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Fr., 16. Dezember 2016, 13:02 Uhr
Um 19.30 Uhr ist am Samstag Anpfiff für das Aufeinandertreffen zwischen der HSG Worms und der TG Osthofen im BIZ-Süd
Brisantes Handball-Derby in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar
Am 14. April diesen Jahres trafen die HSG-Herren und der TG Osthofen letztmals aufeinander. Allerdings ging es in diesem Spiel nicht um Punkte, sondern um eine gute Sache. Kam doch der Erlös dieses Benefiz-Spiels dem kleinen leukämiekranken Jamie zugute, der auf dem besten Wege ist, wieder ganz gesund zu werden. Auch heute Abend gibt es wieder eine gemeinsame Aktion zu Gunsten der Wormser Tafel. Archivfoto: Felix Diehl
VON KLAUS DIEHL | Elefanten-Duell in der Handball-Rheinhessenliga bezeichnete man vor zwei Jahren das letzte Aufeinandertreffen der beiden Nachbarvereine. Die HSG Worms gewann hierbei sowohl das Hin- wie auch das Rückspiel und stieg zur Saison 2014/2015 unbesiegt in die Oberliga Rheinland-Pfalz auf. Der TG Osthofen blieb nur der zweite Platz und den Aufstieg holte sie ein Jahr später ebenso imponierend nach. Seit Wochen fiebern die Fanlager beider Mannschaft – die traditionell in Scharen zu diesen hart umkämpften und emotionalen Nachbarschaftsduellen pilgern – auf diese Partie hin. Obwohl die HSG Worms seit Beginn ihres zweiten Jahres zur Spitzengruppe in Deutschlands vierter Liga gehört und die TGO als Aufsteiger tief im Tabellenkeller steckt, ist Spannung garantiert. Denn beide Trainer, sowohl Gerd Zimmermann bei der HSG und Dieter Bösing bei der TGO, wissen, dass Derbys meist ihren eigenen Gesetzen unterliegen.
HSG Worms ist klarer Favorit
Aufgrund der Tabellensituation ist die gastgebende HSG Worms sicherlich in der Favoritenrolle zu sehen, zumal die Aufstellung der TGO wohl bis zum Anpfiff ein Geheimnis bleiben wird. Doch dazu später mehr. Doch Gerd Zimmermann und seine Jungs werden und müssen die Favoritenrolle annehmen und wollen mit festem Vorsatz auch besten Handball zeigen und Osthofen zum Jahresabschluss besiegen. Deshalb gab es aber keine spezielle Vorbereitung auf den Gegner, sondern heute Abend ein absolutes Besinnen auf die eigenen Fähigkeiten. Dazu gehört aber diesmal wieder eine bessere Abschlussquote, wie dies auch der Grund bei der jüngsten 26:31- Niederlage in Mülheim der Fall war. Da gab es diese Woche im Training sicherlich eine Sondereinheit in Sachen Torabschluss, so dass man den festen Vorsatz heute Abend auf das Parkett der BIZ-Süd-Halle mitbringt, gegen die TGO auf die bewährten HSG-Tugenden zu setzen. Diese wären, aus einer kompakten und aggressiv verteidigenden 6:0-Deckung mit viel Tempo nach vorne zu spielen. Die TGO-Topspieler, wie Peter Gasz oder die hoch veranlagten Youngster Fabian Hack und Luca Steinführer, will man nicht zum Zug kommen lassen.
Von Anfang an loslegen
„Wir wollen vom Anpfiff weg zeigen, wer im BIZ-Süd der Herr im Hause ist“, so die selbstbewusste HSG-Truppe. Diese wissen auch, dass es wichtig ist, im gebundenen Spiel die eigenen Abläufe erfolgreich in Tore umzumünzen. Ein weiterer Faktor in einem Derby sind auch meist die Torhüter. Hier hat die HSG Worms mit Sascha Gieger und Thomas Elgert zwei Vertreter zwischen den Pfosten, die in Bestform auch ein Spiel entscheiden können. HSG-Trainer Gerd Zimmermann kann mit Ausnahme des an der Leiste operierten Christian Kulaszewicz personell aus dem Vollen schöpfen. Außerdem setzt er auf seinen 8. Mann, nämlich die volle Unterstützung der HSG-Fans vom Anpfiff bis zum Abpfiff. Hier wird Trommler „Timmi“ den Takt vorgeben, die gesamten HSG-Fans machen mit und wenn alles positiv verläuft, wäre es das Normale, dass am Ende Osthofen nur der zweie Sieger ist.
