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  • Di., 18. Mai 2021, 21:04 Uhr
    Wormser Seniorenbeirat: Vertretung älterer Menschen schließt sich den Protesten gegen den Abbau von Geldautomaten an

    „Bargeldabheben wohnortnah!“

    Der Wormser Seniorenbeirat unterstützt nachdrücklich das Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in Worms-Abenheim, die gegen den Abbau des Geldautomaten der Sparkasse in ihrem Wohnort protestieren, so eine Pressemitteilung von Hildegard Küper, der Vorsitzenden des Seniorenbeirats Worms, vom 18. Mai. Neben dem Abheben von Bargeld, könne man Geldgeschäfte wie Überweisungen erledigen und behalte den Überblick über Geldangelegenheiten. Nicht jeder und jede wolle Gebrauch von Online-Banking machen.

    Das Vorhalten eines Geldautomaten, insbesondere in den Vororten bzw. im ländlichen Raum „drückt soziale Verantwortung seitens der Politik – insbesondere gegenüber älteren Menschen – die weniger oder gar nicht mehr mobil seien, aus. Die Sparkasse als Anstalt des öffentlichen Rechts sei eine mit einer öffentlichen Aufgabe betraute Einrichtung. Diese öffentlichen Aufgaben umfassten Tätigkeitsbereiche, die im Interesse der Allgemeinheit oder des Gemeinwohls erfüllt würden und dienten dauerhaft einem öffentlichen Zweck, so Kü+per. „Wir fragen uns als Seniorenbeirat: erfüllt die Sparkasse, wenn sie nacheinander überall Geldautomaten abbaut, noch die Interessen der Allgemeinheit und steht sie noch für das Gemeinwohl?“

    In diesem Zusammenhang zitiert Küper einen Pressebericht, nachdem ein junger Mann den Wocheneinkauf für ältere immobile Senioren erledige und stellt sich die Frage, wie diese Menschen zukünftig das Geld bargeldlos für den Einkauf zur Verfügung stellen sollen.

    Was wird aus generationenübergreifender Unterstützung?
    „Freuen wir uns nicht gerade im Jahr der Pandemie, dass der Zusammenhalt der Bevölkerung größer geworden ist und man sich generationenübergreifend – hoffentlich auch weiterhin - unterstützt?“, fragt die Pressemitteilung. Dann möge man bitte auch auf die praktische Umsetzung vor Ort schauen und sich fragen, wie eine solche Unterstützung auf dem Land konkret ohne Geldautomat zukünftig gehen solle. Gerade, wenn der Abbau von Geldautomaten mit Wirtschaftlichkeit seitens Sparkasse und Volksbank begründet werde, möge man auch die Kaufkraft beispielsweise der älteren Bevölkerung nicht vernachlässigen, die weiterhin mit Bargeld bezahlen und Geldgeschäfte wohnortnah erledigen möchte.

    An dieser Stelle stellt der Seniorenbeirat die „einfache und praktische Frage“, wem denn zukünftig ältere Menschen ihre EC-Karte mit Pin anvertrauen sollen, um im Nachbarort z.B. in Westhofen Geld abzuheben? Nicht jeder könne mit dem Auto an die Zweigstelle fahren oder kenne in der Nachbarschaft eine Person des absoluten Vertrauens. Eine neue Version des Enkeltricks sei aus Sicht des Seniorenbeirates „sehr wahrscheinlich“.

    Geldautomaten seien „ein wesentliches Stück Daseinsfürsorge“ und schafften, ähnlich wie die mancherorts zurückgekehrten neuen Tante-Emma-Läden mit Poststellen, die Voraussetzung, Vororte und den ländlichen Raum lebendig und lebenswert zu erhalten.

    Der Seniorenbeirat appelliert deshalb an die Verantwortlichen im Verwaltungsrat der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, sich für den Erhalt der Geldautomaten in den Vororten der Stadt Worms und im Zuständigkeitsbereich der Sparkasse Worms-Alzey-Ried einzusetzen. Gerne bringe sich der Seniorenbeirat der Stadt Worms ein „und wirkt an konstruktiven Lösungen mit“.

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