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Di., 03. Dezember 2013, 10:08 Uhr
Caritas-Expertin stellt Grundlagen zur Pflegeversicherung vor und beantwortet Fragen / CDU regt monatliche Beratung in Heppenheimer Ortsverwaltung an / Großes Interesse bei Zuhörern
CDU-Heppenheim initiiert vor Ort Info-Möglichkeiten zur Pflegeversicherung
Treffen kann es jeden: die Schreckensnachricht „Pflegefall!“. Und dann ergeben sich ganz schnell ganz viele Fragen, gerade auch für die Angehörigen: Wie funktioniert das mit den Pflegestufen? Wer hilft beim Antragstellen? Mit welcher Unterstützung darf man rechnen? Diesen Fragen hat sich die CDU-Heppenheim angenommen.
Auf Initiative der Christdemokraten gibt es in dem Vorort nun ein regelmäßiges Beratungsangebot: Rita Bollinger, zuständig für die Kundenbetreuung im Fachbereich Altenhilfe der Caritas Worms, informiert einmal im Monat in der Heppenheimer Ortsverwaltung (Kirchhofplatz 9) und beantwortet Fragen.
Info-Nachmittag in der Ortsverwaltung
Damit sich jeder einen Überblick verschaffen kann, hat CDU-Vorsitzende Veronika Schreiber zudem jüngst zu einem Informationsnachmittag in die Ortsverwaltung eingeladen, wohin auch etliche Interessierte kamen: „Es ist ein wichtiges Thema, über das man Bescheid wissen sollte“, sagte Schreiber und freute sich über das rege Interesse und die vielen Fragen der Teilnehmer – auch wenn sich die Vorsitzende insgesamt noch mehr Gäste gewünscht hätte. Rita Bollinger referierte. Versüßt wurde das nicht ganz einfache Thema anschließend mit Kaffee und Kuchen.
Bollinger hatte mehrere gute Nachrichten: So habe es seit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz, das seit Januar diesen Jahres gilt, einige leichte Verbesserungen gegeben für diejenigen, die eine Pflegestufe beantragen: Zu den bisherigen drei Pflegestufen, für die es gestaffelt Leistungen gibt von der Pflegekasse, ist zusätzlich die so genannte Pflegestufe 0 hinzugekommen, für Menschen mit Demenz und „eingeschränkter Alltagskompetenz“, wie es im Gesetzestext heißt.
Einstufung geht jetzt schneller
Diese Pflegestufe kann 225 Euro an Sachleistungen, beziehungsweise 120 Euro Geldleistungen bringen. Die zweite Verbesserung ist, laut Bollinger, dass die Überprüfung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK), der darüber entscheidet welche Pflegestufe nun gilt, oder ob der Betroffene überhaupt in eine Pflegestufe eingruppiert wird, nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nimmt wie noch im Jahr zuvor. „Fünf Wochen ist das Maximum bei ambulanter Pflege“, erklärte Bollinger das Pflegeneuausrichtungsgesetz – wird diese Frist überschritten, muss die Pflegekasse 70 Euro für jede angefangene Woche zahlen. „Zudem haben sich die Pflegegelder für Menschen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen insgesamt leicht erhöht“, fasste Bollinger zusammen.
Veronika Schreiber (links) begrüßt die Gäste und moderiert die Veranstaltung, Rita Bollinger (2.v.links) referiert über die Pflegeversicherung und beantwortet kompetent Fragen.
Möglich ist außerdem die Beantragung zusätzlicher Betreuungsleistungen für demente Menschen: In diesen Fällen gewährt die Pflegekasse 100 Euro, mitunter sogar 200 Euro an Sachleistungen – Geld, das beispielsweise für Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege, und Betreuungsangebote genutzt werden darf. „Das kann die Angehörigen ganz erheblich entlasten“, erklärt Bollinger. Der Caritasverband Worms biete dafür eine regelmäßige stundenweise Betreuung zuhause oder in einer Betreuungsgruppe an. Dies ermögliche den Angehörigen eine große Entspannung im Alltag.
Fachlichen Rat einholen
Bollinger empfahl, sich vor der Beantragung der Pflegestufe fachlichen Rat einzuholen. „Es ist sehr viel leichter, wenn von Anfang an ein korrekter Antrag gestellt wird, wie wenn nachgebessert werden muss“. Die Pflegeeinstufung berechnet sich aus dem Unterstützungsbedarf, bei dem eine bestimmte Zeit für die Grundpflege wie Körperpflege, Ernährung oder Mobilität angesetzt wird, und eine bestimmte Zeit für hauswirtschaftliche Versorgung, wie Einkaufen, Kochen, Wäsche waschen und Putzen. Die Zeit des Betreuungsaufwands für einzelne Tätigkeiten wird vom MDK nach einer festen Liste hochgerechnet. Diese hochgerechnete Zeit für den Pflegeaufwand falle mitunter niedriger aus, als Angehörige tatsächlich brauchten, einfach deshalb, weil viele Handgriffe bei den Angaben und beim Antragstellen schlichtweg vergessen würden, wenn man sich nicht vorher beraten lasse.
Neben dem regelmäßigen Beratungsangebot durch Rita Bollinger vor Ort in Heppenheim ist diese im Senioren- und Pflegezentrum Burkhardhaus, Berggartenstraße 3 in Worms, unter Telefon 06241/91160 für Fragen rund um die ambulante und stationäre Pflege von Senioren sowie Betreuungsangebote für demente Menschen erreichbar.