Keine Spur von Sommerflaute auf dem Wormser Arbeitsmarkt / Arbeitslosenquote mit 7,1 Prozent stabil / Betriebe stellen weiter ein
Bei Weiterbildung eine Schippe drauflegen
Mit 7,1 Pozent bleibt die Arbeitslosenquote in Worms stabil. Archivbild: Robert Lehr
Der Wormser Arbeitsmarkt bleibt weiterhin auf Kurs. Zwar mussten sich in den vergangenen vier Wochen wie im August üblich einige junge Männer und Frauen nach dem Abschluss ihrer Schul- oder Ausbildungszeit vorübergehend arbeitslos melden, ihre Zahl war aber deutlich geringer als in den zurückliegenden Jahren. Zudem konnten im August zahlreiche Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden, so dass die Arbeitslosigkeit insgesamt weit unter den Werten der Vorjahre lag. Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur betont noch einmal die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für die Teilhabe am Arbeitsleben. „Wir sehen immer deutlicher: Wer etwas gelernt hat, bleibt nicht lange arbeitslos. Deshalb ist es richtig, dass wir bei den Investitionen in Weiterbildung in diesem Jahr noch eine Schippe drauf gelegt haben.“
Eine neue statistische Auswertung bestätigt die Einschätzung der Agenturleiterin. Seit Juni errechnet der Statistikservice der Bundeagentur für Arbeit neben der allgemeinen Arbeitslosenquote auch qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten für die einzelnen Agenturbezirke. Die Zahlen machen deutlich: Je geringer die Qualifikation, desto höher ist das Risiko arbeitslos zu sein. Dies gilt für den Bund ebenso wie für die Stadt Worms. Die geringste Arbeitslosenquote weisen Akademiker auf. Von ihnen waren in Worms im Jahresdurchschnitt 2016 lediglich 3,0 Prozent arbeitslos. Auch bei Menschen mit abgeschlossener Ausbildung ist die Quote niedrig. Sie lag 2016 durchschnittlich bei 4,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote von Ungelernten lag dagegen mit 22,6 Prozent fünfmal so hoch.
Die guten Arbeitsmarktdaten von ausgebildeten Arbeitskräften fußen auf einer weiter steigenden Nachfrage der Betriebe nach qualifiziertem Personal. Im August waren im Stellenbestand der Wormser Arbeitsagentur gut 10 Prozent mehr Stellen registriert als noch vor einem Jahr. „Bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nehmen die Betriebe immer öfter die Dienstleistungen unseres Arbeitgeberservice in Anspruch“, erklärt Decker. So sei die Meldequote von offenen Stellen in den vergangenen sieben Jahren bundesweit um über 14 Prozent angestiegen – für Decker eine deutliche Bestätigung dafür, dass man mit der ständigen Qualitätsverbesserung des Dienstleistungsangebots auf dem richtigen Weg sei.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im August waren in der Stadt Worms insgesamt 4.659 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 110 weniger als im Juli und 37 weniger als vor einem Jahr. 3.210 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 21 mehr als im Juli, aber 420 oder 11,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb bei 7,1 Prozent stabil. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 7,2 Prozent gelegen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt lag im August mit 304 neu gemeldeten Stellen um knapp 40 Prozent über dem Vorjahreswert.
Von den 3.210 Arbeitslosen im August wurden 1.059 von der Arbeitsagentur und 2.151 vom Jobcenter Worms betreut. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im August auf 705. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 11,3 Prozent. 932 Menschen haben im August an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilgenommen. Das sind 198 oder 27 Prozent mehr als noch in 2016.
Auch in den übrigen Regionen Rheinhessens blieben die Zahlen nahezu stabil und die Arbeitslosenquoten gegenüber Juli unverändert: Landkreis Alzey-Worms 4,1 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen 3,6 Prozent. Lediglich in der Stadt Mainz kam es zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote veränderte sich für die Stadt Mainz von 6,3 auf 6,1 Prozent und für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Mainz von 5,1 auf 5,0 Prozent.