Gleis 7 des Caritasverbandes: Ausstellung mit Werken von Ruth Bauermann ist noch bis zum 20. März zu sehen
Blau und nicht nur blau
Nicht nur Bilder in unterschiedlichen Blautönen empfangen Besucherinnen und Besucher dieser aktuellen Ausstellung im Gleis 7, Renzstraße 3, Hellere Farben oder sparsam gesetzte weiße Linien leuchten aus der Tiefe.
Gleich zu Beginn der Ausstellung warten Arbeiten in bemerkenswerten Dimensionen. Und dabei ist nicht nur die Größe der Werke gemeint, auch die Wirkung ist bemerkenswert. Ruth Bauermann, die bis 20. März im Gleis 7 unter dem Titel „blau“ ausstellt, hat keine Kosten und Mühen gescheut, Werke ins 1. Obergeschoss der Renzstraße 3 transportieren zu lassen, die in keinen Kofferraum passen. Und die Mühe hat sich gelohnt. Im Wechselspiel mit den weniger großen Arbeiten entstand eine wohl harmonierende Gesamtkomposition.
Die informell arbeitende Künstlerin Ruth Bauermann verwendet Farbpigmente, mit denen sie ihren Werken eine Intensität verleiht, wie sie strahlender und reiner nicht sein könnte. So auch bei ihren beiden Treibhölzern die auf weißer Stehle beeindruckend ihren Platz gefunden haben.
Nach „mutiger Entscheidung“
„Erst wenn ich ein Bild eine Weile bei mir im Atelier aufgehängt habe, weiß ich, ob es fertig ist….“ Oder aber, ob es nach weiteren Schritten verlangt. So auch bei der Arbeit in der Flurmitte, bei der die Künstlerin erwogen hat, die harmonischen, warmen, nach Süden anmutenden Farbkompositionen durch neue Farbaufträge zu übermalen und ganz neu zu gestalten – bevor sie dann nach mutiger Entscheidung, weiße Linien, vergleichbar einer architektonischen Zeichnung auflegte. Haben die von Hand gezogenen Rundbögen sakrale Wirkung? Der Betrachter darf durchaus eine abstrakte Klosteranlage vermuten oder vielleicht doch eher die Laubengänge einer italienischen Kleinstadt in sommerlichem Mittagslicht?
Ihre Werke scheinen Geheimnisse in sich zu bergen. Dafür schichtet sie verschiedene Farben und Techniken übereinander, versteckt, verbirgt und gibt beim Einarbeiten von organischen Materialien doch wieder etwas von ihnen preis. Verborgenes blitzt heraus und verbindet alles. Und tatsächlich stellt sich der Betrachter gebannt die Frage, sehe ich eine Gestalt oder eine Blüte, ehe sich das Auge wieder verliert und neue Konturen vermuten lässt, die spürbar sind, sich aber nicht in Beschreibungen zwingen lassen.
Oberflächen erscheinen dreidimensional
Bei ihrer am Ende des langen Flures hängenden Arbeit „die Erde“ erzielt sie durch das mit hinein Verarbeiten von Sand, Quarz und Wachs im dezenten Wechsel ihrer Farbkompositionen Oberflächen, die dreidimensional zu sein scheinen. Erst beim Blick von der Seite stellt der Betrachter staunend fest, dass die doch vom Auge so eindeutig wahrgenommenen reliefartigen Verformungen gar nicht vorhanden sind, die Arbeit ist zweidimensional.
Auch wenn die Farbe blau die Ausstellung überstrahlt, wird die ruhige Wirkung mit frühlingshaft anmutenden Kompositionen zart unterstützt. Bachmanns Werke, denen sie überwiegend keine Titel gibt, lassen bewusst Raum für eigene Gedanken und Interpretationen und laden den Besucher zum Eintauschen in die Ausstellung ein.
Interessierte sind zu dieser Ausstellung herzlich eingeladen zu den Öffnungszeiten bis zum 20. März 2020: montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr im Gleis 7, Renzstraße 3, der Zugang erfolgt durch das Café oder über den Seiteneingang. Ein Aufzug ist vorhanden.
Noch bis zum 20. März sind die Werke von Ruth Bauermann im Gleis 7 zu sehen.