Personalsituation im Lager der TG Osthofen
Die Mannschaft von TGO-Dieter Bösing konnte in den zurückliegenden Wochen nie in Bestbesetzung antreten. Wer im Derby auflaufen wird, steht also noch durchaus in den Sternen. Leider ist die TGO-Sieben seit Wochen derart mit Verletzungen gebeutelt, dass es mehr eine Sache zwischen David und Goliath sein wird. Denn nach Lage der Dinge, wenn es über Nacht nicht noch die eine oder andere Überraschung geben wird, muss TGO-Trainer Dieter Bösing auf eine komplette Mannschaft verzichten, und dies bei einer Kaderstärke, die sowieso nicht sehr üppig ist. So stehen wohl Torhüter Thorsten Heck sowie die Rückraumschützen Björn Scheuer, Leo Vuletic, Daniel Strack und Rechtsaußen Luca Steinführer, aus den verschiedensten Gründen heute Abend wohl kaum zur Verfügung.
Nicht irgendein Derby
Dennoch ist es für Dieter Bösing nicht irgendein Derby in Rheinhessen, sondern ein Derby zweier benachbarter Vereine, die in den letzten zwei Jahren im Aktivenbereich den Sprung in die Oberliga geschafft haben. Die HSG-Verantwortlichen Kalle Böhnert und Gerd Zimmermann haben es in dieser Saison verstanden, jede Position qualitativ sehr gut doppelt zu besetzen. Die HSG ist eine der stärksten, wenn nicht sogar die stärkste Mannschaft der Liga. In ihren Reihen sind mehrere erfahrene Drittligaspieler zu finden, sie sind auf allen Positionen hervorragend besetzt.
Zahlen viel Lehrgeld
„Wir in Osthofen profitieren derzeit von der sehr guten Jugendarbeit der letzten Jahre und zahlen wie jeder Neuling derzeit viel Lehrgeld. In den entscheidenden Spielen haben wir oft das Nachsehen, weil uns die Erfahrung und die Kaltschnäuzigkeit fehlen. Ich sehe die HSG Worms klar in der Favoritenrolle. Nach den überraschenden Niederlagen in Vallendar und Mühlheim stehen sie stark unter Zugzwang. Aber es ist Derbytime – schauen wir mal, wie wir den Favoriten ärgern können“, so der TGO-Coach Dieter Bösing. Die TGO-Sieben freut sich auf jeden Fall – egal in welcher Besetzung auflaufend – auf das Spiel, zumal sie durch Beobachtung bei den Heimspielen der HSG Worms, deren Spieler und ihre Stärken und Schwächen bestens kennen.
Aktion der HSG und TGO für die Wormser Tafel
Abseits des Leistungsvergleichs zwischen HSG und TGO hat das Derby aber noch weit mehr zu bieten. So findet vor und nach dem Spiel erstmalig der Verkauf von neuen HSG-Fanartikeln statt, die in Zusammenarbeit mit dem Wormser Unternehmen Global Brand Concepts entstanden sind. HSG-Pressesprecher Florian Stenner, der durch den Handballabend führen wird, erzählt, dass man pünktlich vor den Weihnachtstagen und ebenso pünktlich zum Derby einen neuen HSG-Schal, ein HSG-Shirt für Kinder und Erwachsene sowie ein hochwertiges HSG-Armband der Marke „Brayce“ organisiert hat und darauf hofft, dass beim anschließenden Derby viele Fans sich im HSG-Dress zeigen.
Darüber hinaus findet vor dem Spiel ein Interview mit dem Geschäftsführer der Wormser Tafel, Jürgen Sehrt, statt. Dies steht in Zusammenhang mit einer Aktion für die Wormser Tafel von HSG und TGO. Florian Stenner: „Wir sammeln vor dem Spiel unverderbliche Lebensmittel für die Wormser Tafel. Von Konserven aller Art über Reis bis hin zu Fertigsaucen für die gute Sache.“ Außerdem hofft der Verein, dass zahlreiche Besitzer der „HSG Worms”-App fleißig Gebrauch von der Fanreporter-Funktion machen. „Wir wollen das Derby in jeder Hinsicht zu einem absoluten Erlebnis für alle Handball-Fans machen”, so Florian Stenner. Dieser empfiehlt, so früh wie möglich die Plätze einzunehmen, denn die BIZ-Südhalle wird wohl bis auf den letzten Platz besetzt sein.
Beeinträchtigte Sicht auf Zuschauerrängen
Nur schade, dass die hohe Balustrade vor den ersten beiden Reihen immer noch erheblich die Sicht auf das Spielfeld beeinträchtigt und nicht endlich durchsichtig geändert wurde. Es sind mittlerweile weit mehr als drei bis vier Veranstaltungen, bei denen die BIZ-Süd-Tribüne nach Generalrenovierung voll besetzt ist. Eine Änderung ist deshalb wünschenswert.