36 Personen aus 15 Nationen erhielten von OB Michael Kissel im Rathaus die deutsche Staatsbürgerschaftsurkunde und das Grundgesetz
Bekenntnis zu Deutschland und zu Worms
Oberbürgermeister Michael Kissel mit den neuen deutschen Staatsbürgern.
Mit dem Vivace aus dem Konzert für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach eröffneten die beiden Schülerinnen der Lucie-Kölsch-Musikschule Annette Golub und Mariam Kamal musikalisch die letzte Einbürgerungsfeier im zu Ende gehenden Jahr 2016, zu der sich 36 Männer und Frauen aus fünfzehn verschiedenen Nationen am Montagnachmittag im Ratssaal des Wormser Rathauses eingefunden hatten.
„Mit dem heutigen Tag ist für Sie eine Zäsur und ein Neubeginn verbunden. Sie geben aus innerer Überzeugung ihre bisherige Staatszugehörigkeit auf, um Deutsche bzw. Deutscher zu werden“, verdeutlichte Oberbürgermeister Michael Kissel. Der Kulturenreichtum sei für Worms schon immer einer Bereicherung gewesen, blickte der Stadtchef in seiner Ansprache zurück auf die Geschichte der Stadt und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zeit des „deutschen Wirtschaftswunders“, mit der Zuwanderung der Gastarbeiter aus Italien, Griechenland, Portugal, dem ehemaligen Jugoslawien und aus der Türkei.
Vorübergehende wird dauerhafter Aufenthalt!
„All diese Männer und Frauen haben ihren Teil dazu beigetragen, dass sich Deutschland und somit auch Worms positiv weiter entwickeln konnten. Für viele Arbeiter wurde aus dem vorübergehenden ein dauerhafter Aufenthalt. Viele Familien kamen auch nach Worms und wurden hier sesshaft“, so OB Kissel. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des globalen wirtschaftlichen Wettbewerbs sei Deutschland auf Zuwanderung angewiesen. „Wir brauchen Menschen, die ihre Talente und Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen und damit zur Wertschöpfung und zum Wohlstand in unserem Land beitragen“, merkte Michael Kissel an. Worms sei tolerant und weltoffen.
„Unserer Stadt ging es immer dann am besten, wenn Menschen verschiedenster Herkunft friedlich zusammengelebt haben", warb der Stadtchef für ein buntes Miteinander und hob zu guter Letzt den Stellenwert der deutschen Staatsbürgerrechte hervor, die an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden sind. Eine ununterbrochene Aufenthaltsdauer in Deutschland von mindestens acht Jahren, keine Vorstrafen, ein eigenes Einkommen sowie das Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung und zur Demokratie seien notwendig, um die Einbürgerungsurkunde in Händen halten zu dürfen. „An erster Stelle steht jedoch das Beherrschen der deutschen Sprache, um sich mitteilen und mit anderen verständigen zu können“, betonte OB Kissel.
Für eine gelungene Integration müsse man nicht die eigenen Wurzeln oder seine Religion aufgeben, aber offen sein für die neue Kultur. Das interkulturelle Verständnis und den Respekt füreinander zu pflegen, seien dabei wichtige Aspekte. Am Ende der Feier hörten die Eingebürgerten die deutsche Nationalhymne erstmals als deutsche Staatsbürger, Bürger der Europäischen Union und neue Wormserinnen und Wormser. Eine Bildergalerie von der Einbürgerungsfeier wird in den kommenden Tagen auf der städtischen Homepage (www.worms.de) veröffentlicht.