Die Wormser CDU wählte auf ihrem Kreisparteitag am Mittwochabend Stephanie Lohr mit 98 Prozent der Stimmen zur neuen Vorsitzenden
CDU-Runderneuerung: Weiblich und jung!
Der neue CDU-Vorstand mit neuem Oberbürgermeister. Von links: Joachim Graen, Marion Hartmann, Adolf Kessel und Stephanie Lohr. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Wormser CDU hat auf ihrem Kreisparteitag am Mittwochabendeine Verjüngung im Vorstand und besonders im Spitzenamt vollzogen. Als Nachfolgerin von Adolf Kessel, der nicht wieder für das Amt des Vorsitzenden kandidierte, wählte die Partei mit 98 Prozent der Stimmen die 35-jährige Juristen Stephanie Lohr in das Amt. Die Abenheimerin, die ab Juli 2019 auch das Landtagsmandat in Mainz von Adolf Kessel übernehmen wird, überzeugte die 100 stimmberechtigten anwesenden CDU-Mitglieder mit klaren Worten und einer Kampfansage an die politischen Gegner.
Abschied von Adolf Kessel
Der Kreisparteitag wurde von Adolf Kessel eröffnet, der erklärte, dass er nicht mehr als Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes kandidieren werde. Hierfür nannte er zwei Gründe: Erstens wolle er seine ganze Kraft zukünftig für das Amt des Oberbürgermeisters einsetzen. Zweitens möchte er ein Oberbürgermeister für alle Wormser sein, unabhängig zu welcher Partei sie gehörten. Daher lege er alle Parteiämter nieder. Ebenso werde er sein Landtagsmandat aufgeben, dafür rücke die sogenannte Ersatz-Kandidatin Stephanie Lohr in den Landtag nach.
Der scheidende Vorsitzende wurde mit lange anhaltendem Applaus verabschiedet. Adolf Kessel, der 2014 zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Worms gekürt wurde, war sichtlich gerührt und man spürte, wie schwer ihm der Abschied fiel.
Stephanie Lohr mit 98 Prozent gewählt
Stephanie Lohr hielt eine kurze, aber beherzte Rede und fand dabei klare und offene Worte. Sie sei bereit Verantwortung zu übernehmen und zu kämpfen. Die 35-jährige Juristin bekannte sich zum Generationswechsel bei den Christdemokraten, wie er auch gerade auf Bundesebene mit der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer erfolgte. Sie möchte die Wormser CDU zu einer Partei machen, die für alle Generationen offen ist und allen, die sich politisch engagieren möchte, einen Platz biete. Wichtig sei ihr, Alt und Jung zusammenzuführen. Darüber hinaus soll der Kreisverband breiter aufgestellt werden. So sollen etwa Arbeitskreise zu verschiedenen Themen installiert werden, in denen sich auch Nichtmitglieder einbringen können. Damit möchte sie die Schwelle zur Mitarbeit in der CDU senken, denn nicht jeder, besonders aus der jüngeren Generation, möchte sofort Mitglied einer Partei werden. So finde etwa am 29. Januar eine Veranstaltung in der Vinothek in Herrnsheim zum neuen Kita-Gesetz statt, hierzu seien alle interessierten Bürger eingeladen. Und dies nicht nur, um von den Experten informiert zu werden, sondern auch um mitzudiskutieren.
„Mein Herz schlägt für Worms!“, bekannte Stephanie Lohr im weiteren Verlauf ihre Rede und betonte, dass sie eine Teamspielerin sei und sich einen starken Vorstand wünsche. Abschließend attackierte sie scharf die AfD und sagte, ihr Ziel sei es, dass die AfD nicht in den Wormser Stadtrat und in keinen Ortsbeirat einzieht. Sie wolle nicht akzeptieren, dass sich die AfD auf Dauer etabliere.
Zwei Stellvertreter und junge Wilde
Als stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Worms wurden Joachim Graen mit 89 Ja-Stimmen und Marion Hartmann mit 84 Ja-Stimmen gewählt. Zu den Besitzern wurden folgende Personen gewählt: Annelie Büssow mit 68 Stimmen, Sascha Dupuis mit 70 Stimmen, Martin Gerkhardt mit 67 Stimmen, Martina Hauzeneder mit 71 Stimmen, Björn Krämer mit 62 Stimmen, Elisabeth Borlinghaus mit 56 Stimmen, Hildegard Küper mit 64 Stimmen, Johann Nock mit 85 Stimmen, Marco Schreiber mit 95 Stimmen, Matthias Matheis mit 59 Stimmen und Dr. Klaus Werth mit 73 Stimmen.
Auffällig dabei, es schafften drei Mitglieder der Jungen Union den Sprung in den erweiterten Vorstand. Insgesamt sind damit vier Mitglieder im erweiterten Vorstand jünger als 36 Jahre, ebenso wie Stephanie Lohr und Marion Hartmann.
Optimismus pur
Jetzt stellen sich zwei Fragen. Erstens: Gelingt es der neuen Vorsitzenden die Partei breiter aufzustellen und neue Mitglieder gewinnen? Die zweite Frage ist, können die Christdemokraten den Schwung aus der Oberbürgermeisterwahl für die Kommunalwahl nutzen? Für Spannung ist gesorgt. Die Wormser CDU geht jedenfalls optimistisch in das Wahljahr 2019.
Der neue CDU-Vorstand mit den frisch gewählten Beisitzern. Foto: Gernot Kirch