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Do., 21. November 2013, 18:01 Uhr
In einem Positionspapier fordert die Bürgerinitiative eine freie Blickachse zum Südportal und schlägt zwei andere Varianten vor
BI lehnt auch neuen Entwurf für „Haus am Dom” ab
Die Bürgerinitiative schlägt zwei alternative Standort für das „Haus am Dom” vor. Sie sind hier rot umrandet eingezeichnet.
Von Gernot Kirch Die Bürgerinitiative (BI) „Kein Haus am Dom” hat sich in einem Positionspapier am Donnerstag gegenüber dem NK auch gegen den neuen Entwurf der Domgemeinde für eine Bebauung am Südportal ausgesprochen. In dem Papier schreibt die BI, dass das neue Gebäude auf den ersten Blick kleiner und gefälliger wirke, es aber ebenso den Blick auf den Westteil des Doms beeinträchtige wie der alte Entwurf. Bedingt werde dies durch das sehr hohe Satteldach, dessen Firsthöhe die Höhe des Flachdachs des alten Siegerentwurfs noch übersteige. Weiter schreibt die BI, es sei bisher noch keine Ansicht des neuen Entwurfs aus Sicht eines Fußgängers, der an der Andreasstraße oder am kleinen Dommodell steht, präsentiert worden. Somit sei ein mögliche die Sichtbehinderung auf den Westteil des Doms und die Nikolauskapelle für die meisten Bürger nicht vorstellbar.
Daher fordert die BI, dass umgehend eine Ansicht veröffentlicht wird, die den neuen Entwurf aus der Perspektive von der Andreasstraße aus zeigt. Die BI stellt in ihrer Publikation die Frage an die Domgemeinde, warum auf diese Forderung der BI nicht eingegangen wird. Die BI stellt gar die provokante Frage: „Fürchtet man den Protest der Bevölkerung?”
Alternative Standorte
Die Erhaltung des „freien Blicks auf die Südfassade des Doms“ sei das eindeutige Mandat von mehr als 15 000 dokumentierten Unterstützern, so die BI. Sie respektiere den Wunsch der beiden Kirchengemeinden nach einem adäquaten Gemeindehaus. Auf den vorgesehenen Standort sollte aber verzichtet werden, alternative Standorte müssten ernsthaft geprüft werden. Außer dem von der BI empfohlenen Umbau des Lioba-Hauses wäre durchaus auch an einem anderen Standort ein Neubau möglich, wenn man es wollte. So bietetsich der südlicheTeil des Kreuzgangbereiches zur Bebauung an. Noch vor 200 Jahren habe hier ein Stiftgebäude mit Kreuzgang gestanden. Hier könnte der Neubau, beginnend hinter dem sogenannten Dom-Kiosk und parallel zu den „Domhäuser“ ,Andreasstraße 8-12, auf der hintersten Freifläche des Kindergartens errichtet werden. Das Flachdach des Domkiosks könnte als Aussichtsterrasse des von uns vorgeschlagenen Gemeindehauses dienen.
25 Meter vom Dom entfernt
Das neue Gemeindehaus wäre nur etwa 25 Meter vom Dom entfernt und somit direkt im Blickfeld der Dombesucher. Über einen zu errichtenden Laubengang kann diese Strecke dorthin trockenen Fußes erreicht werden und ein Laubengang, beginnend an der Tür hinter der Nikolauskapelle, würde zugleich eine Kreuzgangbegrenzung im Osten darstellen.
Dieser Standort bietet nach Auffassung der BI folgende Vorteile: Die Errichtung des Gemeindehauses könnte ohne massiven Bürgerprotest geschehen, der freie Blick auf den Dom bliebe erhalten und die Nähe des Gemeindehauses zum Dom wäre gegeben. Die Einbeziehung des Domkiosks durch vorderseitige Öffnung für die gewünschte Nutzung mit Laden und Cafe mit Aussichtsterasse wäre geben. Ein wichtiger Aspekt für die BI wäre bei diesem Konzept die Kostenneutralität gegenüber dem Standort direkt am Dom.
Gegenüber dem NK betonte Dr. Christine Grünewald, dass es ihr ein großes Anliegen sei, die Bürger möglichst umfassend zu informieren, sodass sich jeder ein weitestgehend objektives Bild machen könne. Und dies könne durch die Projektionen aus dem Blickwinkel von der Andreasstraße aus oder gar durch Bauattrappe geschehen.
Am Samstag dem 23. November hat die BI zwischen 11 und 13 Uhr einen Info-Stand an der Ecke KW/Rathenaustraße aufbaut und möchte mit den Bürgern über das Vorhaben diskutieren