Worms wächst - Tourismus 4.0: Haupt- und Finanzausschuss gibt einmütig Startschuss für Erarbeitung eines neuen Tourismuskonzeptes / 80 Millionen Jahresumsatz
„Brauchen generelles Ja zur Tourismusförderung”
Der Haupt- und Finanzausschuss gab am Mittwoch grünes Licht für die Erarbeitung eines neuen Tourismuskonzeptes. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Einstimmig teilte der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochmittag in einer Sondersitzung mit der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft die Auffassung, dass die Tourismuswirtschaft eine erfolgversprechende Branche für die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt Worms ist. Um von einer positiven Tourismusentwicklung ganzheitlich für die Stadt zu profitieren und im Wettbewerb der Kommunen nicht zurückzufallen, stimmte der Haupt- und Finanzausschuss der Erarbeitung eines Tourismuskonzeptes zu. Der Rheinland-Pfalz Tag 2018 bietet die Chance, die touristische Neuausrichtung der Stadt umfassend zu kommunizieren. Aus den Haushaltsjahren 2016 und 2017 stehen für diese Maßnahmen 25.000 Euro bereit (vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltsplanes 2017). Fuür 2018 werden ergänzend 35.000 Euro bereitgestellt.
Startschuss für Entwicklung kluger Strategie
„Der Startschuss um eine aktualisierte und kluge Strategie zu entwickeln”, kommentierte Oberbürgermeister Michael Kissel den Beschluss, der einen langen Prozess von Maßnahmen in Gang setzen soll. Grundlage für die Entscheidung war die Analyse durch die Hochschule Worms. Im Fachbereich Tourismus/Verkehrswesen wurde in Diskussion mit den Experten der Stadt, die in die touristische Entwicklung involviert sind, die Thematik ausführlich erörtert. Professor Dr. Knut Scherhag präsentierte im Anschluss die Ergebnisse zum Thema Tourismus 4.0. Zuvor betonte OB Michael Kissel, dass dem Städtetourismus eine immer größere Bedeutung zukomme. Worms wachse auch in seiner kulturpolitischen Entwicklung, so das Stadtoberhaupt. Es gäbe ein Vielzahl an Attraktionen und Aktivitäten bei denen der Tourismus künftig stärker in den Fokus rücken müssen.
Wertschöpfung stärker nutzbar machen
Dabei dürfe der Bereich Tourismus nicht isoliert betrachtet werden, erklärte Petra Graen für den Stadtvorstand. Bürger die stolz auf ihre Stadt sind, seien der beste Werbeträger, fügte Graen an, für die es unerlässlich ist, auch Fachkompetenz einzubinden. Es sei ein Punkt erreicht, wo entsprechende Mittel in die Hand genommen werden müssten, setzt Graen auf die baldige Umsetzung erster Ergebnis aus den Arbeitskreisen. Trotz des Zeitdrucks gilt eine Laufzeit bis 2025 bis das Gros der Maßnahmen auf den Weg gebracht ist, um den touristischen Nibelungenschatz für die Wertschöpfung stärker nutzbar zu machen. 80 Millionen Euro würden im Jahr durch Tourismus erzielt, fügte Professor Dr. Knut Scherhag an. 64 Millionen daraus durch Tagestouristen. Neben den Übernachtungsbetrieben würden davon auch der Einzelhandel profitieren, führte Scheuhag weiter aus. Nicht zuletzt seien etwa 1.500 Arbeitsplätze in Worms durch den Tourismus finanziert.