Das MuT Projekt zieht nach dreieinhalb Jahren erfolgreiche Bilanz
Bildungschancen durch Mentoring verbessern
von links: Christoph Feick (Projektmitarbeiter von ARBEIT & LEBEN), Serap Yilmaz (Mitarbeiterin des Jugendmigrationsdienstes), Heike Schreiber-Wolsiffer (Mentorin), Margarete Naegele (Mentorin).
Nach dreieinhalb Jahres ist das Projekt „MuT – Mentorinnen unterstützen weibliche Teenager beim Einstieg in das Berufsleben“ bei ARBEIT & LEBEN gGmbH beendet. Aufgrund der positiven Ergebnisse wird der Projektansatz aber unter einem neuen Dach fortgeführt.
Eine erfolgreiche Schulkarriere, ein interessantes Praktikum oder ein zukunftsfähiger, passender Ausbildungsberuf – wichtige Stationen im Leben, aber schwierig zu erreichen; vor allem wenn man noch nicht lange in Deutschland ist oder die vielen Möglichkeiten kaum kennt.
Um junge Migrantinnen auf diesem Weg zu begleiten, haben seit 2011 insgesamt 22 Frauen Mädchen im Alter von 14 bis 22 Jahren (Mentees) individuell als ehrenamtliche Mentorinnen unterstützt. Dabei entdeckten die Mädchen im Tandem mit „ihrer“ Mentorin nicht nur ihre Stärken und Interessen, schrieben Bewerbungen oder übten Deutsch, sondern auch das Elternhaus wurde bestmöglich eingebunden und über die Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: fast die Hälfte der 28 begleiteten Mentees hat einen höheren Schulabschluss erreicht, als ursprünglich „geplant“. Fünf Mädchen konnten mit Unterstützung ihrer Mentorin während der Projektlaufzeit in eine Ausbildung vermittelt werden. „Wäre das Projekt nicht, wüsste ich immer noch nicht, was ich werden will. MuT hat Spaß gemacht“, so eine Mentee.
Das Besondere an dieser Form der Unterstützung liegt darin, dass berufserfahrene Mentorinnen als Vorbilder Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben und die Mädchen als vertraute Ansprechperson außerhalb des Elternhauses kontinuierlich begleiten. Die engagierten Frauen kommen dabei aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern, vertreten sind bspw. Selbstständige, Lehrerinnen, Multi-Jobber oder Verwaltungsmitarbeiterinnen. Manche Mentorinnen teilen auch die Migrationserfahrung der Mentees und schöpfen hieraus ihre Motivation. „Ich habe selbst einen Migrationshintergrund und weiß, wie schwer es sein kann in einem fremden Land klar zukommen. Deshalb ist es mein Wunsch und Traum etwas für die Integration zu tun und zu helfen“, erklärte eine Mentorin aus Pakistan.
Um die Mentorinnen bestmöglich bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen, hat ARBEIT & LEBEN gGmbH die Tandems mit Gesprächen, Informationen und speziellen Schulungen, bspw. zu den Themen „interkulturelle Kompetenz“ oder „Berufsorientierung“, begleitet.
Als Projekt wurde MuT 2012 mit dem Weiterbildungspreis des Landes RLP und mit dem dritten Platz der „Initiative für Integration“ ausgezeichnet.
ARBEIT & LEBEN gGmbH bedankt sich bei allen Kooperationspartnern, Unterstützer/innen und vor allem den engagierten Mentorinnen. Besonderer Dank gilt auch den beiden städtischen Integrationsbeauftragten, Frau Müller und Frau Gransche, die das Projekt von Beginn an tatkräftig unterstützt haben. Gefördert wurde das Projekt vom rheinland-pfälzischen Integrationsministerium (MIFKJF), dem Bildungsministerium (MBWWK) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Aus MuT wird MUMM – Mentoring für junge Migranten geht weiter
Da sich das Projekt zur Unterstützung junger Migrantinnen bewährt hat, wurde der Mentoring-Ansatz Mitte 2014 an den Internationalen Bund (IB) übertragen, der die Begleitung in das Angebot des Jugendmigrationsdienstes integriert. Unter dem Namen „MUMM – Mentoren unterstützen Migrantinnen und Migranten“ können nun nicht nur Mädchen, sondern auch Jungs von der unbürokratischen Begleitung durch eine berufserfahrene Person profitieren.
Zur Aufrechterhaltung des Angebots werden immer wieder Ehrenamtliche gesucht, die als Mentoren oder Mentorinnen ihre Erfahrungen weitergeben und Jugendliche auf ihrem Weg in das Berufsleben unterstützen möchten. Interessentenkönnen sich bei der Ansprechpartnerin des Jugendmigrati- onsdienstes melden: Serap Yilmaz, Mail: Serap.Yilmaz@internationaler-bund.de, Rheinstraße 1, 67547 Worms, Telefon: 06241/9474816.