
Von Marcus Diehl › Wer den Sportplatz in Eppelsheim betritt, wird nicht sofort auf das Schild in einer der vier „Kurven“ aufmerksam. Es dauerte auch einige Zeit, bis die aktiven Fußballer darauf aufmerksam wurden. „Bogert-Schorch-Kurve, Olympiateilnehmer Helsinki 1952“. Jetzt wurde natürlich die Neugierde geweckt. Zunächst kam die Frage auf: Wer ist Bogert Schorch? Und gleich darauf: Wie kommt das Schild an den Flutlichtmast?
Jugendbetreuer Klaus Lepper war der Initiator dieser Aktion. „Ich habe noch in guter Erinnerung, dass Schorch als Zuschauer fast immer in diesem Bereich gestanden oder auf seinem Klappstuhl Platz genommen hatte.“ Es war ein Anliegen von ihm, mit dieser Aktion einer der größten Fußballer im Verein ein Andenken zu schenken und an Georg Bogert mit richtigem Namen zu erinnern. Das Ziel war, seinen Namen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die heutige Generation der aktiven Fußballer hat sich in der Folge damit auseinandergesetzt. Sie waren sicherlich überrascht, dass der VfL Eppelsheim schon sehr bekannte und berühmte Fußballer herausgebracht hatte.
Nach seiner Jugendzeit wechselte er in die erste Mannschaft. Er war ein Ausnahmetalent. Schnell war jedem klar, der „Schorch“ muss einfach höher spielen. Dieser Meinung war auch sein damaliger Trainer beim VfL, Seppl Fath, ehemaliger Nationalspieler des VfR Wormatia Worms. Der Wechsel war damit vorprogrammiert. Zehn Jahre trug er danach das Wormatia-Trikot. Auch in der Alzeyer Straße hat er dabei großen Eindruck hinterlassen. Seine Vita liest sich außergewöhnlich. Der Weg geht bis zu Sepp Herberger, er stand im Kader der Olympia-Mannschaft 1952. Zum Einsatz kam er dabei nicht. Endrundenteilnehmer mit der Wormatia um die Deutsche Meisterschaft im Jahr 1955, das letzte Mal, dass die Wormatia um die Deutsche Meisterschaft gespielt hatte. Im Jahr 1959 wechselte Georg Bogert wieder zurück nach Eppelsheim. In der damaligen Zeit spielte der VfL eine große Rolle im Fußballkreis Alzey. Noch etliche Jahre jagte er dem Ball in seinem Heimatort hinterher. Gute Erinnerungen hat auch der Ehrenspielführer der Wormatia, Heiner Schmieh. Bei einer Begegnung der Traditionsmannschaften standen sie kurz zusammen auf dem Spielfeld. „Wir waren fast Nachbarn. Wenn er durch Eppelsheim spazieren ging, kam er oft bei uns vorbei. Thema war fast immer der Fußball.“
So ganz reibungslos ist die Aktion nicht verlaufen. Klaus Lepper wartet noch heute auf die Zusage vom Vorstand, ob das Schild überhaupt genehmigt wird. Die VfL-Oldies stehen voll und ganz hinter der Aktion. Einige standen noch kurzzeitig im Bezirksklassenteam oder in der AH mit Georg Bogert auf dem Platz. Beim gemeinsamen Treffen wurden noch einige Anekdoten ausgetauscht. In jedem Verein gibt es besondere Menschen – auf dem Platz oder im Hintergrund. Auch wenn einige Generationen noch nie etwas von ihnen hörten, ist es umso wichtiger, dass an die „Helden“ erinnert wird – egal in welcher Form.