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  • Mo., 09. Mai 2022, 14:22 Uhr
    PFRIMMTAL REALSCHULE PLUS: Ministerin Hubig informiert sich über innovatives und kompetenzorientiertes Lernen / Neubau nach den Herbstferien bezugsfertig

    Bildung im Cluster neu gedacht

    Ministerin Stefanie Hubig (Bildmitte) folgte gespannt den Ausführungen beim Rundgang durch den Neubau sowohl zu räumlichen als auch inhaltlichen Konzepten. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN | Mit „Freude schöner Götterfunken“ hieß der Chor der Klasse 7b Bildungsministerin Stefanie Hubig in der Pfrimmtal Realschule plus am Montag musikalisch willkommen. Und Grund zur Freude hatten alle Projektbeteiligten. Übrigens nicht die erste Stippvisite der Ministerin an der Realschule, die sich bei einem Rundgang durch den Neubau über die Schule der Zukunft in der Wormser Bildungslandschaft informierte. Die ist nach den Herbstferien bezugsfertig und soll als Cluster-Schule neue Maßstäbe in der Bildungslandschaft setzen.

    Wunderbar aufgehoben - innovative Kooperation

    Was die planerische Umsetzung betreffe, fühle man sich in den Händen der Stadt wunderbar aufgehoben, konstatierte Schulleiterin Simone Gnädig mit Blick auf das Großprojekt. Waldemar Herder als Bildungsdezernent wertete das Vorhaben als Beweis einer innovativen Kooperation bei der Gestaltung einer modernen Schullandschaft. Generell sei die Schulform der Realschule plus zunächst kritisch beäugt worden. Allerdings sei es gelungen, den Bildungsgedanken neu zu erfinden und die Dinge weiter zu entwickeln. Parallel zur Sanierung der anderen Wormser Realschulen, entstehe am Standort in Hochheim die Schule der Zukunft.

    Alles andere als Standard

    Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst betonte, dass man nicht immer das Glück habe, eine Schule neu bauen zu dürfen. „Das Gebäude macht als dritter Pädagoge einen wesentlichen Teil guter Bildung aus“, so Horst. Der Neubau erfülle die variablen Anforderungen für einen Lernort mit moderner Mediennutzung. „Keinesfalls eine Standardisierung“, wie Timo Horst betonte, sondern ein Prozess, der gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern gestartet wurde. Großes Interesse zeigte Ministerin Hubig (SPD) an der Umsetzung von Räumen und Inhalten, der künftigen Cluster-Schule, deren Realisierung mit rund 8 Millionen Euro durch das Land gefördert wurde. Insgesamt werden für die Maßnahme rund 14,5 Millionen Euro an Kosten veranschlagt.

    Nimmt außen wie innen immer mehr Konturen an: der Schulneubau der Pfrimmtal Realschule plus in Worms. Foto: Steffen Heumann


    Cluster fördert individuelles Lernen

    Gestartet wurde mit der „Phase 0“, die Schulentwicklungsplanung sozusagen von Anfang an gedacht. Jedes Stockwerk der Schule bildet dabei seinen eigenen Cluster. „Eine Schule im Kleinen, ein abgeschlossenes System, das inidividuelles Lernen ermöglicht“, fügte Simone Gnädig an. Inklusive Sanitäreinrichtungen und Aufenthaltsbereich, ohne Normgrößen, sondern differenzierten Klassenbereichen. „Hier findet kein 8-Stunden-Frontal-Bildungsunterreicht statt“, wie Dezernent Timo Horst weiter erläuterte. Ziel sei ein handlungsorientierter Unterricht, der auch die Sinne anspreche. Jedes Cluster verfüge auch über ein eigenes Stützpunktarbeitszimmer für die Pädagogen. Entscheidend sei auch der Faktor Zeit, merkte die Schulleiterin an. „Die wird benötigt, um entsprechende pädagogische Konzepte zu erarbeiten“. Das beinhalte auch das Hospitieren an anderen Schulen, wo die Cluster-Schule bereits Realität sei.

    „Ebenen-, statt Raumdenken“

    „Drei Ebenen, drei Cluster“, fasste Karsten Bohmann vom Bereich 8 der Stadt zusammen. Ganz oben sollen sich die Klassenstufen 9 und 10 heimisch fühlen. In der Mitte die Klassen 7. und 8., unten die Schüler der Klassen 5 und 6.  „Ebenen-, statt Raumdenken, sozusagen ein Marktplatz für das Lernen aber auch für Pausen“, verdeutlichte der Architekt und Projektleiter. Brandschutz und Barrierefreiheit hinsichtlich des inklusiven Gedankens seien für jedes Cluster berücksichtigt. „Sehr gut angelegtes Geld“, resümierte Bildungsministerin Hubig auch bei der in Augenscheinnahme der künftigen Fachbereiche sowie der Aula, ein Herzstück des neuen Bildungskomplexes, wo auch Veranstaltungen wie Theateraufführungen stattfinden können.  

    Für Anforderungen der Zukunft gerüstet

    Für 460 Schüler ist die Pfrimmtal Realschule plus konzipiert. Dass die Schülerzahlen steigen, sei auch mit Blick auf die demographische Entwicklung nicht auszuschließen. Landtagsabgeordneter Jens Guth wies darauf hin, dass perspektivisch Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden seien. Stadtplaner Karsten Bohmann klärte auf, dass diese Option sowohl auf dem Gelände als auch im Gebäude selbst flexibel umgesetzt werden könne. „Jede Jahrgangsstufe könnte um jeweils eine Klasse aufgestockt werden“, so Schulleiterin Simone Gnädig mit Hinweis auf bisherige Planungen. Neben möglichen Anforderungen an die Zukunft, werden auch die Schüler aktiv in das Tagesgeschehen an der Schule eingebunden. Eine Schülerfirma für den Kioskbetrieb ist in Gründung. Herzlich willkommen sind dann auch die Schüler, die bislang den Realschulzweig in Pfeddersheim besuchen. Die dann leerstehenden Räume sollen in ein Familienzentrum umgewidmet werden, wie Jens Guth (SPD) erklärte. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen an den Wormser Realschulen sowie dem Einzug der Pfrimmtal Realschule plus im Herbst in die neuen Räumlichkeiten sieht Guth zwar noch nicht das Ende der Fahnenstange von Investitionen in Wormser Bildungseinrichtungen. „Aber wir sind auf einem guten Weg“, stellte Jens Guth am Ende der Begehung fest. Gemeinsames Ziel sei es, dass die Schulen wieder zu Leuchttürmen in der Stadt werden.

    Weitere Infos zum Thema unter www.pfrimmtalschule.de

    INFO: Schüler, Eltern und Interessierte haben am 9. Juli beim Sommerfest der Pfrimmtal Realschule plus Gelegenheit, die Räume des Neubaues bei einer Führung zu begehen.

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