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  • Mi., 29. März 2017, 12:01 Uhr
    Marina Müller betreut Mädchengruppe des Abenteuerspielplatzes Worms-Neuhausen e. V. „Mädchen(t)raum“ / Flohmarkt am 1. April von 10 bis 16 Uhr

    Coole Klamotten trotz geringem Taschengeld

    Jamie, Celine, Jennifer, Projektleiterin Marina Müller und Elena gestalten trendige Turnbeutel. Sie freuen sich schon auf ihren Flohmarkt auf dem Abenteuerspielplatz. Foto: Vera Beiersdörfer


    VON VERA BEIERSDÖRFER Schaut man sich in Jugendtreffs bewusst um, wird es offensichtlich: Dartscheiben, Billard- und Kickertische – das vorhandene Freizeitangebot spricht Jungs tatsächlich häufiger an als Mädchen. „Gerade im außerschulischen Bereich zeigt sich eine starke Jungenorientierung. Überdies fehlt es oft an Rückzugsmöglichkeiten für Mädchen“, berichtet Marina Müller, die im Rahmen ihrer Ausbildung in der Kinder- und Jugendarbeit mit Schwerpunkt Erziehungshilfe auf dem Abenteuerspielplatz mit anpackt. Der Abenteuerspielplatz Worms-Neuhausen e. V. ist eine freizeitpädagogische Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 18 Jahren. Hier trifft sich Marina Müller, die derzeit ihre Abschlussarbeit schreibt, einmal pro Woche mit sieben Teenagerinnen, um ihnen Raum zu geben, ungestört und fern von männlicher Anmache unter sich zu sein. Jamie, Celine, Jennifer, Elena, Jasmin, Gabi und Alina kommen gerne auf den Abenteuerspielplatz. Fast alle sind schon seit ihrer Kindheit hier. „Ein Projekt speziell für uns Mädchen gab es aber bisher noch nie“, freut sich die 15-jährige Jamie. Als vornehmliches Ziel nennt die Projektleiterin die Prävention und Förderung der Autonomie der Jugendlichen. Sie sollen befähigt werden, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und selbstbewusst sowie eigenverantwortlich zu handeln. Bereits nach kurzer Zeit mit der Gruppe fiel der Verantwortlichen auf, dass das Thema Mode und Lifestyle bei den jungen Frauen total angesagt ist. „Leider können sich viele Mädels die neusten Trends aber gar nicht leisten. Manche besitzen nicht mal eine wärmende Winterjacke“, bedauert sie.

    Von Mädchen für Mädchen
    Während Marina für ihren Umzug Klamotten ausmistete, kam ihr schließlich die zündende Idee: Ein Flohmarkt von Mädchen für Mädchen. Sofort startete die junge engagierte Frau im Freundes- und Bekanntenkreis einen Aufruf und bat um Kleidungsstücke. Etliche Kisten kamen zusammen und Marina verbrachte schließlich Stunden damit, Dinge wie Unterwäsche oder verschlissene und verfleckte Teile auszusortieren. Einen Projekttag verbrachte die Gruppe damit, sich zunächst alles, was sie selbst benötigen, auszusuchen. In gemeinsamen Gesprächen erarbeitete das Team Pläne, um seinen Flohmarkt zu organisieren. „Wir besprachen, wie wir die Kleider richtig in Szene setzen wollen und auch, was wir den Gästen an Getränken und Speisen anbieten können, ohne dass unser Budget gesprengt wird“, erklärt Jennifer. Über soziale Netzwerke fanden sich viele freiwillige Helfer und Spendewillige, die der Initiatorin und ihren Teenies neben Klamotten auch Kleiderstangen und Bügel überließen. Der Flohmarkt wird allein in Eigenregie organisiert, städtische Unterstützung gibt es keine. „Ich freue mich schon auf den Flohmarkt, auf dem auch Mädels mit wenig Taschengeld coole Klamotten finden können“, begeistert sich Elena, 16 Jahre, für das Projekt und taucht mit Feuereifer einen Sportbeutel in einen Eimer Stofffarbe.
     
    Für den großen Tag batikt die Mädchengruppe spezielle Turnbeutel, die verziert mit UV-Farbe im Schwarzlicht leuchten. „Ein absolut angesagter Hingucker derzeit“, schmunzelt Marina. Sie alle hoffen, dass sich die Planung und Bemühungen lohnen werden, denn auch was mit dem Erlös schließlich angefangen werden soll, wurde im Vorfeld abgesprochen. „Die Wahl fiel auf eine Übernachtungsparty und der Rest soll in den Abenteuerspielplatz investiert werden“, erläutert Marina. Die Jugendarbeiterin und die sieben Mädchen fiebern ihrem Flohmarkt bereits entgegen. Am Samstag, dem 1. April, startet „Mädchen(t)raum – der Mädchenflohmarkt“ um 10 Uhr auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes in Neuhausen. Bis 16 Uhr können Mädels und junge Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren, aber auch Väter, Brüder und Freunde nach günstiger Second-Hand-Mode, Schals, Accessoires etc. stöbern und ihre neuen Lieblingsteile ergattern. Preislich beläuft sich das Ganze zwischen einem und zehn Euro pro Stück. Der Eintritt ist frei.

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