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  • Sa., 24. Juni 2023, 08:26 Uhr
    SÜDUMGEHUNG WORMS: Bauende der B 47neu erst im Sommer 2028

    Bittere Pille für Lutherstadt

    Der Kreisel 5 Klosterstraße Nord und Straßenbrücke (Bauwerk 7) im Juni des aktuellen Jahres. Foto: Patrick Jung/LBM Worms


    Die Fertigstellung der Südumgehung Worms (B 47neu) wird sich von 2024 auf den Sommer 2028 verschieben. Dies teilten Vertreter des Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms in der öffentlichen Sitzung des Bau- und Mobilitätsausschusses im Rathaus der Stadt Worms am Donnerstag mit. Stadtentwicklungsdezernent Tim Horst wertete die B 47neu, welche die Innenstadt von Verkehr entlasten soll, als eine wichtige Trasse im Mobilitätskonzept. Auch für die weitere Verkehrsplanung der Stadt Worms äußerte er entsprechend sein Bedauern über die bittere Pille.

    „Es ist ein Bundesvorhaben, dass der Bund finanziert“, informierte Bernhard Knoop, seines Zeichens Leiter des LBM, zum Auftakt seines Vortrages – sowohl in Anbetracht der ursprünglichen wie auch der aktuellen Investitions- beziehungsweise Baukosten.

    2016 geplante Bauzeit: sechs Jahre

    Im August 2016 wurde im Auftrag des LBM Worms mit dem Neubau der vierstreifigen, insgesamt 2,4 Kilometer langen Südumgehung begonnen. Die geschätzten Gesamtkosten für Grunderwerb (6,7 Millionen Euro) und Baukosten (29,7 Millionen Euro) lagen seinerzeit bei insgesamt rund 36,4 Millionen Euro (Stand: August 2016). Geplant war auf Grundlage von Erfahrungswerten eine Bauzeit von rund sechs Jahren.

    Dritter Bauabschnitt fordert LBM heraus

    Der erste und zweite Bauabschnitt zwischen der Anschlussstelle K 17 Kolpingstraße bis zur Anschlussstelle Horchheimer Straße konnte im Mai 2020 für den Verkehr frei gegeben werden. Seitdem laufen die Vorbereitungen für den derzeit im Bau befindlichen Straßen-, Tief- und Ingenieurbau im dritten Bauabschnitt „Klosterstraße“.

    Neben Kreisverkehren und Straßenbauarbeiten werden aktuell Lärmschutzwände und eine Stützwand (Höhe Klosterstraße Nr. 80) hergestellt. Der dritte Bauabschnitt zwischen der Weinsheimer Straße und dem Bauende an der L 523 im Süden von Worms soll jetzt bis 2028 fertig gestellt sein. Ab 2024 werden die Rad- und Fußgängerunterführung „Klosterstraße“, die Verrohrung des Maria-Münster Baches und die Straßenbrücke B 47neu über die ehemalige Klosterstraße in die bauliche Vorbereitung und Umsetzung gehen. Erst danach kann ab 2026 der Straßendamm und der Straßen- und Tiefbau mit Straßenausstattung der B 47neu abgeschlossen werden.

    Komplexe Arbeiten und Fachkräftemangel

    „Die verlängerte Bauzeit hat mehrere Gründe“, so Knoop. Zum einen haben Voruntersuchungen, Kampfmittelräumarbeiten und die Entsorgung von Altlasten deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als vorgesehen. Zum anderen ist das Bauen im städtischen Bereich wegen der Verlegung von Leitungen (Gashochdruckleitungen, Strom, Telekommunikation, …) und der komplexen Verkehrsführungen zur baulichen Umsetzung unter Verkehr sehr zeitintensiv.

    Der dritte Bauabschnitt ist wegen seiner Ingenieurbauwerke der technisch anspruchsvollste Teil der Südumgehung. Voruntersuchungen, Bauvorbereitung und Ausführungsplanung der insgesamt elf Ingenieurbauwerke, wie Lärmschutzwände, Fuß- und Radwegunterführung Klosterstraße und Teilverrohrung des Maria-Münster-Baches haben für Planung und Vorbereitung der öffentlichen Ausschreibungen mehr Zeit, als ursprünglich veranschlagt, in Anspruch genommen. „In den letzten Jahren wirken sich trotz ausreichender freier Stellen beim LBM Worms auch der Mangel an Fachkräften bei allen Projektbeteiligten auf die Bearbeitungszeit aus“, berichtete Knoop.

    Kosten für Bund von 63,6 Millionen

    Die ursprünglich geschätzten Baukosten einschließlich Grunderwerb lagen im Jahr 2016 bei 36,4 Millionen Euro. Die Kosten erhöhen sich heute auf insgesamt rund 63,6 Millionen Euro.
    Gründe sind neben der allgemeinen Baupreissteigerung um plus 25 Prozent von 2016 bis 2023, die bau- und verkehrstechnisch umfangreichen Verkehrsführungen für die Umsetzung der drei Bauabschnitte.

    Allein die Untersuchungen und das Entsorgungskonzept einer Altlast im Trassenbereich führten zu einem Mehraufwand von rund 6,5 Millionen Euro. Weitere Kostensteigerungen zeigten sich bei den Bepflanzungen auf Grundlage der landespflegerischen Begleitplanung, sowie umfangreiche Verlegungen von Leitungen.

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