Das 10. Pfeddersheimer Turmblasen lockte am Sonntagabend zahlreiche Gäste auf den idyllischen Platz vor der Simultankirche
Besinnliche Klänge und verführerische Düfte
Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR Beim alljährlichen Turmblasen des „Katholischen Kirchenmusikvereines 1964 Pfeddersheim e.V.“ wird die historische Simultankirche der ehemaligen Freien Reichsstadt im mehrfachen Sinne ihrem Namen gerecht: Nicht nur, dass das Gotteshaus seit Jahrhunderten von der Evangelischen wie der Katholischen Konfession parallel genutzt wurde – am Abend des 3. Adventes bot sie auch in diesem Jahr erneut musikalische Genüsse in echter Stereofonie vom Kirchenturm und dem Platz. Dabei war ihr idyllisches Areal ebenso Auditorium für die Klänge des Ensembles wie auch beliebter gesellschaftlicher Treffpunkt im vorweihnachtlichen Pfeddersheim – und das nicht nur für dessen Bewohner.
Von daher war es Bernd Reidenbach eine Freude, zu dem kleinen Jubiläum der „inzwischen schon traditionellen Veranstaltung“ so viele Gäste begrüßen zu dürfen. Denn, so versicherte der 1. Vorsitzende des Musikvereines, würden die Erlöse der Veranstaltung erneut sozialen Zwecken zu Gute kommen. Und so dienten die „besinnlichen Klänge und verführerischen Düfte von Bratwürsten, Kinderpunsch und Glühwein“ in diesem Jahr zum einen dem Förderverein des Paternusbades ebenso wie der Nachwuchsarbeit im eigenen Verein, so Reichenbach.
So abwechslungsreich wie die zahlreichen zwischenmenschlichen Kontakte an diesem stimmungsvollen Abend waren, so kurzweilig war auch das Programm, das der „Katholische Kirchenmusikverein 1964 Pfeddersheim e.V.“ bot.
Auftakt mit „Mach hoch die Tür“
Den Auftakt machte mit „Mach hoch die Tür“ an diesem Abend ein echter Klassiker, wobei die wohltemperierten Bläserklänge im Strophenwechsel vom Turm bzw. vom großen Orchester vor der Kirche kamen. Zunächst im Wechsel, später dann gemeinsam vom Platz zeigte das große Orchester die ganze Breite seines Repertoires, wobei nicht immer Adventliches im Mittelpunkt stand.
Dabei hatte Dirigent Volker Günther mit seinem Orchester ein Programm zusammengestellt, das weihnachtliche Klänge rund um die Welt stimmungs- und oft schwungvoll intonierte. Mit „Feliz navidad“ oder „Rudolph the red noised reindeer“ ging es kosmopolitisch zu, wobei „Tochter Zion“ eher klassisch und „One moment in time“ ganz zeitgenössisch daherkamen.
Besinnliches hatte auch Diakon Hans-Jürgen Springer mit seiner Weihnachtsgeschichte um die perfekten Geschenke für den geliebten Papa beizusteuern. Obwohl die Kinder im vermeintlich besten Wissen handelten, entwickelte sich der Heilige Abend aber zunächst zu einer wahren Katastrophe – und das nicht nur wegen der ungeliebten Tante Ida. Dass sich die Turbulenzen letztendlich auflösten und die Feier für alle Beteiligten doch ein gelungenes Fest garantierten, gehört wohl zu den vielen Wundern dieses Festes.