Die Kritiker des „Hauses am Dom” haben am Donnerstagabend eine Variante präsentiert, mit der sie einen Kompromiss zwischen Domgemeinde und Gegnern ermöglichen wollen
Bürgerinitiative legt Alternativentwurf vor
Der Alternativentwurf des Vereins "Freier Blick auf den Dom" soll Gegner und Befürworter des "Hauses am Dom" versöhnen.
Von Gernot Kirch Der Verein "Freier Blick auf den Dom zu Worms", der aus der Bürgerinitiative hervorgegangen ist, wendet sich vehement sowohl gegen den ersten wie auch den zweiten Entwurf, wie ihn die Domgemeinde präsentiert hat. Der Grund dafür ist nach Auffassung der Mitglieder des Vereins, dass damit der freie Blick auf das Südportal unwiederbringlich beeinträchtigt würde. Der Verein hat aber stets anerkannt, dass die Domgemeinde ein geeignetes Haus für ihre Gemeindearbeit braucht. Nur eben den Standort direkt neben dem Dom wollte sie nicht akzeptieren. Der Verein hat nun einen Alternativvorschlag entwickelt, den der Verein als Kompromisslösung versteht, der sowohl die Zustimmung der Bevölkerung wie auch der Kirche finden könnte. Mit Mitglieder des Vereins betonten bei der präsentation am Donnerstagabend, wonach ihnen an einer weiteren Zuspitzung des Streits über den Standort des neuen Gemeindehauses nicht gelegen sei.
Von den alternativen Standorten favorisiert der Verein neben dem Umbau des Lioba Hauses einen Kompromissvorschlag, den sie als einfache, selbst erstellte Skizze auf Basis der Abbildung von Prof. Springer zeigen.
Der Unterbau des zweiten Springer-Einwurfs hat bei Gesprächen mit vielen Wormsern Gefallen gefunden, so dass wir ihn beibehalten haben. Er würde den Wunsch der Domführung erfüllen, dass hier ein Versammlungsort und für die vielen Besucher des Doms geschaffen wird. Darin werden auch ein Café, sanitäre Anlagen und kleine Läden für Bücher und Souvenirs geboten sein..
Weiter führt der Verein aus, dass ohne jede Abstriche an dem gewünschten Raumbedarf die beiden Obergeschosse mit großem Versammlungssaal auf die Fläche des südlichen Flügels des zerstörten Kreuzgangs aufgebaut werden könnten. Dies wäre gleichsam der erste, den Blick auf den Dom nicht einschränkende moderne Teil des südlichen Kreuzgangs. Von seiner auf die Grünflache vor dem Dom zugewandten, auf der Skizze abgebildeten Stirnseite könne man auf eine Terrasse hinaustreten, den Dom betrachten und Richtung Nikolauskapelle ebenerdig weitergehen. Die Kindergartenspielfläche könne zum Teil von bisher nicht genutzten Flächen für die Kinder an andere Stelle kompensiert werden. Dieses bisher einzig gebliebene Gegenargument müsste gemeinsam geklärt werden können. Unter der heutigen Kindergartenspielfläche befinden sich nach Aussage des Vereins Garagen der Domgemeinde, deren Baufälligkeit beängstigend ist und ohnedies dringend eine Neubebauung erfordert.
Die gewünschte optische Trennung von dem “weltlichen Dombezirk“, der Grünfläche, vom “geistlichen Bezirk“, dem Domkreuzgang, werde optisch durch eine schlank geschnittene, nicht zu hohe Baumreihe erreicht. Im Winter bleibt damit die Sicht weitgehend erhalten, im Sommer ist es eine schattige, grüne Führung auf den Dom zu und zum Eingang hinter der Nikolauskapelle. Die Gliederung der Plätze wird hierdurch und durch das langgestreckte Gebäude darunter erreicht.
Die Dachgestaltung bräuchte nicht so gewaltig sein, wie im Springerentwurf. Sie könnte nach Meinung des Vereins der Dachneigungen der Seitenschiffe oder dem Hauptschiff entsprechen. Dies spare erhebliche Baukosten und Heizkosten für den darunter befindlichen Saal. Der zum Dachgebälk offene Saal erlaube dennoch die von Springer gewählte Innenraumgestaltung.