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  • Di., 12. April 2022, 08:52 Uhr
    Kerschensteiner Grundschule: Spendenlauf zugunsten des Fördervereins und für Kinder in Not in Kriegsgebieten

    Bis nach Helsinki für den Frieden

    Beeindruckend, wie die Schüler selbst nach zwei Stunden Ausdauerlauf noch mit Freude verkündeten, welche Rundenzahl sie unbedingt noch erreichen wollen.


    Man staunte gewiss nicht schlecht, als man am Mittwochvormittag seine gewohnte Runde mit dem Hund um den Eisbach lief oder an diesem mit dem Fahrrad entlangfuhr und warten musste, bis man wieder seines Weges gehen konnte. Denn es rannten einem eine Vielzahl von Kindern entgegen - noch dazu voll mit lustigen bunten Stempeln auf den Armen und mitten im Gesicht, die man für jede erlaufene Runde um den Eisbach erhalten hat.

    Die über 250 Schüler strahlten und mit ihnen die Sonne, wodurch beste Bedingungen herrschten für den lange geplanten Spendenlauf der Kerschensteiner Grundschule in Worms-Horchheim. Zum Startschuss versammelten sich alle, von helfenden Eltern über Mitglieder des Fördervereins bis hin zur Rektorin Dorothea Probst, die den Lauf eröffnete und die Kinder nicht nur kräftig anfeuerte, sondern auch selbst ein Stück mitrannte. Die Motivation der Schüler zeigte sich an den Zielen, die sie sich steckten und teilweise während des Laufes noch erhöhten.

    Stärken konnten sie sich dabei an einem Stand, an dem Bananen zur Verfügung gestellt wurden. Diese finanzierte der Förderverein der Kerschensteiner Grundschule. Mit jedem Zieleinlauf und damit jeder Runde mehr auf dem Gesamtkonto stieg auch das Geld an, denn letztendlich lief jeder einen Betrag ein, der entweder von Freunden und Familie vorher pauschal festgelegt oder am Ende pro gelaufener Runde gezahlt wurde.

    Dass es sich hierbei um eine beträchtliche Summe handelt, zeigen alleine die erlaufenen 1961 Runden. Beeindruckend, da allein in einer Runde etwa 800 Meter zu absolvieren und Abkürzungen durch viele Streckenposten um den Bach herum nicht möglich waren. Das Geld werde zum einenTeil der  Förderverein der Grundschule erhalten und der andere Teil des Geldes sei für Kinder in Not in Kriegsgebieten bestimmt, so die Konrektorin Silke Müller.

    Aber was hat das alles nun mit Helsinki zu tun? Rechnet man die Gesamtzahl der erlaufenen Meter zusammen und zeichnet einen Kreis mit dieser Strecke als Radius ausgehend von der Kerschensteiner Grundschule, so geht dieser fast genau durch die Hauptstadt Finnlands. Folgt man diesem imaginären Kreis, so gelangt man im Osten Europas ziemlich genau vor die Tore Kiews. Schicksalhaft und weltumspannend zugleich. Die Kerschensteiner Grundschule hat mit ihrer Aktion mal wieder ihr Schulmotto „Miteinander in Bewegung“ wahrhaft gelebt. Ein starkes Zeichen, dass dieses Miteinander über die Schulgemeinschaft hinausgeht und alle notleidenden Kinder in den Blick nimmt. Die Spaziergänger und Fahrradfahrer sahen also nicht nur eine Vielzahl von Kindern, die ihnen entgegenrannten und womöglich den Weg blockierten. Sie sahen, wie man auch im Kleinen Schritt für Schritt dem Frieden näherkommen kann. Und dafür lohnt es sich allemal zu warten.

     

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