WORMS: Stadt stellt neues Verwaltungsgebäude in der Folzstraße vor / Vorteile für Bürger und Personal
Bürgerrathaus offiziell eingeweiht
Um den Charme der vormaligen Kaufhof-Laderampe als Entree aufzuwerten, sucht die Stadt Worms das Gespräch mit der Eigentümergesellschaft ehret + klein. Foto: Florian Helfert
Von Florian Helfert › Bereits seit Mitte Dezember ist das neu geschaffene Bürgerrathaus in der Folzstraße im Verwaltungstrakt des ehemaligen Kaufhofes in Betrieb. Dort finden Bürger die Abteilungen „Ausländerwesen“, „Bürgerservicebüro“, „Fundbüro“, „Gewerbe-, Gaststättenrecht / Messen und Märkte“ und „Straßenverkehrsangelegenheiten“.
Zentral in der Innenstadt gelegen betonten Oberbürgermeister Adolf Kessel und Bürgermeisterin Stephanie Lohr die kurzen Wege: Wer zum Bürgerrathaus komme, könne danach noch in der Fußgängerzone einkaufen oder ein Café respektive ein Eiscafé besuchen.
Kürzere Wartezeiten, schnellere Termine „Wartezeiten sind kürzer geworden, Termine schneller zu bekommen“, informierte Lohr über erste Eindrücke. Im Gegensatz zum alten Standort am Adenauerring ist das neue Bürgerrathaus mit Glasfaser und ausreichenden Serverkapazitäten ausgestattet, sodass hier die Digitalisierung vorangetrieben werden kann. Beispielhaft hierfür steht ein Fotoautomat im Warteraum, auf dessen Bilder die Passstelle digital zugreift. Ein zweites Beispiel sind EC-Lesegeräte an den Arbeitsplätzen in den oberen Etagen, welche die Kassenautomaten im Erdgeschoss ergänzen beziehungsweise den Gang nach unten ersetzen.
Als weitere Vorteile wurden unter anderem der von den Schaltern des Bürgerservice separierte Warteraum oder aber auch die größeren Räume für die Angestellten des Bürgerrathauses angeführt. „Im Ausländerwesen gibt es jetzt große Räume für Familien und Übersetzer“, lobte Angelica Zezyk, Bereichsleiterin Sicherheit und Ordnung, die neuen Möglichkeiten.
Dennoch gibt es Nachholbedarf: „Die Wegeführung, damit Bürger sich besser zurechtfinden, wird noch angegangen“, so Zezyk. „Schön kommt später“, gab Stephanie Lohr zur nüchternen Atmosphäre zu Protokoll. Getrieben von der Zeit sei es erste Priorität gewesen, den Adenauerring zugunsten seiner weiterer Entwicklung im Sinne dessen Investors zügig zu räumen und im neuen Gebäude schnell wieder leistungsfähig zu sein.
Wunsch und Wirklichkeit Ein offenes Rathaus wünschte sich Lohr. Gleichzeitig räumte sie ein, dass diese Zeiten wohl leider vorbei seien. Bewusst ist der Ein- und Zugang schmal gehalten. Nur einzeln darf das Gebäude betreten werden. Vorerst bleibt auch der zur Corona-Pandemie georderte Sicherheitsdienst. Eine Frage der Sicherheit und der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern der Lutherstadt.
Im bundesweiten Vergleich fiel Bürgermeisterin Stephanie Lohr des Weiteren auf, wie schwierig es sei, leer stehende „Galeria Kaufhof“-Immobilien zu entwickeln. Andernorts gebe es bislang mitunter nur vollmundige Versprechungen der Investoren. „Hier gibt es ein Signal der Stadt“, kontrastierte sie. Der Einzug in die Folzstraße trage zu einer belebten Innenstadt bei und passe zum multifunktionalen Konzept des geplanten „K32“ im vorderen Kaufhoftrakt, so Lohr im Pressegespräch.