gültigen HU/TÜV-Prüfung
Zusätzlich wird ein Gerät mit Kartenleser oder ein Smartphone mit NFC benötigt. Damit kann man sich online identifizieren.
Achtung: Der online i-Kfz-Service kann nur dann genutzt werden, wenn das Fahrzeug bereits die neuen Fahrzeugpapiere mit dem Security-Code besitzt! Ist das nicht der Fall, ist nur die herkömmliche Methode der Anmeldung über die Zulassungsstelle möglich.
Der genaue Ablauf kann sich zwischen den Behörden leicht unterscheiden. Meistens folgt der Ablauf diesem Schema.
Login im lokalen Zulassungsportal
Das i-Kfz-Portal der zuständigen Zulassungsstelle aufrufen. Mit der eID-Funktion des Personalausweises danach anmelden.
Die Fahrzeugdaten eingeben
Die erforderlichen Informationen eingeben. Dazu gehören
● eVB-Nummer
● IBAN für Steuer
● Datum der Hauptuntersuchung
● die Sicherheitscodes aus der Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II
Danach weiter fortfahren. Wir hier beschrieben.
Kennzeichen wählen
Je nach Situation können Sie Ihr bisheriges Kennzeichen behalten. Des Weiteren ein neues Kennzeichen beantragen oder das reservierte Wunschkennzeichen wählen.
Online-Zahlung durchführen
Die Gebühren für die Zulassung können direkt im Portal bezahlt werden. Je nach Behörde steht die Zahlung mit Kreditkarten, Giropay oder sogar PayPal zur Verfügung.
Vorläufige Bestätigung herunterladen
Nachdem das Gebrauchtwagen anmelden erfolgreich abgeschlossen wurde, kann die digitale Bestätigung heruntergeladen werden. Danach ist es möglich, diese auszudrucken.
Hinweis: Die vorläufige Fahrberechtigung nach der Online-Zulassung ist nicht in jeder Stadt oder Landkreis gleich geregelt. Einige Behörden erlauben das sofortige Fahren und andere erst wenn die Dokumente persönlich erhalten werden.
Dokumente per Post erhalten
Die endgültigen Zulassungsunterlagen, Plaketten oder Vignetten werden anschließend mit der Post zugestellt. Sobald sie angekommen sind, ist der Zulassungsvorgang komplett abgeschlossen.
Möchte man ein Fahrzeug in Deutschland anmelden, sind nicht nur Dokumente notwendig. Es entstehen auch Kosten und ein zeitlicher Aufwand. Je nach Region können sich die Gebühren unterscheiden. Die typischen Richtwerte werden hier aufgezeigt.
Für die Zulassung selbst entstehen in der Regel 30 € bis 60 € Gebühren an. Einige Städte und Landkreise weisen höhere Gebühren auf. Besonders dann, wenn zusätzliche Leistungen benötigt werden, erhöhen sich die Kosten. Die Unterschiede entstehen, weil Kommunen den Gebührenrahmen selbst festlegen dürfen.
Neben den Grundgebühren entstehen sehr oft weitere Kosten. Dazu gehören:
● Nummernschilder: rund 20 bis 40€ für das Paar Standardkennzeichen
● Wunschkennzeichen: rund 10,20€ Reservierung und 2,60 € Zuteilung
● Umweltplakette: rund 5 bis 10€, je nach Anbieter
Wird das i-Kfz online ummelden durchgeführt, können einige Gebühren günstiger sein. Bei der direkten Anmeldung in der Zulassungsstelle können jedoch zusätzliche Kosten für den Serviceanbieter oder den Schilderdienst anfallen.
Das Gebrauchtwagen anmelden dauert auf der Zulassungsstelle rund 25 bis 30 Minuten. Ohne einen Termin zu vereinbaren oder in stark frequentierten Zulassungsstellen kann es ohne weiteres länger dauern. Bei der i-Kfz Anmeldung erhält man innerhalb kurzer Zeit eine Bestätigung. Die Zusendung der Dokumente kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Bei der Zulassung ist das SEPA-Lastschriftmandat notwendig. Damit wird dem Hauptzollamt ermöglicht, die Steuer automatisch einzuheben.
Hinweis: Bestehen offene Steuerschulden kann das dazu führen, dass die Zulassung verzögert wird.
Mit dieser kompakten Checkliste läuft die Zulassung rasch und problemlos.
● Ausweis zur Hand - Personalausweis oder Reisepass, ggf Meldebescheinigung
● eVB-Nummer beantragt und notiert
● Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II vorhanden
● Kaufvertrag vorhanden
● HU/TÜV-Prüfung gültig
● SEPA-Lastschriftmandat bereit
● Entscheidung für Nummernschild getroffen
● Kennzeichen reserviert - Wunschkennzeichen
● Umweltplakette eingeplant
● Online-Codes bei i-Kfz Anmeldung
● Termin bei der Zulassungsstelle gebucht
● Transport geplant
● Offene Gebühren geprüft - Steuer
Tipp: Diese Liste ausdrucken und die Punkte vor dem Gebrauchtwagen anmelden abhaken. So kann man sichergehen, dass nichts vergessen wird.
Auf den ersten Blick wirkt das Gebrauchtwagen anmelden etwas kompliziert. Bereitet man sich gut vor, ist der Prozess einfach zu bewältigen. Sind alle Unterlagen zur Hand und die wichtigsten Schritte geplant, ist der Termin innerhalb weniger Minuten abgeschlossen.
In vielen Fällen kann das i-Kfz Online ummelden genutzt werden. So kann Zeit gespart werden. Vorher sollten jedoch die Informationen der lokalen Behörden eingeholt werden. Die einzelnen Abläufe und Kosten können sich unterscheiden.