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Do., 15. August 2013, 12:37 Uhr
Bezirksvorstand traf sich im neuen „Haus der Generationen“ in Worms
Der Bezirksvorstand machte sich beim Rundgang durch die AWO Einrichtung in Worms ein Bild vom neugestalteten Haus der Generationen.
Der Bezirksvorstand der AWO Rheinland traf sich zur Vorstandssitzung im AWO Altenzentrum Remeyerhof in Worms. Auf der Tagesordnung standen aktuelle Projekte des Verbandes und ein Rundgang durch die Einrichtung, die gerade zum Haus der Generationen umgestaltet wurde.
Bei der Führung durch das Gebäude machte sich der Bezirksvorstand zunächst ein Bild des neuen Hauses der Genertionen. Guido Gerdon, Leiter des Remeyerhofs, führte den Vorstand durch die Einrichtung, die vor kurzem um eine Kindertagesstätte erweitert wurde. „In den Jahren 1972 bis 1974 entstand unser Altenzentrum“, erklärte Gerdon beim Rundgang, „zunächst überwiegend als Altenwohnheim mit kleiner angeschlossener Pflegeeinheit konzipiert, wandelte sich die Konzeption wegen des geänderten Bedarfes ab Mitte der 90iger Jahre in Richtung Pflegeheim. In den Jahren 2009 bis 2013 wurde unser Haus umfassend saniert und der mittlere Teil, das neue Hochhaus, komplett neu erstellt. Heute ist unsere Einrichtung mit 187 Pflegeplätzen für alle Pflegestufen vorbereitet. Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze und eine geplante Tagespflege runden das Angebot ab. Gemeinsam mit der Stadt Worms werden wir nun eine Kindertagesstätte mit drei Gruppen in den westlichen Teil des Gebäudekomplexes integrieren und somit als einer der ganz wenigen Anbieter in Rheinland-Pfalz, ein Haus der Generationen etablieren. Im Haus der Generationen verfolgen wir zudem ein besonderes Konzept, denn: Unsere Gebäude beherbergen neben dem Altenheim auch eine Kindertagesstätte. Ob das zusammenpasst? Wir erfahren täglich: Ja! Der Lebensrhythmus von Jung und Alt ist nahezu identisch, so dass die Begegnungen nicht durch Ruhestörung oder nervenaufreibende Auseinandersetzung gekennzeichnet sind. Im Gegenteil: Mit ihrer Unbekümmertheit, Neugier und Lebensfreude erfreuen die Jungen und Mädchen die Bewohner des Altenheims und sorgen für den buchstäblichen „frischen Wind“. Und die „Alten“ geben den Kindern Erklärungen, wenn sie etwas nicht verstehen, erzählen von früher oder bewundern geduldig die neuesten Bastelwerke.“ Am 23. August wird das Haus der Generationen feierlich eröffnet.
Horst gibt Einblick in Verbandsarbeit
Klaus Gewehr, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes, führte weiter durch die Zusammenkunft. Timo Horst, Vorsitzender des Kreisverbandes Worms, gab einen Einblick in die Arbeit seines 800 Mitglieder zählenden Verbandes. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist zum Beispiel der „Mobile Soziale Dienst“, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen zu helfen, die durch Krankheit oder Behinderung unsere Unterstützung benötigen. Wenn zum Beispiel in einer Familie mit Kind ein Elternteil plötzlich erkrankt und ausfällt, muss schnell eine verlässliche Lösung für Kind und Haushalt gefunden werden. Die „Hilfe nach Maß“ für psychisch erkrankte Menschen bietet der Kreisverband eine individuelle pädagogische und lebenspraktische Begleitung. Er betreut und unterstützt sie in ihrem eigenen Haushalt.
