Mi., 20. Mai 2015, 08:53 Uhr
Sprachkurs-Angebote knapp / Blick in Nachbarstädte und Gemeinden / Adolf Kessel informiert auch direkt in zentraler Aufnahme-Einrichtung in Trier
CDU-Arbeitskreis Integration und Soziales informiert sich in Flüchtlings-Unterkünften
Der Wormser CDU-Arbeitskreis Integration und Soziales hat die Unterkünfte für Asylbewerber Am Gallborn und in der Klosterstraße besucht. Die Christdemokraten informierten sich vor Ort über die Lebensbedingungen der Asylbewerber und Flüchtlinge. Derzeit muss die Stadt Worms insgesamt rund 400 Flüchtlinge betreuen. Auch ein Gespräch mit einem Betreuer in einer Unterkunft konnte geführt werden.
Sprachkursangebote zu knapp!
Der Arbeitskreis kommt dabei zu dem Fazit: Die Sprachkurs-Angebote in Worms sind zu knapp. Wie die Mitglieder erfuhren hat der im April angebotene kostenlose Sprachkurs der Volkshochschule, der sich an Asylbewerber und Flüchtlinge richtete, so große Nachfrage erfahren, dass sogar ein Auswahlverfahren stattfinden musste, bei dem letztlich nur diejenigen zum Zug gekommen sind, die im Rahmen der Integration sonst keine andere Möglichkeit zu einem Sprachkurs gehabt hätten. Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Sylvia Kley sagte, Angebote für Sprachkurse sollten früher beginnen und allen zugänglich sein: „Die Sprache schafft erst den Zugang in die Gemeinschaft und ist der Schlüssel für die Integration“.
Auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien oder von Asylbewerbern hätten zu wenig Gelegenheit, mit der deutschen Sprache in Kontakt zu kommen, weil Kindergartenplätze fehlen.
Integration erleichtern
Wie Kley durch Nachfrage beim Leiter des Wormser Jobcenters, Claus Scherer, erfahren hat, wird das Jobcenter Worms ab dem Sommer erstmals eine Maßnahme anbieten können, die am Einzelfall orientiert die Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern soll.
Ein Schwerpunkt werde auch dabei auf der Sprache liegen – laut Scherer das Vermittlungs-Hemmnis Nummer eins in dieser Personengruppe. Kley will außerdem prüfen, ob die Trauma-Zentren für Kriegsflüchtlinge, die in Mainz und Ludwigshafen entstehen, auch von Menschen in Worms und Umgebung genutzt werden dürfen.
Eng mit dem Thema Asyl betraut ist auch der CDU-Kreisvorsitzende Adolf Kessel, der ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises ist. Er ist in der CDU-Landtagsfraktion der stellvertretende Vorsitzende des Integrationsausschusses und außerdem Mitglied des Sozialausschusses. Als Stadtrat steht Kessel auch dem dortigen Sozialausschuss als stellvertretendes Mitglied zur Verfügung.
Über Ablauf des Asylverfahrens informiert
Adolf Kessel hat jüngst die Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Trier besucht, die eine der zentralen Aufnahme-Einrichtungen in Rheinland-Pfalz ist. Dort informierte ihn BAMF-Leiterin Christa Welter im Detail über den Ablauf der Asylverfahren. Man arbeite schnell, hieß es in Trier – im Durchschnitt könne ein Antrags-Verfahren für Asylbewerber in zwei Wochen abgeschlossen sein. Personalknappheit, fehlende Aufnahmekapazität, unvorhergesehene Flüchtlingsströme und Fälle, in denen Betroffene Widerspruch einlegten, verlängerten den Ablauf jedoch immer wieder.