Sie sind hier: Home » Aus dem Nibelungenland » Bekenntnis zum Flugplatz Worms
15.35 Uhr | 21. Juni 2022
VERKEHR: Erste Maßnahmen für weniger Fluglärm in Bobenheim-Roxheim vereinbart

Bekenntnis zum Flugplatz Worms

Flughafen Worms. Foto: Steffen Heumann

Der Flugplatz in Worms besteht seit 1955. Motorflugzeuge mit einem zulässigen Höchstgewicht bis 10 Tonnen, Hubschrauber, Motorsegler, Segelflugzeuge sowie Ultraleichtflieger haben eine Landeerlaubnis. Den Piloten stehen zwei Landebahnen zur Verfügung: eine 800 Meter lange und 23 Meter breite Asphaltpiste mit zertifizierter Nachtflugbefeuerung, sowie eine 920 Meter lange und 30 Meter breite Grasbahn. Außerdem ist eine Tankstelle vorhanden. (Quelle: Wikipedia) Foto: Steffen Heumann

Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium, der Landesbetrieb Mobilität, die Flugplatz GmbH Worms und die verbandsfreie Gemeinde Bobenheim-Roxheim haben gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die den Flugbetrieb am Flugplatz Worms reduzieren und zugleich den Erhalt des Flugplatzes sichern werden. Mit den vereinbarten Schritten werde eine Lärmreduzierung erreicht, waren sich alle Beteiligten einig. Aus der Gemeinde Bobenheim-Roxheim waren in der Vergangenheit vermehrt Flugbewegungen mit Lärmauswirkungen gemeldet worden.

„Das klare Bekenntnis aller Beteiligten zum Flugplatz sowie die selbstverständliche Zusage, alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten zur Lärmreduzierung zu prüfen und umzusetzen, war Grundlage unserer stets konstruktiven Gespräche und wird auch weiterhin das Fundament einer guten nachbarschaftlichen Beziehung zwischen dem Flugplatz und den Anwohnergemeinden sein“, sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht. „Gemeinsam haben wir viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Situation vor Ort erheblich verbessern werden und den Erhalt des Flugplatzes als wichtigen Standortfaktur in der Region sichern“, erklärte Becht.

Folgende Maßnahmen wurden und werden umgesetzt:

–       Seit 1. Mai 2022 gilt am Flugplatz eine neue Entgeltordnung mit deutlich erhöhten Entgelten, von der sich alle Beteiligten mittelfristig eine erhebliche Reduzierung des Flugbetriebs versprechen.
–       Mit Wirkung zum 22. Juni 2022 werden durch eine auf Antrag der Flugplatz GmbH Worms neu eingeführte Regelung wiederholte Platzrundenflüge an Sonn- und Feiertagen zwischen 13 Uhr und 15 Uhr verboten.
–       Die Fachgruppe Luftverkehr des LBM hat verstärkt Kontrollen zur Einhaltung der Platzrunde vor Ort durchgeführt und dabei Aufklärungsarbeit vor Ort hinsichtlich Platzrundenflügen geleistet. Diese Kontrollen werden fortgeführt.
–       Der Internet-Auftritt des LBM wird erweitert und informiert ausführlich zu Fragen des Fluglärms sowie zu Beschwerdemöglichkeiten.
–       Der Internet-Auftritt der Flugplatz GmbH Worms wurde aktualisiert. Aufgenommen wurden dabei die Kontaktdaten des LBM für etwaige Beschwerden sowie, in Zusammenarbeit mit den am Platz ansässigen Vereinen, Hinweise mit Video-Sequenzen für die Platzrunde und den Direktanflug, welche insbesondere Ortsunkundigen eine Hilfestellung sein sollen.

Die bisher getroffenen Maßnahmen sind das Ergebnis zahlreicher Gespräche, die Verkehrsstaatssekretär Andy Becht moderierend und unter Begleitung von Vertretern der Fachgruppe Luftverkehr des LBM in den letzten Monaten insbesondere mit dem Bürgermeister von Bobenheim­Roxheim, Michael Müller, und dem Geschäftsführer der Flugplatz GmbH Worms, Michael Baumann, geführt hatte. Die Gespräche bildeten die Basis, um die oben beschriebenen Maßnahmen und Instrumente gemeinsam zu entwickeln, die der Reduzierung des Fluglärms sowie der Akzeptanz des Flugplatzes gleichermaßen dienen. Der Erhalt des Flugplatzes Worms ist wichtig für den Freizeitwert der Region (hier sind viele Luftsportvereine ansässig) sowie für die Ausbildung in den nahen gelegenen Flugschulen und den dualen Studiengang „Aviation Management“ der Hochschule Worms.

