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Sa., 26. April 2014, 10:39 Uhr
„Haus am Dom“ würde den Blick auf den Dom unwiederbringlich zerstören Dr. Klaus Karlin fragt „kleine Parteien“ nach dem Ziel des Bürgerentscheides
Bürgerverein Domumfeld fordert erneut eine 1:1 Bauattrappe
Der Bürgerverein präsentierte ein Modell, das die Sichtbeeinträchtigung dokumentieren soll.
Von Gernot Kirch Auf die jüngsten Informationen bzw. Fotomontagen der beiden Gemeinden St. Martin und St. Peter, die das „Haus am Dom“ realisieren möchten, reagierte jetzt der Bürgerverein Domumfeld, der das Projekt verhindern möchte. Die Kernforderung des Bürgervereins ist es nach wie vor, eine Bauattrappe zu erstellen, welche die wahre Größe des „Hauses am Dom“ für alle Bürger sichtbar machen soll. Die Bauattrappe hätte dabei die Originalgröße, also Ausmaße, die das Gebäude später einmal haben soll. In einer Presseerklärung schreibt der Bürgerverein: „Die Wormser Bürger haben ein Recht zu erfahren, welche Auswirkungen das geplante ,Haus am Dom‘ auf das Erscheinungsbild des Doms hat. Trotz vielfacher Aufforderung hat die Führung der Domgemeinde bisher kein Bild aus Sicht eines Fußgängers vom Standort Dommodell an der Andreasstraße gezeigt.“
Weiter führt der Verein aus, dass die letzten Veröffentlichungen der Domgemeinde verniedlichende Darstellungen seien. Um eine realistischere Darstellung zu zeigen, so der Bürgerverein, hat er ein maßstabsgetreues Modell des geplanten Hauses vor dem bronzenen Dommodell platziert und fotografiert. Der Bürgerverein schreibt weiter, dass die Architektur des Hauses sich nicht in die des Dompanoramas einpasse, das Haus erscheine vielmehr als ein Fremdkörper. Deshalb werde auch das Gebot der Rücksichtnahme auf Kulturdenkmäler verletzt. Das Argument, der Dom(bezirk) würde durch das Haus aufgewertet, sei absurd und geradezu „eine Beleidigung für den Dom“, so Dr. Hilmar Kienzl vom Bürgerverein.
„Reiner Wahlkampf“
Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Klaus Karlin, hat sich unterdessen zu den Forderungen der kleinen Parteien (FWG, FDP, Grüne) zu Wort gemeldet. Dr. Klaus Karlin fragt, was die oben genannten Parteien eigentlich mit einem Bürgerentscheid erreichen wollten, wenn doch schon das Verwaltungsgericht in Mainz mitgeteilt habe, dass auch ein negatives Ergebnis keinerlei Auswirkung auf die Erteilung der Baugenehmigung und damit auf das Bauvorhaben als Solches haben könne?
Der CDU-Fraktionsvorsitzende sieht in der Forderung der drei Parteien reine Wahlkampftaktik, da sie mit dem Thema „Haus am Dom“ Punkte machen wollten. Dem Bürger würde damit Sand in die Augen gestreut, als ob sie mit dem Bürgerentscheid in rechtlicher Hinsicht noch etwas bewegen bzw. verhindern könnten. Der geforderte Bürgerentscheid könne nur den Charakter einer Bürgerbefragung haben. Dies sollten die drei Parteien auch öffentlich bekennen, anstatt Hoffnungen zu wecken, die unrealistisch seien.