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  • Mi., 16. März 2016, 19:18 Uhr
    Familienangehörige des betroffenen Bestatters ebenfalls vorsorglich isoliert

    Bei Kontaktperson Lassa-Fieber diagnostiziert

    ALZEY – Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Alzey-Worms erreichte am Donnerstag, dem 10. März die Nachricht durch das Gesundheitsamt Düsseldorf, dass sich in einem  Bestattungsinstitut in Alzey eine mit dem Lassa-Virus infizierte Leiche eines Mannes befindet, der am 26. Februar 2016 in der Uniklinik Köln verstorben war. Der Mann war als amerikanischer Staatsbürger und Krankenpfleger bei einer Hilfsorganisation in Togo beschäftigt. Soweit bekannt, hat er dort Anfang Februar unklare, zunehmend schwerwiegende Krankheitssymptome entwickelt und ist dann schließlich am 25. Februar zur Behandlung nach Köln geflogen worden. In der Universitätsklinik Köln verstarb er am Folgetag. Um den Leichnam zurück nach Togo zu überführen, wurde die Leiche am 3. März von Köln in einem Container einer bundesweit tätigen Firma, die auf internationale Leichentransporte spezialisiert ist, nach Alzey gebracht. Hier sollte vor Weitertransport nach Togo eine Konservierung des Leichnams vorgenommen werden.

    Am 9. März 2016 stellte sich nach Informationen der Uniklinik Köln heraus, dass der Mann an Lassa-Fieber erkrankt war. Seit Ankunft der Leiche im Bestattungsinstitut hatte lediglich ein Mitarbeiter des Bestattungsinstituts Kontakt mit dem Toten. Aufgrund der allgemeinen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Leichen, hatte der Mitarbeiter nach eigenen Angaben keinen Kontakt zu Körperflüssigkeiten. Die grippeähnlichen Symptome, über die der Mitarbeiter klagte, bestanden nach dessen Aussagen bereits vor dem Kontakt zur Leiche. Vorsichtshalber leitete das Gesundheitsamt infektionshygienische Maßnahmen ein und stellte den Mann unter Heimquarantäne.

    Das Kompetenzzentrum für hochkontagiöse, lebensbedrohliche Erkrankungen in Frankfurt, das durch das Land Rheinland-Pfalz mitgetragen wird, wurde beratend involviert und weitere Maßnahmen wurden abgesprochen. Dem Mann wurden Blutproben entnommen und durch das Kompetenz-Zentrum untersucht. Die erste sogenannte Nullprobe vom 10. März zeigte keinen Hinweis auf das Lassa-Virus. Bei einer erneuten Probe von Montag, dem 14. März, wurde am Folgetag das Lassa-Virus nachgewiesen. Aufgrund des Laborbefundes wurde die Kontaktperson noch am selben Tag vom Kompetenzzentrum mit einem Spezialfahrzeug auf die Isolierstation der Universitätsklinik Frankfurt zur weiteren Untersuchung und Behandlung gebracht.

    Das Lassa-Fieber ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die vor allem durch hohes Fieber und bei einem Teil der Erkrankten durch Blutungen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung wird über Schmierinfektion (infizierte Körperflüssigkeiten) übertragen. Eine Ansteckung kann nur durch Patienten stattfinden, die bereits Krankheitssymptome aufweisen. Die Familienangehörigen des Betroffenen weisen keinerlei Krankheitssymptome auf, wurden jedoch vorsorglich ebenfalls stationär aufgenommen. Das Gesundheitsamt Alzey-Worms steht in engem Kontakt zum rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium und dem Kompetenzzentrum in Frankfurt. Alle notwendigen Maßnahmen wurden eingeleitet.

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