WORMS: 14,6 Millionen Euro Investitionskosten / Maßnahme muss bis Ende 2025 abgeschlossen sein
Baustart für das neue Heinrich-Völker-Bad
Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst spricht vor den geladenen Gästen, unter ihnen Minister Michael Ebling, Oberbürgermeister Adolf Kessel und Landtagsabgeordneter Jens Guth, im Eingangsbereich des Heinrich-Völker-Bads. Foto: Stadt Worms
Von Florian Helfert › Seit Jahren beobachtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, besser bekannt als DLRG, den traurigen Trend der Bäderschließungen in Deutschland. Für ihr Heinrich-Völker-Bad hingegen springt die Stadt Worms – von Bund und Land gefördert – mit geplanten Investitionskosten von insgesamt 16,4 Millionen Euro mutig in die Bresche.
Schwimmen: gesund und gesellig
„Schwimmbäder sind etwas Besonderes und eine der teuersten Investitionen, die Kommunen kennen“, freute sich Innenminister Michael Ebling gemeinsam mit Oberbürgermeister Adolf Kessel über den Erhalt der Institution und bewilligte Fördermittel in Höhe von fast elf Millionen Euro. Beim offiziellen Baubeginn am Montagvormittag hielt Ebling im Eingangsfoyer des Wormser Hallenbades zudem fest, dass Schwimmen wie Lesen und Schreiben eine Grundfertigkeit und obendrein „verdammt gesund und gesellig“ sei.
Oberbürgermeister Adolf Kessel betonte ebenfalls die wichtige Rolle eines öffentlichen Hallenbades als Treffpunkt und Ort der Kommunikation für alle Generationen. „Außerdem ist es unverzichtbar für den Schwimmsport und das Schwimmenlernen“, so Kessel weiter.
„Auch wenn es nicht überall auf großen Anklang gestoßen ist“, erinnerte Stadtentwicklungsdezernent an Entscheidungen unter Michael Kissel und Uwe Franz, „wir müssen das Schwimmbad auf das Wesentliche reduzieren“. Den Baukörper zu verkleinern, das Hallenbad zugunsten kürzerer Wartelisten bei Kinderschwimmkursen umzubauen, nannte er richtig. „Schwimmbäder sind riesige Energieschleudern“, merkte er an. Des Weiteren, dass ausgerechnet das bisherige Kinderplanschbecken an einer im Vergleich sehr kühlen Stelle positioniert gewesen sei. Der Kinderbereich werde darum verlegt.
Höhere Kosten als kalkuliert erwartet
Auf den Weg zu einem neuen, barrierefreien und energetisch sparsameren Sport- und Lehrschwimmbad erwarten alle Beteiligten bereits heute im Zuge der Inflation und steigender Baukosten höhere Ausgaben wie eingeplant.
Pläne im Detail
Der rund 40 Jahre alte Flachbau mit Eingangshalle, Verwaltung, Umkleiden und Sanitäranlagen wird abgerissen. An dieser Stelle entsteht ein zweigeschossiger, moderner und energetisch hochwertiger Neubau.
Über das Eingangsfoyer mit Kasse erreicht man künftig im Erdgeschoss den Umkleide- und Sanitärbereich des Freibades. Über die Haupttreppe im Foyer und eine neue Aufzugsanlage werden das erste Obergeschoss und das bereits vorhandene zweite Obergeschoss über der Badehalle erschlossen.
Im ersten Obergeschoss wird der prägnante Stelzenbau reaktiviert: Hier entstehen moderne und barrierefreie Umkleiden und Sanitäranlagen für das Hallenbad – ganz so, wie es ursprünglich auch bei der Eröffnung des Bades 1965 der Fall war.
Der Zugang zur aktuellen Badehalle und der neuen Schwimmhalle mit Lehrschwimmbecken und neuem Kleinkinderbereich mit Planschbecken erfolgt über diesen Bereich.
Die Schwimmhalle des Heinrich-Völker-Bades wird um ein multifunktionales Lehrschwimmbecken erweitert werden. Der Gebäudetrakt, auf dem das ehemalige Warmwasseraußenbecken untergebracht war, wird durch den genannten Neubau ersetzt werden, in dem das neue Becken seinen Platz finden wird.
Das Heinrich-Völker-Bad wird nach Angaben der Stadt vollständig barrierefrei sein. Die Maßnahme muss förderrechtlich bis Dezember 2025 abgeschlossen sein.