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  • Mi., 30. August 2017, 08:55 Uhr
    Union sieht Horchheimer Denkmal stark vernachlässigt von der Stadt / Antrag im Ortsbeirat soll dies ändern

    CDU Horchheim: Mehr Würde für den Ehrenfriedhof

    Eigentlich soll es ein Ort der Erinnerung und der Hoffnung sein, ein Ort der Besinnung und des Nachdenkens, eine Mahnung an die Zukunft und ein Zeichen für Frieden und gegen Krieg und Gewalt: der Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Weltkriege in Horchheim. Die örtliche CDU macht sich indes Sorgen um das Denkmal, das sie als Ort der Achtung vor den Gefallenen und Toten stark vernachlässigt sieht. „Der Ehrenfriedhof ist in einem sehr bedauernswerten Zustand“, hört man aus den Reihen der Union.

    Der Horchheimer Fraktionssprecher Rupert Wagner, beklagt, dass der Ehrenfriedhof ein vergessenes, trostloses Denkmal geworden sei: „Die Stufen sind gebrochen, darauf wächst Unkraut und das Blumenbeet am Gedenkstein wird nicht mehr bepflanzt“, berichtet er. Außerdem benötige die einfassende Mauer dringend einen neuen Anstrich. Der Christdemokrat ist enttäuscht: „Sind uns die Schicksale dieser zumeist jung Gefallenen inzwischen wirklich so gleichgültig geworden? Oder will man sich diesem Teil der deutschen Vergangenheit gar nicht mehr stellen?“

    Andere Gedenkstätten vorzeigbar
    Das Unverständnis darüber, dass sich die Stadt so wenig um das Denkmal kümmert, ist in den letzten Tagen noch gewachsen, seit Mitglieder der Union auch die Ehrenfriedhöfe in den umliegenden Wormser Vororten besucht haben. Dort fand man, anders als in Horchheim, keineswegs etwa versunkene Kreuze im Unkraut, oder Soldatennamen unter Moos vor. Stattdessen konnten sich die Unionspolitiker über durchweg vorzeigbare Gedenkstätten freuen. Die Vorsitzende der CDU Horchheim/Weinsheim, Monika Stellmann erklärt: „Diese Ehrenfriedhöfe sind alle tiptop in Ordnung, es gibt kein Unkraut und Blumenschmuck würdigt die Grabstätten.“

    Die CDU verlangt, die Erinnerung auch in Horchheim wachzuhalten. „Eine Grabpflege ist man den Kriegsopfern schuldig“, sagt Stellmann. Die Ortsbeiratsfraktion der Union in Horchheim will die Stadt in die Pflicht nehmen und stellt einen Antrag im Ortsbeirat. Unkraut und Efeu sollen entfernt, die Stufen des Denkmals repariert und das Blumenbeet wieder mit Blumen bepflanzt werden. Ebenso soll die einfassende Mauer einen neuen Anstrich bekommen. „Die Würde des Ehrenfriedhofs soll wieder hergestellt, das Leiden wieder lesbar und die Opfer von Krieg und Gewalt nicht vergessen werden“, fasst Monika Stellmann zusammen.

    Der Ehrenfriedhof in Horchheim ist in einem trostlosen Zustand“, hört man aus den Reihen der Union.


    Zur Berichterstattung der CDU Horchheim „Union sieht Ehrenfriedhof stark vernachlässigt“ nimmt die Stadt wie folgt Stellung:

    Erneut hat die CDU Horchheim/Weinsheim mit ihrer Vorsitzenden Monika Stellmann Kritik an der Stadt hinsichtlich der Friedhofspflege in Horchheim geübt.
    Diesmal ist der Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Weltkriege „Stein des Anstoßes“, der nach Auffassung der CDU seitens der Stadt stark vernachlässigt wird.

    Hierzu die Stadt Worms:

    Vor fünf Jahren wurde der Ehrenfriedhof auf Initiative von Ortsvorsteher Volker Janson grundlegend überarbeitet. Aufgrund der Witterungseinflüsse hatten starker Moos- und Flechtenbefall die Beschriftung an den Gedenksteinen unleserlich gemacht und am zentralen Denkmal und der Abdeckung der umlaufenden Einfassungsmauer zu Zerstörungen geführt. Weiterhin waren Teile der Mauerabdeckung weggebrochen und zu erneuern. Im Rahmen eines Workcamps mit dem Deutschen Bauorden wurde daraufhin die Kriegsgräberanlage des Zweiten Weltkrieges in Horchheim vom 1. bis 8. Juli 2012 mit vier jungen Erwachsenen aus Georgien überarbeitet. Mit den erforderlichen Steinmetzarbeiten wurde eine Fachfirma beauftragt. Im Anschluss erfolgten mit Personal des Friedhofsbetriebes und des Bauordens die Erneuerung der Pflanz- und Rasenflächen sowie Wege. Komplett abgeschlossen war die auf Antrag der Stadt Worms von der ADD Trier mit rund 5.300 Euro finanziell unterstützte Maßnahme Anfang August 2012.

    „Unser Friedhofsbetrieb ist das ganze Jahr hinweg im Einsatz, um die zahlreichen Friedhöfe in der Stadt und den Stadtteilen für unsere Bürgerinnen und Bürger zu pflegen und instand zu halten“, betont Baudezernent Uwe Franz als zuständiger Dezernent. Verfahren wird dabei nach einem Pflegeplan.

    „Der Ehrenfriedhof in Horchheim ist demnach in dieser Woche an der Reihe. Bis zum Wochenende sind die erforderlichen Rückschnitte erfolgt und Grünfläche und Wege durch die Friedhofs-Pflegegruppe wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt“, entkräftet der Dezernent die seinem Empfinden nach völlig überzogene Kritik der Horchheimer Unionspolitiker. Bei Mauer und Denkmal sieht die Stadt aufgrund der dem üblichen Standard entsprechenden Beschaffenheit vorerst keinen Handlungsbedarf.

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