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  • Do., 23. Juli 2015, 01:01 Uhr
    Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding war der Stargast beim Sommerfest der Wormser Liberalen

    Charmante Wahlkampfhilfe aus Hamburg

    Strahlende Gesichter. Von links: Katja Suding, Daniela Schmitt (stv. Landesvorsitzende), Sabine Sackreuther und Uwe Radmacher. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Seit die FDP bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen im Februar 2015 den Wiedereinzug in das Stadtparlament mit beachtlichen 7,4 Prozent schaffte, geht es bei den Liberalen bundesweit wieder dezent aufwärts. Dieser Trend setzte sich auch bei der Bürgerschaftswahl in Bremen im Mai 2015 fort. Hier konnten die Freien Demokraten immerhin 6,6 Prozent erringen. Die Frau, die für den Weckruf bei den Liberalen sorgte, war die Hamburger Spitzenkandidatin Katja Suding. Mit einem frechen und gleichzeitig charmant geführten Wahlkampf setzte die attraktive 39-jährige Spitzenkandidatin Akzente und ist seitdem die Frontfrau der Freien Demokraten.

    Aufbruchstimmung
    Am Mittwochabend konnten die Wormser Liberalen Katja Suding als Gast bei ihrem großen Sommerfest im Weingut Sandwiese in Worms-Herrnsheim begrüßen. Rund 80 Gäste, meist Parteimitglieder, waren erschienen, um mehr von der Erfolgsrezeptur zu erfahren, mit der in Hamburg das Comeback gelang. Katja Suding erschien im blauen Kleid und verströmte Energie und Aufbruchstimmung, die bei den Wormser Liberalen ankam. Sie sprach zunächst über den Hamburger Wahlkampf. Die eindeutige Botschaft der ehemaligen PR-Beraterin für ihr Gastgeber: Ihr könnt es schaffen, am 13. März bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Wichtig dabei, so die Hamburgerin, die Geschlossenheit der Partei. Der entscheidende Punkt sei im Wahlkampf, ob es gelingt, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Auf Nachfrage des NK, was denn der große Fehler der FDP während der Regierungsbeteiligung 2009 - 2013 war, und warum die Partei letztlich mit 4,8 Prozent aus dem Bundestag flog, sagte Katja Suding, dass die FDP gerade in der Steuerpolitik viel versprochen und praktisch nichts geliefert habe.

    Ablehnung des Griechenland-Pakets
    Im weiteren Verlauf referierte die stellvertretende Bundesvorsitzende über die Griechenland-Politik. Hier bezog sie die klare Postion, dass sie das Hilfspaket abgelehnt hätte. Letztlich handele es sich dabei um Transferzahlungen, nicht um ein Reformpaket.

    Mindestlohn war falsch
    Sehr kritisch ging Katja Suding mit dem Mindestlohn ins Gericht. Dies habe 200.000 Menschen, meist Rentner und Studenten, den Job gekostet. Ein strikte Ablehnung kam auch zur Vorratsdatenspeicherung. Hier sah sie keinen Vorteil weder bei Verbrechens- noch bei Terrorbekämpfung. Mangelhaft sei in Deutschland auch die Gründermentalität bzw. die gesetzgeberischen Voraussetzung dazu. So solle etwa ein bürokratiefreies Jahr für Firmengründer eingeführt werden.

    Abschaffung Betreuungsgeld
    Sehr positiv bewertete sie hingegen das Verfassungsgerichtsurteil zur Abschaffung des Betreuungsgeld, denn es hätten gerade viele Familien in Anspruch genommen, für deren Kinder es zweckmäßiger gewesen wäre, in die Kita zu gehen. Hier sagte sie selbstkritisch, dass es ein Fehler der FDP war, das Betreuungsgeld in ihrer Regierungszeit abzusegnen.

    Jede Landtagswahl eine Bundestagswahl
    Abschließend stellte sie die Frage: „Wie geht es jetzt weiter?“, um sie gleich darauf zu beantworten: „IM kommenden Frühjahr gibt es drei Landtagswahlen, in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Und jede dieser Wahlen ist für uns wie eine Bundestagswahl!“

    Persönliche Ziele
    Auf Nachfrage, was denn die persönlichen Ziele für die Zukunft seien, antwortete Katja Suding mit einem sympathischen Lächeln, ihr Fokus liege auf der Politik in Hamburg und in ihrer Aufgabe als stellvertretende Bundesvorsitzende. Hier sei ihr Schwerpunkt die Familienpolitik. Was nach der Bundnestagswahl 2017 komme, müsse man abwarten. Ein klares Bekenntnis legte Katja Suding noch zu einem Einwanderungsgesetz ab: „Wir brauchen die Zuwanderung. alleine schon der Demographischen Wandel erfordert dies.“ Klar distanziert hat sich die Hamburgerin von der AfD, hier gebe es keine Schnittmenge, die AfD sei national und völkisch orientiert.

    Der Mix macht es
    Abschließend sagte sie, wolle die FDP Erfolg haben, müsse sie sowohl bei Wirtschaftsthemen und Bildungsfragen punkten, wie auch auf bürgerliche Freiheiten setzen. Sie setze sich etwa schon seit Jahren für die Homo-Ehe ein.

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