Die geplante Sperrstunde am Backfischfest zwischen 2 - 6 Uhr nachts würde vielen Nachtschwärmern die Anlaufstationen nehmen
Backfischfest ohne »Giessenbrücke«?
Katharina Becker kann es nicht verstehen, dass sie am Backfischfest schon um 2 Uhr schließen müssen. Foto: Gernot Kirch
VON GERNOT KIRCH Das Backfischfest ist das größte Volks- und Weinfest am Rhein und es gibt einige feste Institutionen, ohne die sich viele Besucher die neuntägige Party nicht vorstellen können. Dazu zählen sicher der Wonnegauer Weinkeller, das Schwarzwaldhaus, die Backfischbraterei, die Fischerwääd und für viele Nachtschwärmer auch das Lokal "Giessenbrücke" in der Rheinstraße, etwas außerhalb des Festplatzes. So richtig voll und rund geht es in der Giessenbrücke dabei erst so gegen 1 Uhr, wenn das Weinzelt und das Schwarzwaldhaus schließen und viele Gäste ein "Absacker" trinken und noch etwas weiter feiern möchten. Für zahlreiche Gäste ist das Fest eben noch nicht zu Ende, wenn es auf dem Platz die Lichter ausgehen. Dies hat auf dem Wormser Backfsichfest eine lange Tradition. So pilgerten vor 20 oder 30 Jahren die Nachtschwärmer zum Fürst, jenem Lokal auf Rhein, oder in die Kleine Fischerweide. In den letzten Jahren haben sich als Anlaufpunkt die Giessenbrücke und das Pub, beides in der Rheinstraße, herauskristallisierte. Dort konnte noch bis fast in den frühen Morgen hinein ein letztes Glas Bier getrunken und mit den Freunde gescherzt und gefeiert werden, bevor es nach Haus ging.
Aus, vorbei? Doch mit der Nachtschwärmerei im direkten Umfeld des Backfischfestes könnte es schon dieses Jahr vorbei sein, denn die "Fischerwääder" informierten am Mittwoch den Nibelungen Kurier, dass es eine Sperrstunde für die Giessenbrücke zwischen 2 und 6 Uh nachts geben soll. Was bedeutet, die Giessenbrücke und das Pub müssen um 2 Uhr schließen. Sollte sich dies bewahrheiten, so Marcus Berkes von den "Fischerwäädern", könnte die Giessenbrücke schon um 23 Uhr zu machen, denn voll werde es dort ja erst später. Die gleiche strikte Reglung wie für die Giessenbrücke soll auch für das Pub auf der anderen Straßenseite gelten.
Gespräche mit der Stadt Die Pächter von Giessenbrücke und Pub möchten am Montag mit der Stadt sprechen, um die Gründe für die Sperrzeitregelung ab 2 Uhr zu erfahren. Katharina Becker, die Pächterin der Giessenbrücke, sagte gegenüber dem NK, dass sie das Lokal seit zehn Jahren führe und es dort am Backfsichfest noch nie Schlägereien geben habe. Auch würde sie ab 24 Uhr nur noch Pappbecher ausschenken und jeden Morgen die Straße reinigen. Für sie ist die Entscheidung der Stadt unverständlich.
Fischerwääder kämpfen Die Fischerwääder möchten jetzt für längere Öffnungszeiten für die Giessenbrücke kämpfen. Ob dies was hilft, bleibt abzuwarten. Der Nibelungen Kurier wird am Donnerstagvormittag in jedem Fall mit einem Vertreter des Ordnungsamtes sprechen und darüber berichten.