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  • Sa., 16. Mai 2015, 11:37 Uhr
    Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel empfing Judo-Sportler aus Auxerre

    Blick nach vorne richten

    Ein internationaler Tag war der vergangene Freitag im Rathaus. Nach dem Empfang der italienischen Feuerwehrkameraden am frühen Morgen begrüßte Oberbürgermeister Michael Kissel mittags die Judo-Freunde aus der Partnerstadt Auxerre. Sie pflegen seit 42 Jahren eine enge Partnerschaft zum 1. Wormser Judo-Club.

    Nach St. Albans in England sei Auxerre die zweitälteste Wormser Partnerstadt, berichtete OB Kissel. Die Städtepartnerschaften seien damals ins Leben gerufen worden, um nach Ende des Zweiten Weltkrieges den europäischen Einigungsprozess zu intensivieren.

    Der Wormser Stadtchef erinnerte an den kürzlich begangenen Gedenktag anlässlich des 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes. „Inzwischen haben wir Deutsche verinnerlicht, dass dieser Tag für uns kein Tag der Niederlage war, sondern der Tag der Befreiung aus der schrecklichen Nazi-Herrschaft“, betonte der OB.

    Die Stadt Worms betreibe eine stete Gedenkarbeit, die besonders für die jüngeren Bürger überaus wichtig sei. Der 8. Mai habe Deutschland völlig neue Perspektiven für eine demokratische Gesellschaft ermöglicht.

    Besondere Gedenkarbeit
    Der OB berichtete den französischen Gästen von der besonderen Gedenkarbeit, die die Stadt anlässlich des 70. Jahrestags des Kriegsendes initiiert hatte: „Wir haben alle unsere Partnerstädte um Zuschriften gebeten, um zu erfahren, wie unsere ehemaligen Kriegsgegner diesen Tag erleben“, erläuterte er. Auch der Bürgermeister von Auxerre, Guy Ferez, habe einen bemerkenswerten Beitrag geschrieben. „Heute und morgen, wie 1945, bleiben Deutschland und Frankreich zusammen und sie werden es bleiben. Das Herz und der Geist unserer beiden Länder verlangen danach, uneingeschränkt und zum Besten dessen, was der Mensch entstehen lassen kann.“ Das deutsche Volk habe seine eigene Geschichte, sei gleichzeitig aber auch ein europäisches Volk unter den übrigen Völkern Europas, heißt es in Ferez‘ Zuschrift.

    „Genauso wichtig ist es allerdings, den Blick nach vorne zu richten und das gelingt dadurch, dass man die Gegenwart gestaltet – etwa, indem man solche Begegnungsmöglichkeiten schafft“, ist sich der Stadtchef sicher. Die Partnerschaft zwischen Worms und Auxerre bleibe durch solche Treffen lebendig.

    „Der Sport verbindet uns alle“, betonte Club-Vorsitzender Ronald Eisenhauer. Gerade der Judosport sei ein Symbol für respektvollen Umgang miteinander. Dem konnte sich sein Amtskollege aus Auxerre, Olivier Roy, nur anschließen. „Wir teilen die Leidenschaft für den Kampfsport. Und wir hoffen, dass unsere Partnerschaft noch lange anhält und sich auch der Nachwuchs dafür begeistern kann.“

    Neben gemeinsamen Trainingseinheiten stand in diesem Jahr auch ein Besuch des „Spectaculums“ auf dem Programm.

     

     

     
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