Runder Tisch Ende Juni

Das Verkehrsministerium begleitet den Prozess vor Ort weiterhin eng und hat für Ende Juni zu einem Runden Tisch eingeladen, um die ergriffenen Maßnahmen den beteiligten Akteuren vorzustellen und gemeinsam zu erörtern. Dabei soll auch die Bürgerinitiative aus Bobenheim-Roxheim eingehend Gelegenheit erhalten, weitere Vorschläge und Ideen aus der Mitte der Gesellschaft einzubringen und sich über den Stand der Maßnahmen zu informieren. So ist beispielsweise die Einrichtung eines Lärmbeirates in der Region vorgesehen, zu dessen Aufbau, Zusammensetzung und Inhalten sich die Beteiligten ebenfalls austauschen werden.

Beitrag teilen Facebook Twitter
Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

3 Kommentare für "Bekenntnis zum Flugplatz Worms"

  1. Sebastian sagt:

    Es ist gut, dass die Maßnahmen so transparent dargestellt werden, denn sie zeigen deutlich, dass man sich nicht für sondern vielmehr gegen die Erhaltung des seit 67 Jahren bestehenden Flugplatzes ausspricht und auf eine Ausdünnung der Gesellschaft baut, die sich dieses Hobby (und oftmals auch Basis für spätere, berufliche Tätigkeit) überhaupt noch leisten können. Eine Landegebühr von annähernd 20 Euro wird jedenfalls nicht dazu beitragen, die Inübunghaltung der Piloten und damit die Flugsicherheit zu fördern.
    Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten am Platz, Bau und Renovierung/Erweiterung von adäquaten Unterstellmöglichkeiten sind ein weiterer Punkt.
    Wann endlich bekennt man sich bei Flugplätzen (insbesondere Verkehrslandeplätzen) dazu, sie zur Verkehrsinfrastruktur zu zählen und damit staatlich zu unterstützen und beispielsweise Landegebühren (wie in anderen Ländern) wegfallen zu lassen?

    Ein Wunsch wäre mir, angesichts der Entwicklung, dass sämtliche Flugplatzgegner, die damit ihr Grundstück auf einfache Weise im Wert steigern wollen und leider auch noch, nachdem sie preiswert(er) in die Randgebiete von Worms bzw. die Wohngegenden der Ortszusammenschlüsse von Bobenheim und Roxheim gezogen sind, von unserer heutigen Politik Gehör bekommen, auf einer „Black List“ geführt werden und beim nächsten Mal, wenn sie für 30 € nach Mallorca fliegen wollen, den 100-fachen Preis bezahlen, da sie die Grundlage für diese Piloten in letzter Konsequenz bekämpfen.

    • Sebastian sagt:

      Ich korriegiere mich – 20,09 € für eine Landung mit einem 700 kg schweren Oldtimer mit flüsterleisen 125 PS Leistung.
      Herzlichen Glückwunsch liebe Politik – so wird die Allgemeine Luftfahrt in Deutschland und Europa, sowie die Flugsicherheit systematisch zerstört.

  2. joerg sagt:

    Ja schön das so expliziet dargestellt wird was die Absicht:. Privates Fliegen verhindern. Das einzig Positive ist, das diese Verhinderungsmethode der privaten Fliegerei über den Preis bevorzugt in Rheinland Pfalz angewandt wird. Auf der östlich3n Rheinseite sind Behörden und Flugplatzbetreiber offensichtlich noch normaler in ihrer Einstellung. Schade nur, das konsequenterweise von dieser Politik auch alle Unternehmen betroffen sind, die gewerblich in der Luftfahrt als Werften oder Flugschulen tätig sind. Sollen die Piloten, die die hiesige Bevölkerung in Urlaub fliegen, doch möglichst irgendwo im Ausland ausgebildet werden, da stört es die Kleingarten Idylle nicht so sehr. Aber vielleicht baut man ja einen Autobahnzubringer in die Nähe, dann wird man sich nach den Zeiten als gelegentlich ein Flugzeug zu hören war. Oder man benutzt endlich die in Frankfurt vorhandene Nord – Süd Piste für Landungen, dann lernt man auch hier wie z.B. Bürger anderer Städte den Fluglärm der Flugtouristen ertragen müssen.