
„Wir sind überaus dankbar, Menschen gefunden zu haben, die es sich zur Aufgabe machen, anderen Menschen zu helfen“ eröffnete Pfarrer Jürgen Udo Arndt den ökumenischen Blaulichtgottesdienst am vergangenen Freitag in der evangelischen Bergkirche in Osthofen, in dem die neu ausgebildeten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit dem Dienst der Notfallseelsorge beauftragt wurden. Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Alzey-Worms besteht seit dem Jahr 2000 und von ihrem Grundsatz her bietet sie allen Menschen Hilfe in einer akuten Notfallsituation an, ohne Ansehen von Religion, Konfession oder Weltanschauung. Dabei stehen die Notfallseelsorger für Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung und arbeiten eng mit der Feuerwehr, der Polizei und den Rettungsdiensten zusammen. So waren es Johannes Loos, Annelie Wiehler, Anneliese Dauphin und Rosi Schopp-Melzer, sowie Haike Pieroth-Groß, Berthold Dick und Carolin Bollinger, die an diesem Abend in einem festlichen Gottesdienst vom evangelischen Dekan Harald Storch und dem katholischen Prodekan Bernhard Hock aus dem Dekanat Alzey den Segen erteilt bekamen, im Namen der Nächstenliebe und der Hoffnung den Dienst am Menschen zu versehen. „Seid immer bereit, allen Interessierten zu erklären, welche Hoffnung in euch ist“ riet der katholische Dekanatsreferent Matthias Klöppinger den frischen Absolventen in seinen Eingangsworten zur ständigen Reflexion und Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und betonte die Wichtigkeit der seelsorgerischen Arbeit.
Helfen, eigene Kräfte zu entwickeln
„Gerade in der ersten Phase nach einem schlimmen Ereignis ist es sehr wichtig, Fragen der Betroffenen zu beantworten, die Trauernden zu unterstützen und psychosoziale Begleitung anzubieten“ erklärt Pfarrerin Sabine Hagelgans-Faber, die seit über 18 Jahren in der Notfallseelsorge des Evangelischen Dekanates Worms-Wonnegau aktiv ist. „Notfallseelsorger können Betroffenen helfen, eigene Kräfte zu entwickeln, um schwierige Situationen nach einem Notfall zu bewältigen. Hierfür werden die Mitarbeiter eigens ausgebildet“, so die Theologin. Für die Wichtigkeit dieser fundierten Ausbildung sprach sich auch Präses Alexander Ebert vom Evangelischen Dekanat in seinen Schlussworten aus. „Es wird nicht nur die große Herausforderung sein, in einer Notsituation die richtigen Worte zu finden, sondern auch einfach mal das Schweigen auszuhalten.“
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