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  • Di., 22. September 2015, 23:01 Uhr
    In Worms-Heppenheim diskutierten am Dienstagabend betroffene Eltern und der Ortsbeirat die Belegung der Turnhalle durch Asylbewerber

    Bürger möchten Infos zu Flüchtlingsunterbringung

    CDU und FWG in Heppenheim legten eine gemeinsame Presserklärung vor und lehnten darin die Nutzung der Turnhalle zur Flüchtlingsunterbringung ab. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Deutschland muss in diesem Jahr mit rund 800.000 Flüchtlingen rechnen. Nach dem Verteilungsschlüssel muss Rheinland-Pfalz davon rund fünf Prozent aufnehmen, was etwa 40.000 Personen sind. Diese werden wiederum auf die einzelnen Kommunen in Rheinland-Pfalz verteilt. Worms muss für 2015 wohl mit über 500 Flüchtlingen rechnen. Die Zahl ist ansteigend.

    Die Frage ist, wo so rasch für die Menschen ein Dach über dem Kopf finden. Die Stadt wünscht eine dezentrale Unterbringung. Allerdings gelingt es bei den hohen Zahlen nicht, für alle Asylbewerber Wohnungen zu finden. Besonders  alleinstehende Männer müssen daher auch in sogenannte Sammelunterkünfte. Da die Containeranlage auf dem Motorpool in der Bensheimer Straße voll belegt ist, sollte auf dem Salamandergelände eine weitere solche Anlage entstehen, doch auf dem "freien Markt" sind keine Container zu bekommen. Da für den nahenden Winter Zelte nicht oder nur begrenzt in Frage kommen, muss die Stadt daher andere Quartiere finden.

    Turnhalle in Worms-Heppenheim

    Die CDU aus Worms Heppenheim informierte am Dienstagabend den Nibelungen Kurier, dass die Stadt beabsichtige, in der Turnhalle der dortigen Grundschule rund 50 Flüchtige bis zum März 2016 unterzubringen. Die CDU-Frationsvorsitzende im Heppenheimer Ortsbeirat, Tassilo Hochstein, erklärte gegenüber dem NK, dass die Stadt durch die große Zahl von Asylsuchenden vor großen Herausforderungen stehe und daher auch unkonventionelle Weg bestritten werden müssten. Zuallererst gelte es eine menschenwürdige Unterbringung sicherzustellen. Die Heppenheimer CDU lehne aber den Plan ab, in der Turnhalle Flüchtlinge einzuquartieren. Ein Grund sei, dass dadurch der Sportunterricht und die Nutzung der Halle für andere Aktivitäten der Bevölkerung wegfalle. Dadurch sei das gesellschaftliche Leben in Heppenheim beeinträchtigt. Die Christdemokraten betonten, sie seien nicht generell gegen eine Unterbringung von Flüchtlingen in Heppenheim, aber die Nutzung der Turnhalle der Wiesengrundschule sei eine falsche Entscheidung.

    Elternbeirat gegen Nutzung für Flüchtlinge

    Der Elternbeirat der Wiesengrundschule in Heppenheim hat sich bei einer Anhörung ebenfalls gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in der Turnhalle ausgesprochen. Yvonne Zechner führte am Dienstagabend nach der Anhörung um 19 Uhr gegenüber dem NK aus, dass die Entscheidung wohl aber schon gefallen sei. Ein Argument  für die Nutzung als Unterkunft sei wohl, dass in der Halle pro Woche nur zehn Sportstunden stattfinden.

    50 Bürger forderten Informationen

    Rund 50 Heppenheimer hatten sich am Dienstagabend vor der Ortsverwaltung eingefunden, weil sie sich Informationen vom Ortsbeirat erhofften, der ab 19 Uhr in einer nicht-öffentlichen Sitzung tagte. Ein Hauptkritikpunkt der immer wieder genannt wurde, war die schlechte Informationspolitik der Stadt, denn bis Dienstagabend seien alles nur Gerüchte gewesen. "Niemand im Ort wisse etwas Konkretes", so die Aussage eines Bürgers.

    Wobei der Ortsbeirat in Fragen der Flüchtlingsunterbringung keine Entscheidungsbefugnis hat, sondern seine Ratsmitglieder letztlich nur informieren kann. Die Sitzung war erst nach Redaktionsschluss beendet.

    Einige Anwesende wünschten sich tendenziell eher Flüchtlingsfamilien. Gegenüber alleinstehenden Männern ist die Skepsis größer. Gemeinsam war aber allen Heppenheimern, sie wollten genau wissen, was nun geplant ist. Wobei das Meinungsspektrum bei den Bürgern, die vor der Ortsverwaltung gegen 19 Uhr diskutierten, von der prinzipiellen Ablehnung der Unterbringung von Flüchtlingen bis hin zu Fragen ging, wie man den Asylbewerbern helfen könne. Wichtig war einigen Bewohnern auch, den Dialog mit den Menschen zu suchen, die ihre Heimat vor Krieg und Elend verlassen mussten. Ursula Jeschonnek forderte etwa, durch Gespräche zwischen Flüchtlingen  und Bewohnern müssten die Ängste voreinander genommen werden.

    Humanitäre Aufgabe

    Marcus Centmayer von den Grünen im Ortsbeirat sieht in der Flüchtlingsunterbringung eine humanitäre Aufgabe, der sich auch Heppenheim stellen müsse. Er hätte sich aber von der Stadtverwaltung gewünscht, dass sie in die Entscheidung eingebunden worden wären. Bis zum Dienstagabend habe er keinerlei Infos erhalten. Für Worms forderte er ein Gesamtkonzept.

    Pressekonferenz am Mittwoch

    Am Mittwochmittag möchte die Stadt Worms auf einer Pressekonferenz zu Problematik der Flüchtlingsunterbringung in der Nibelungenstadt Stellung nehmen. Der Nibelungen Kurier wird darüber berichten.

     

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