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  • So., 02. Februar 2014, 21:45 Uhr
    Domgemeinde startete am Sonntag eine Info-Kampagne, um für ihr Projekt zu werben / Bereits 4.500 Unterschriften für Bürgerbegehren

    Bauantrag für „Haus am Dom“ gestellt

    Am Sonntagmorgen wurde vor dem Kaiserdom heftig über das „Haus am Dom” diskutiert. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Domgemeinde hat am Sonntag nach Beendigung des Gottesdienstes vor dem Kaiserdom eine Info-Kampagne gestartet, um für ihr Projekt, das „Haus am Dom“, zu werben. Dabei bestätigte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Domgemeinde, Markus Landua, dass der Bauantrag in der vergangenen Woche bei der Stadt Worms eingereicht wurde. Jetzt warte man den Lauf des Verfahrens ab. Angemerkt sei hier, dass bei solch einem Bauantrag im Normfall mit einer Bearbeitungszeit von sechs Wochen zu rechnen ist. Die Verlautbarung, dass der Bauantrag gestellt wurde, war jedoch nicht der Grund für die Info-Veranstaltung am Dom, sondern mehr eine „Zusatzinformation”.

    Der Diskussion stellen
    Die Domgemeinde wollte am Sonntagmorgen über das "Haus am Dom" informieren. Dazu hatte man etwa zehn Stehtische vor dem Eingangsbereich des Doms aufgestellt. Darüber hinaus flankierten einige kleine Plakatständer den Bereich und auf zwei großen Schauwänden wurde über das „Haus am Dom“ sowie die darin geplanten Gemeindeaktivitäten informiert. Zahlreiche Mitglieder der Domgemeinde standen für Diskussionen zur Verfügung. Dies waren etwa Dompropst Engelbert Prieß, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates der Domgemeinde, Markus Landua, oder Verwaltungsratsmitglied Dr. Gregor Hess. Im Laufe des Vormittags entwickelten sich zahlreich, zum Teil heftige und kontroverse Diskussion zwischen Befürwortern und den Gegner des Projektes, die auch zahlreich vertreten waren.

    Flagge zeigen
    Der Domgemeinde ging es am Sonntag in erster Linie darum, die Bürger über ihre Projekt aufzuklären, genauso aber für die Mitglieder der Domgemeinde Flagge und Präsenz zu zeigen, also eine Innenwirkung zu entfalten. Dr. Gregor Hess aus dem Verwaltungsrat der Domgemeine bekräftigte im Gespräch mit dem NK, dass sowohl die Domgemeinde wie die Gemeinde St. Martin - die beide Nutzer sein sollen - das „Haus am Dom“ realisieren möchten. Wörtlich sagte er: „Wir sehen uns auf dem richtigen Weg.“ Weiter erläuterte er, dass man auf die Bevölkerung und die Gegner mit dem zweiten Entwurf ja schon einen Schritt zugegangen sei. Gegenüber dem ersten Entwurf habe man bereits zahlreiche Änderungen vorgenommen. Dies sei etwa der Verzicht auf die Wohnungen oder das Ersetzung des Flachdachs durch ein Satteldach. Dadurch würde sich das „Haus am Dom“ besser in die Umgebung einfügen. Die Domgemeinde wolle das „Haus am Dom“ auch nicht aus Spaß bauen oder um irgendjemand zu verärgern, sondern weil man für ein aktives und vielfältiges Gemeindeleben ein geeignetes Gebäude benötige.

    Richtiger Standort
    Dr. Gregor Hess bekannte sich nochmals zum Standort und sagte, dass dies eine Machbarkeitsstudie ergeben habe. Auch würden Architekten und Denkmalschützern das Gebäude an der geplanten Stelle befürworteten.

    Auf die Frage, wer das Gebäude letztlich baue, sagte Dr. Gregor Hess, formal stelle die Domgemeinde den Bauantrag, doch seien es die zwei Gemeinden, St. Peter (Domgemeinde) und St. Martin, die es verwirklichen möchte. Auch stehe man mit dem Bistum in Mainz in enger Absprache.

    „Trommelfeuer” auf Gemeinde
    Dr. Gregor Hess bezeichnete die Situation für die Gemeindemitglieder als nicht sehr einfach, das sie einem fast täglichen „Trommelfeuer“ aus den verschiedensten Medien gegenüberstehen würden. Darüber hinaus gingen manche Angriffe aus der Öffentlichkeit unter die Gürtellinie und seien sehr massiv.

    Eva Schalk, ein Gemeindemitglied, sprach gar von einem Spießrutenlaufen, wenn  sie sonntags zu einer Veranstaltung in den Dom gehe und dann von den Demonstranten in heftiger Weise angesprochen werde. Eva Schalk bestätigte, dass es in der Domgemeinde einen Konsens zum „Haus am Dom” gebe.

    4.500 Unterschriften für Bürgerbegehren
    Dr. Hilmar Kienzl vom Verein „Freier Blick auf den Dom zu Worms” informierte am Sonntagabend den NK, dass mittlerweile 4.500 Männer und Frauen auf der Liste für ein Bürgerbegehren unterzeichnet hätten.  Er gehe davon aus, bis Ende der Woche die benötigten 6.000 Unterzeichner beisammen zu haben. Aufgrund des nun  raschen Einreichens des Bauantrages durch die Domgemeinde sei für den Verein jetzt Eile geboten. Am Mittwoch möchte der Verein die Presse über die Rechstgrundlagen bezüglich ihres Bürgerbegehrens geben. Es seien inzwischen sehr viel unterschiedliche und teils nicht korrekte Standpunkte dazu im Umlauf, diesbezüglich wolle man aufklären.

    Gibt es einen Kompromiss?
    Eva Schalk von der Domgemeinde sagte am Sonntagmorgen zum NK, dass sie sich ein Konsens oder doch wenigstens ein Kompromiss wünsche. Doch scheint dieser in weite Ferne gerückt zu sein. Denn wie sollte der aussehen? Es schient beim „Haus am Dom” wie bei Stuttgart 21 zu sein, entweder man baut es, oder man baut es nicht. Aber ein Zwischending kann sich wohl keiner vorstellen. Selbst „Dauerschlichter” Heiner Geisler würde sich hier wohl die Zähne ausbeißen.

     

     

     

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