Mit den Dienstleistungen sollen die gesellschaftliche Teilhabe dieser Menschen erhalten und Heimaufnahmen vermeiden werden. Bei der „Therapie für Lese-, Rechen- und Rechtschreibschwäche“ erhalten Kinder und Jugendliche Einzel- und Kleingruppentherapien. Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben werden systematisch in kleinsten Lernschritten durch ein auditives und visuelles Training angegangen. Darüber hinaus betreibt die AWO in Worms die Kindertagesstätte AWOlino. Die städtische Einrichtung mit der AWO als Träger hat einen großen Anteil ausländischer Kinder und Kindern von Alleinerziehenden. Sie umfaßt eine Kindergartengruppe und vier Hortgruppen.
Wieviele Kinder und Jugendliche die AWO Rheinland im Jahr erreicht, ergab eine ausführliche Befragung innerhalb des Verbandes. Allein für das Jahr 2012 zählten die Beteiligten 20.000 junge Menschen innerhalb der unterschiedlichen Angebote und Aktionen, wie Ganztagsbetreuung in der Kindertagesstätte, wöchentliche Gruppenstunde, Teilnahme an Festen und Feiern, Praktika innerhalb der Einrichtungen, Bildungsprojekte, Stadtranderholungen, Ferienbetreuungen oder Jugendreisen. Die Projektgruppe „Kinder und Jugendliche nach vorn in der AWO“ zeigte sich von dem Umfrageergebnis ermutigt und möchte weiterhin daran arbeiten, jungen Menschen attraktive Angebote zu machen.
Bewegung wichtig als Ausgleich
Dass Sport nicht nur gut für Körper und Seele ist, sondern die Bewegung auch einen wichtigen Ausgleich zur Arbeit schafft, berichtete AWO Rheinland-Geschäftsführer Winfried Bauer in Zusammenhang mit dem Projekt „GinA“ (Gesundheitsförderung in der AWO). In den vier Piloteinrichtungen in Mayen, Diez, Koblenz und Bendorf laufe das Programm gut an. Es richtet sich an alle Mitarbeiter, Bewohner und Führungskräfte des Verbandes, die ihre Gesundheit verbessern und sich eine gesundheitsbewusstere Lebensführung aneignen wollen. Das Projekt ruht dabei auf drei Säulen: Bewegung, Entspannung und Ernährung. Als kompetente Kooperationspartner hat die AWO Rheinland mit der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, dem BSV (Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz e.V.) und dem TVM (Turnverband Mittelrhein e.V.) mit im Boot. Dabei setzt die AWO ausschließlich auf eigene Mitarbeiter als Übungsleiter, die von TVM und BSV ausgebildet werden. „So wird ein nachhaltiges System der Gesundheitförderung aufgebaut“, so Bauer. Die Nachhaltigkeit sichert zudem der eigens gegründete Verein „AWO aktiv“, der sich um dauerhafte Sportangebote, Aus- und Fortbildung und Beratung der Mitglieder und Beratung für Heimbewohner und Angehörige über altersbedingte Mobilitätseinschränkungen und Vorsorgemaßnahmen kümmert.
Christiane Heinrich-Lotz leitet Hilfsprojekt „Nachbar in Not“
Neue Vorsitzende des Hilfsprojekts „Nachbar in Not“ ist Christiane Heinrich-Lotz. Das Förderprogramm für Familien in Notsituationen läuft seit neun Jahren. Mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro hat die Organisation bereits 6000 Familien vor allem zur Weihnachtszeit unter anderem mit Kleidung, Lebensmitteln oder Möblen unterstützen können.
Eine besondere Hilfsaktion für Kinder aus Grimma hat die AWO Rheinland gemeinsam mit der Initiative „Fluthilfe“ aus Neuwied starten können. Geboren wurde die Idee innerhalb eines Freundeskreises um AWO-Kita-Leiterin Petra Louis, um den Familien aus den Hochwassergebieten in Sachsen zu helfen. Dabei hatten 46 Kinder aus der Katastrophenregion Gelegenheit, zwei Wochen lang beim „Inhousecamping“ und zahlreichen Freizeitaktivitäten in der Neuwieder AWO-Kita „Ferien von der Flut“ zu machen. Schirmherr ist Innenminister Roger Lewentz. Die Aktion erregte einige Aufmerksamkeit in den Medien und viele Menschen beteiligten sich an den Spendenaufrufen.