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  • Do., 15. März 2018, 14:54 Uhr
    Anonyme Stellungnahme zu Vorwürfen seitens der Stadt /  Auch Falschparker tragen Mitschuld an Verspätungen

    Busfahrer prangert an

    Der bei der DB Regio angestellte Busfahrer bemängelt in seinem Schreiben an den NK auch die mangelnde Unterstützung seitens Ordnungsamt und Polizei. Foto: Gernot Kirch

    Von Vera Beiersdörfer. Nachdem es jüngst zu Störungen im Wormser Busbetrieb gekommen war, wurde von der Stadtverwaltung ein offizielles Kritikschreiben an die DB Regio versandt.


    Darin wurde bemängelt, dass der Stadt insgesamt 14 Problemmeldungen von Kunden vorliegen würden, die sich über verspätete oder gar ganz ausgefallene Abfahrten der Busse beschwert hatten. "Für die Kunden, die an der Haltestelle stünden und – teilweise vergeblich – auf den Bus warteten, seien Beeinträchtigungen dieses Ausmaßes nicht mehr nachvollziehbar, weshalb der Unmut über die Unzuverlässigkeit nicht abreiße, ja sogar weiter wachse".


    Die DB Regio hatte daraufhin die Häufung von Beeinträchtigungen mit Verkehrsbehinderungen, technischen Defekten an Fahrzeugen und personellen Problemen begründet. Nun hat sich zudem ein Busfahrer gemeldet, der die Vorwürfe sowie die Berichte über verspätete Busse zu einseitig empfindet.


    Der aus den Zeitungsartikeln resultierende Unmut und das damit einhergehende Verhalten der Fahrgäste ihm und seinen Kollegen gegenüber nahm er zum Anlass, selbst auf einige Probleme hinzuweisen.


    Er verdeutlichte, dass es häufig zu Verspätungen aufgrund rücksichtsloser Autofahrer käme. In besagter Woche hätten sich beispielsweise zwei Busse auf verschiedenen Linien wegen mehrerer Falschparker am Theater festgefahren. Weiter prangerte er an, dass zum Teil in Kurvenscheitel geparkt würde, was ein Abbiegen manchmal unmöglich mache.


    So würde der Wendeplatz in Horchheim, an dem gleichzeitig eine Haltestelle eingerichtet ist, seit Monaten täglich in den Abendstunden als LKW-Abstellplatz genutzt. Auch am Neumarkt wäre seit Tagen ein Handwerkerfahrzeug auf der Busspur abgestellt, sodass Gelenkbusse die Haltestelle nur mit dem vorderen Fahrzeugteil anfahren könnten. Seinen Angaben zufolge, würden Mitarbeiter des Ordnungsamtes diesen Umstand ungeahndet zur Kenntnis nehmen. Generell mangele es an Unterstützung von Seiten des Ordnungsamtes und der Polizei. 


    Als weiteren Missstand beklagte er, dass von der Stadt Niederflurbusse verlangt würden, die dann aber zur Sinnlosigkeit degradiert werden, wenn die Haltestellen nicht bündig angefahren werden können.


    Stadtchef Kissel forderte in dem Schreiben an den Verkehrsbetrieb, dass gerade im Hinblick auf die Fahrverbotsdiskussionen und den damit verbundenen wachsenden Aufgabenstellungen  ein funktionierender ÖPNV als zuverlässige und nachhaltige Alternative unerlässlich sei. Jedoch wirft die anonyme Beschwerde des Busfahrers nun auch die Mitverantwortung von Bürgern und öffentlichen Stellen auf, um ein solches Funktionieren zu gewährleisten.

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