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  • Fr., 05. April 2019, 14:32 Uhr
    ehret+klein aus Starnberg planen 475 Wohneinheiten auf ehemaligem Gelände der Rheinmöve

    Bürgerworkshop für neues Quartier

    Michael Kissel und ehret+klein informieren über die Baupläne des geplanten Wohnquartieres auf dem ehemaligen Rheinmövengelände Foto: Florian Helfert


    Von Florian Helfert |  Auf dem Gelände der ehemaligen Rheinmöve soll ein neues Wohnviertel mit rund 475 Wohneinheiten entstehen. Bis dahin ist es für den Eigentümer und Projektentwickler ehret+klein aus Starnberg ein abstimmungsreicher Weg. Um auch die Sorgen, Befürchtungen und Anregungen insbesondere der Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen, wurden sie am späten Donnerstagnachmittag zu einem – schlussendlich fast dreistündigen – Bürgerworkshop vor Ort eingeladen.

    „Das zentrumsnahe Gelände ist ideal für Wohnungen“, eröffnete Oberbürgermeister Michael Kissel und legte dar, dass die Stadt Worms hierzu zunächst das ansässige Unternehmen Möbel Boss von einem Umzug überzeugen musste. „Dazu haben wir mit der Klosterstraße erfolgreich einen neuen Standort angeboten“, so das Stadtoberhaupt.

    Wohnungen bleiben im Bestand der Investoren

    Michael Ehret, gebürtiger Heidelberger und geschäftsführender Gesellschafter von ehret+klein, erläuterte anschließend, kein Bauträger zu sein. „Wir schaffen Erbstücke – unsere Wohnungen bleiben also in unserem Bestand“, so Ehret. Zum aktuellen Stand der Planungen erläuterte er, dass alle ausgestellten Skizzen nur erste Ideen als Diskussionsgrundlage seien. „Vor einem leeren Blatt weißes Papier lässt es sich nun einmal schlechter debattieren“, lud auch er zum Austausch ein.

    „Was uns wichtig ist, ist eine lockere Wohnbebauung mit viel Grün“, stellte Professor Rainer Hascher einen Grundgedanken seiner ersten Planskizzen vor. Entstehen solle eine offene Hofbebauung, deren Höfe mit Sitzgelegenheiten, neue Bäumen sowie Spielmöglichkeiten für Kinder einladend gestaltet würden. Der mit dem österreichischen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnete Hochschullehrer versicherte zudem, dass zu den bestehenden Gebäuden Abstand gehalten werde und auch die alte Stieleiche erhalten bleibe.
    In der Senke des Grundstückes planen die Projektentwickler zwei höhere Gebäude, davon eines mit sechs oder sieben Etagen – was bei den Anliegern trotz der Tiefe des Grundstückes sowie der Entfernung zur Straße auf Skepsis stieß. Entlang der Straße wird nach Angaben der Investoren allerdings nur dreigeschossig gebaut.

    Das Wohnquartier-Modell auf dem ehemaligen Rheinmövegelände wird den Besuchern präsentiert. Foto: Florian Helfert


    Kanalisation und Verkehr in der Kritik

    Für die bisherigen Anlieger kristallisierte sich im Verlaufe des Abends Professor Dr.-Ing. Hubert Hitziger als Sprecher heraus, welcher seine kritischen Nachfragen mit einem Lob an die Stadtverwaltung vorbereitete: „Jeder hier weiß, was nach der Insolvenz der Rheinmöwe hier los war“, erinnerte er sich an die damalige Gewerberuine zurück, so dass das städtische Engagement für eine Wohnbebauung nur zu begrüßen sei.
    „Die Kanäle der Gegend sind schon jetzt am Anschlag“, äußerte er angesichts der neuen Wohneinheiten dann eine erste Sorge der Anwohner. Zudem forderte er ein Verkehrskonzept, welches aufzeige, wie der ruhende und fließende Verkehr in den hiesigen Straßen bewältigt werden könne.

    Nächste rechtliche Schritte

    Als Baudirektor der Lutherstadt griff Guido Frohnhäuser auch die Fragen nach den nächsten rechtlichen Planungsschritten auf: Wie gefordert könne kein Spatenstich erfolgen, ohne dass der Entwurf des Bebauungsplanes zur Stellungnahme betroffener Personen offengelegt worden sei „Aktuell hat nur die allererste Diskussion im Bauausschuss begonnen“, betonte Frohnhäuser. „Von daher können alle Erkenntnisse des heutigen Abends in den Stadtrat einfließen“, so der Wormser Stadtplaner. Grundlage eines städtischen Beschlusses werden zudem verschiedene Gutachten wie beispielsweise zu Fragen des Verkehrs, des Lärm- oder des Umwelt- und Naturschutzes sein.
    „Bevor es hier konkret losgeht, muss der Stadtrat Baurecht geschaffen haben und Möbel Boss umgezogen sein“, verwies Oberbürgermeister Michael Kissel abschließend nochmals auf die zu erfüllenden Voraussetzungen für das Multi-Millionenprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Rheinmöve. Und wie von Michael Ehret vorgeschlagen, fanden sich gegen Ende des Abends drei Anlieger um Prof. Dr.-Ing. Hubert Hitziger ein, um als Ansprechpartner der Stadt und des Unternehmens zu fungieren.

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