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Mi., 28. März 2018, 23:53 Uhr
Wormatia kassiert bittere 3: 2-Heimpleite gegen Schott Mainz und setzt Regionalliga-Talfahrt fort / Auf Hoffenheim folgt der Pokal
Autsch! Wieder ein 6-Punkte-Spiel verloren
Guiseppe Burgio besorgte den Ausgleich zum 1:1 und hatte mit einem fulminanten Schuss, den Schott-Keeper Reichel parieren konnte, das 3:1 auf dem Fuß. Foto: Felix Diehl
VON STEFFEN HEUMANN 700 Besucher verlassen am Mittwochabend enttäuscht die EWR-Arena. Die Wormaten, die sich bis zur 76. Minute noch auf der Siegerstraße wähnen durften, schlichen nach der Pleite gegen Schott Mainz geknickt in die Kabine. Der 3-Punkte-Plan im 6-Punkte-Spiel ging mächtig in die Hose. Der Erfolg hat viele Väter, die Niederlage Ursachen, die die Verantwortlichen dringend abstellen müssen, sonst endet die Talfahrt in dieser Saison doch noch mit dem bösen Erwachen in der Oberliga.
Bereits kurz nach dem Start in das Spiel stotterte der Motor. Nach einem Freistoß eroberten die Gäste den Ball. Schott antwortete mit einem schnellen Konter über die Außen und düpierte Wormatias Defensive. Ein Querpass auf den freistehenden Janek Ripplinger und der Ball zappelt zum 0:1 im Netz. Worms reagierte, scheiterte aber aber mehrfach am glänzend aufgelegten Mainzer Keeper Niklas Reichel. Pinheiro und Dorow verpassen den Ausgleich. Die Druckphase der Hausherren endete mit einem erneuten Kontrollverlust der VfR-Abwehr, aus der die Gäste aber keinen Nutzen ziehen konnten.
Den Rückstand wett gemacht
Dann große Erleichterung. Ein Mass-Zuspiel blieb an Routinier Guiseppe Burgio kleben. Der ließ nichts anbrennen und vollstreckte in der 27. Minute zum Ausgleich. Der Jubel mündete gleich wieder in großer Fahrlässigkeit der Wormser Abwehr. Im Gegenzug kam Thomas Gösweiner im Strafraum zu Fall. Klare Sache für Schiri Meinhardt: Elfmeter! Alan Stulin verwandelte den Strafstoß zur 2:1-Führung. Schott blieb weiter gefährlich, hätte sich aber nach einem Foul an Guiseppe Burgio nicht über einen weiteren Elfmeterpfiff beschweren dürfen. Der blieb kurz vor der Halbzeit jedoch aus.
Einwechslung warf Fragen auf
Das deutliche Chancenplus der Wormaten quittierten die Mainzer in der zweiten Halbzeit mit einem weiteren unbeirrten Anrennen auf das Tor von Steve Kroll, der jetzt ebenfalls Gästetore verhindern musste. Ein halbe Stunde vor Ende kanonierte Burgio ein sattes Pfund in Richtung Mainz-Tor, wieder war Reichel zur Stelle. Nach dem verletzungsbedingten Wechsel von Alan Stulin, für ihn kam Sebastian Schmitt in die Partie, folgte der Wechsel von Daisuke Ando für Thomas Gösweiner. „Der Versuch, dem Spiel mit dieser Maßnahme noch mal eine andere Richtung zu geben, hat nicht geklappt”, kommentierte Steven Jones nach dem Spiel seine Entscheidung. Die erhofften Impulse von Ando blieben aus.
In Kombination mit weiteren Patzern in der Abwehr, folgte die Strafe auf dem Fuß. Erneut war Ripplinger Profiteur eines Konters und besorgte den Ausgleich zum 2:2. Jones reagierte mit der Einwechslung von Marco Metzger. Aus dem Spiel ging der glücklose Kapitän Benjamin Himmel, der bis zur 77. Minute leider nicht über die Rolle eines Statisten hinaus kam. Die Schlussminuten waren ein Spiegelbild des ganzen Spiels. Kroll rettete für Worms zunächst das Remis, Marco Metzger verpasste die erneute Führung und kaum eine Minute später landete der Ball im VfR-Gehäuse. Ilias Soultani bestrafte das desolate Defensivverhalten fünf Minuten vor dem Schluss mit dem 3:2 für Mainz.
Mannschaft nicht nur physisch außer Puste
Auf eine Trotzreaktion vermochten nur wenige Zuschauer zu hoffen. Die Mannschaft schien am Ende ihrer Kräfte. „Mit Sicherheit auch Kopfsache”, sprach Trainer Steven Jones auch von einer mentalen Hürde. Jones bedauerte, dass sein Team den Schwung aus dem Offenbach-Spiel nicht mitzunehmen vermochte. „Es tut schon weh, dass wir das zweite 6-Punkte-Spiel verloren haben”, fügte Jones an. Von der 20. bis zur 60. Minuten seien eine Reihe guter Torchancen ungenutzt geblieben, wie Steven Jones analysierte. „Das hat Schott wieder scharf gemacht”, sprach der Trainer Klartext.
Mit Blick auf das unangenehme Spiel ihm Sonntag in Hoffenheim gab der Wormser Coach aber zu verstehen, dass seine Mannschaft im Kraichgau nicht mit angezogener Handbremse agieren wolle, um etwa Kräfte für das folgende Pokalspiel am Mittwoch zu schonen. Des einen Leid’ des anderen Freud’: Schott-Trainer Sascha Meeth zeigte sich erleichtert, dass seine Mannschaft erstmals ein knappes Spiel für sich entscheiden konnte. „Wormatia konnte unsere katastrophalen Stellungsfehler nicht für Tore nutzen”, zog Meeth Bilanz eines „glücklichen, aber nicht unverdienten Erfolges”.