Vom Tablet aufs Smartboard: Physikunterricht im Jahre 2015 am Eleonoren-Gymnasium
Besuch mit 16 neuen iPads im Gepäck
Hintere Reihe von links: Dezernent Waldemar Herder, Dr. Perdita Hano und Schulleiterin Rita Lodwig lassen sich Experimente am iPad zeigen.
„Wir sind MINT“, verkündet das Wormser Eleonoren-Gymnasium selbstbewusst auf einem Flyer. MINT steht dabei für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Seit vielen Jahren liegt am Eleonoren-Gymnasium der Schwerpunkt auf der „MINT-Bildung“. Für das Engagement in diesem Bereich wurde die Schule jetzt bereits zum zweiten Mal mit dem Prädikat „MINT-freundliche Schule“ von der bundesweit agierenden Initiative „MINT – Zukunft schaffen“ ausgezeichnet. Dieses Prädikat ist jeweils nur für drei Jahre gültig, dann muss die Schule erneut den Nachweis erbringen, sich besonders stark für die Schüler in den MINT-Fächern zu engagieren. Zehn von vierzehn Kriterien müssen hierfür erfüllt werden. Und in der Tat arbeitet die Schule unermüdlich daran, weitere attraktive Unterrichtsangebote in den MINT-Fächern anbieten zu können, wovon sich Bildungsdezernent Waldemar Herder nun selbst ein Bild machen konnte. Mit 16 neuen iPads im Gepäck stattete der Dezernent dem „Elo“ einen Besuch ab – die von der Stadt angeschafften Tablets sollen künftig vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern zum Einsatz kommen.
Versuche selbst durchführen
Wie das aussehen kann, demonstrierte Dr. Perdita Hano im Physikunterricht der siebten Klasse. Dort führen die Schüler derzeit mit Hilfe der iPads Experimente zum Thema Töne durch. Die Jugendlichen arbeiten selbstständig an den Tablets, erzeugen verschiedene Arten von Tönen und beschreiben dann den jeweils auftretenden Schall. Der Clou dabei: Die Ergebnisse können direkt vom Tablet auf das Smartboard projiziert und damit für die ganze Klasse sichtbar gemacht werden. „Die Schüler können nun viele Versuche selbst durchführen, wohingegen wir früher vornehmlich mit Vorführversuchen gearbeitet haben“, erläutert Dr. Hano einen der vielen Vorteile der Tablets.
Eine Wochenstunde mehr
Ähnlich sieht es auch im Physikunterricht der Jahrgangsstufe 11 aus, wie Physiklehrer Jan Gläser berichtet. Hier geht es nicht mehr nur darum, Versuche, sondern auch möglichst exakte Messungen mit dem Tablet durchzuführen. Jan Gläser testet hierfür ständig geeignete Apps, mit denen er dann im Unterricht arbeitet. Für den iPad-Unterricht stehe in den betreffenden Fächern nun jeweils eine Wochenstunde mehr auf dem Stundenplan, erzählt Schulleiterin Rita Lodwig. Dank der zusätzlichen Stunde könne die Klasse nun auch aufwändigere Experimente durchführen, etwa im Chemie-Unterricht, ergänzt Dr. Hano. Besonders in der achten Klasse, in der Chemie zum ersten Mal als eigenständiges Fach unterrichtet werde, zeige sich, dass die Schüler mit den Tablets weitaus schneller lernten.
Tabletts und Smartboards im Einsatz
Doch damit nicht genug: Neben den 16 Tablets kommen am „Elo“ auch inzwischen 17 interaktive Smartboards zum Einsatz. In jedem Jahrgang der Oberstufe sind die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und inzwischen auch Informatik als Leistungskurs eingerichtet. Darüber hinaus nimmt die Schule regelmäßig an vielen MINT-Wettbewerben wie „Jugend forscht“ oder die internationale „Junior Science Olympiade“ teil. Stolz ist Schulleiterin Rita Lodwig besonders auf die drei Oberstufenschülerinnen Sara-Lina Mielke, Swea Teubel und Lena Eichinger, die an der internationalen Biologie-Olympiade teilgenommen haben und denen der Bildungsdezernent nun gemeinsam mit der Schulleiterin ihre Teilnehmerurkunden überreichte. „Die Arbeitsweise mit den Tablets, die ich hier kennenlernen durfte, macht Lust aufs Lernen und auf das technische Verständnis“, bescheinigt Dezernent Herder, der ab sofort zu den überzeugten Fans des „Elo“-Konzeptes gehört.