AUS DEM STADTRAT: SPD-Antrag macht Weg frei für „Dritten Ort“ im Haus zur Münze / Wertschätzung für bisherigen Angebot der Stadtbibliothek
„Bietet zwar Platz, aber noch nicht die idealen Flächen“
Haus zur Münze. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | Im Stadtrat stellte die SPD-Fraktion den Antrag, dass das Haus zur Münze in Kombination mit der Stadtbibliothek zu einem „Dritten Ort“ umgebaut und modernisiert wird. Zur Finanzierung der Maßnahme sollen Zuschüsse von Land und Bund beantragt werden. Der NK berichtete über das Vorhaben, in der Mitte der Stadt einen Anlaufpunkt mit hoher Aufenthaltsdauer in Wohlfühlatmosphäre für alle Generationen zu etablieren.
Dr. Jörg Koch, CDU, hob hervor, dass die Stadtbibliothek bereits jetzt durch ihr vielfältiges Angebot über die reine Buchausleihe hinaus die Anforderungen an einen „Dritten Raum“ erfülle. Ob Literaturfrühstück oder Spieleabende, die Einrichtung biete für kleines Geld auch kleinen Gruppen einen Rückzugsort, würdigte Koch das Engagement der Akteure.
Grüne halten an Alternative fest
„Wir vertun eine Chance“, intervenierte Richard Grünewald, Bündnis 90/Die Grünen. Aufgrund von Brandschutzmängeln und der geringen Zahl an Räumlichkeiten biete das Kaufhof-Gebäude eine breitere Vielfalt für eine innerstädtische Belebung. Peter Englert, FWG/Bürgerforum, zeigte sich erfreut über die Diskussion, betonte aber, dass man sich im Vorfeld klar werden müsse, welche konkreten Angebote geschaffen werden sollen und welche Maßnahmen hierfür zu treffen sind. Marion Hartmann, CDU, lobte ebenfalls die tolle Arbeit des Büchereiteams, die auch in Kooperationen mit Schulen und Kitas zum Tragen komme.
Die positive Entwicklung der Bücherei stehe in der Debatte außer Frage, betonte Timo Horst, SPD. Die Bibliothek werde sich dem Wandel der Zeit anpassen und moderner und habe ein enormes Potential. Das Kaufhof-Gebäude sei als Mietobjekt auch aus Kostengründen keine Alternative. Statt Geld in ein Privatobjekt zu stecken, sei es sinnvoller, ein städtisches Gebäude mit Zuschüssen zu sanieren, betonte Horst.
Aufwertung der Wormser Mitte
„Eine Fortsetzung dessen, was der Stadtrat schon lange beschlossen hat“, kommentierte Uwe Gros, SPD. Demnach soll der Marktplatz durch einen „Dritten Ort“ eine weitere Aufwertung erfahren und sich auch als Begegnungsstätte etablieren. Dr. Klaus Karlin, CDU, erklärte mit Blick auf das Projekt, dass das gemäß „Worms-Plan“ die richtige Entscheidung sei. Man dürfe sich nur nach einer Decke strecken, die man auch erreichen könne. Die Kaufhof-Immobilie sei da eher Wunschdenken.
Angebot an Bedürfnissen ausrichten
Ludger Sauerborn, AfD, bestätigte, dass die Bibliothek trotz funktionaler Nutzung gegenwärtig trotzdem bereits eine hohe Aufenthaltsqualität besitze. Dass es weniger Bücher im klassischen Sinn geben soll, bedauerte Sauerborn. „Es kann nicht genug Bücher geben!“ Aus einer Stellungnahme der Verwaltung zitierte Oberbürgermeister Adolf Kessel, dass die Bücherei den Weg von der reinen Buchausleihe hin zu einem lebendigen Aufenthaltsraum beschreiten soll. An den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sollen digitale und medienpädagogische Angebote ausgebaut werden. Workshops und Gruppenarbeitsräume, ein außerschulischer Lernort, auch ein Gaming-Bereich ist vorgesehen, formulierte Kessel die Ziele. „Das Haus zur Münze bietet zwar Platz, aber noch nicht die idealen Flächen“, nahm OB Kessel Bezug auf den Ist-Zustand. „Mittel sind schon in den Haushalt eingestellt, wir reden mit der Verwaltung und holen uns auch Anregungen“, richtete Timo Horst, SPD, den Blick bereits in die Zukunft für einen „Dritten Ort“ im Haus zur Münze. Unterstützung gab es hierfür durch den Stadtrat bei mit 35 Ja-Stimmen, 8 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen.