Do., 15. April 2021, 08:13 Uhr
Lorchsmühle Osthofen: Entscheidung ist gefallen / Statement der Antragsteller zum Einwohnerantrag
Bürger Osthofens bleiben standhaft
Nachdem der Stadtrat der Stadt Osthofen den Einwohnerantrag von mehr als 1.100 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Osthofen abgelehnt hat, auf dem Gelände „Am Mühlpfad links“ an der Lorchsmühle keine Bebauung zuzulassen, melden sich die Antragsteller mit einem abschließenden Statement in einer Pressemitteilung vom 15. April zu Wort.
Zwar seien demnach die zahlreichen Mehrparteienhäuser „glücklicherweise durch das klare Votum der Osthofener verhindert worden“, doch der Investor daürfe aufgrund der Entscheidung des Stadtrates zwei private Wohnhäuser in diesem Naturraum errichten, so die PM.
„Zunächst einmal wollen wir den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern für ihre große Beteiligung danken. Die ursprünglich vorgesehene massive Bebauung haben sie mit ihrer Unterschrift verhindert“, freut sich Günter Sum, einer der Initiatoren, in dem Papier. Die Politik habe es nämlich über ein Jahr lang nicht geschafft, „diese Planung vom Tisch zu bekommen und sich nicht zu einer Ablehnung durchgerungen“.
„Ständiges Hin und Her“
„Das sind die Fakten, es war ein ständiges Hin und Her“, so Matthias Bösl vom NABU laut der Pressemitteilung, „die Einflussnahme vieler Osthofener Bürgerinnen und Bürger beendete die Planung letztlich mit einer besseren Vereinbarung".
Falsch sei laut Initiatoren die Annahme, bei einer Ablehnung der Bebauung dürfte einfach so eine landwirtschaftliche Halle gebaut werden. „Das ist wegen der erforderlichen beidseitigen Eingrünung von je 10 m und der fehlenden Zufahrt für große landwirtschaftliche Maschinen nicht realistisch“, so Bösl.
Das Vertrauen in die Stadtratsmitglieder, sich für die Interessen der Osthofener Bürgerinnen und Bürger einzusetzen und nicht vor den Interessen einzelner Investoren einknicken sollen, sei
allerdings „erschüttert“. Das hätten erste Reaktionen ergeben. Denn die Bürgerinnen und Bürger hätten ja unterschrieben, dass sie überhaupt keine weitere Bebauung am Lorchsmühlpfad wollen. Diesem Ansinnen „gaben die Stadträte einen Korb“. Der Stadtrat habe entschieden, nun müssten sie ihre Entscheidung vor denjenigen verantworten, denen die Natur, das Landschaftsbild und die Naherholung wichtiger sei als Privathäuser.
„Meine Intention als Grüne Stadträtin besteht darin, die Belange des Naturschutzes ernst zu nehmen und explizit in diesem Fall auch für ein Optimum an Transparenz zu sorgen, um die Bürgerschaft zu ermutigen, sich für demokratische Gerechtigkeit einzusetzen“ ergänzt Kerstin Janneck, „deren Belange ernst zu nehmen ist in meinen Augen die Hauptaufgabe der Räte vor Ort“.
Nicht außer Acht bleiben sollte laut des Statements auch die Rolle des Bürgermeisters. Er habe von Anbeginn mit mehreren Aktionen gezeigt, dass er der Sache der Investoren sehr zugetan sei. Dies habe sich auch aus seinem einseitigen Statement bei der Vorstellung des Bauplanes im Stadtrat ergeben, in dem er ausschließlich die vermeintlichen Vorteile, nicht die Nachteile herausgestrichen habe. Während mit den Investoren häufig gesprochen sei, habe er keine Kontaktaufnahme mit z.B. den unterzeichnenden Osthofenern gesucht. Auch eine Weiterleitung eines kritischen Schreibens eines Anwohners an den Stadtrat sei ausgeblieben. Das bleibe negativ hängen, so die Antragsteller abschießend.