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  • Mi., 28. Januar 2015, 13:34 Uhr
    Psychosoziale Beratungsstelle des Caritasverbandes Worms bietet Kindern und Familien Hilfe bei Suchtkranken Eltern an

    Daheim ist mal wieder dicke Luft

    Es ist mal wieder so weit Paula traut sich nicht heim, da es zwischen den Eltern wieder Streit gibt. Schon vor der Wohnung hört sie Schreierei und wilde Beschimpfungen. Paula schämt sich dafür und sie versteht nicht warum ihr Papa immer so viel Alkohol trinken muss. Dann schreit er rum und wenn man ihm zu nahe kommt kann es auch schon mal gefährlich werden. Ganz schlimm ist es, wenn er dann plötzlich abhaut und erstmal für einige Stunden, manchmal auch Nächte weg bleibt. Die Polizei hat ihn auch öfter schon mal heimgebracht. Paula hat dann immer Angst in welchem Zustand und in welcher Laune der Vater ist. Meistens hat er sich dann aber beruhigt und Ruhe kann einkehren.

    Kinder bleiben meist alleine mit ihren Problemen
    So ähnlich erleben viele Kinder in Deutschland das Zusammenleben mit einem suchtkranken Elternteil. Ca. 2,65 Millionen Kinder in Deutschland wachsen so auf. Sie sind oft allein gelassen mit ihren Problemen.

    Dort, wo sich diese Kinder im Alltag meistens aufhalten, z.B. in Schulen, Kindergärten Vereinen wissen die Aufsichtspersonen oft nicht was mit ihnen los ist. Denn sie können die Problematik zu Hause gut verbergen. Das tun sie aus Angst und da sie sich für ihre Eltern schämen Viele dieser Kinder sind sehr angepasst und unauffällig, für ihr Alter oft viel zu erwachsen und verantwortungsbewusst.

    Immenser volkswirtschaftlicher Schaden
    Nach Berechnungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. entstehen durch Alkoholkonsum jedes Jahr in Deutschland  volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von knapp 27 Mrd. Euro. Das ist ein Achtfaches dessen, was der Staat pro Jahr an Alkoholsteuer einnimmt (knapp 3,3 Mrd. Euro).

    Verwunderlich ist, so NACOA Deutschland e.V. (Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.) , dass die Reduzierung des Alkoholkonsums im Gesetzentwurf des Bundes-Präventionsgesetzes nicht ausdrücklich in der Liste der zu erreichenden Gesundheitsziele aufgenommen wurde. Insbesondere den Kindern die aus Familien mit Suchtproblemen kommen würde es helfen. Denn sie sind besonders stark gefährdet später selbst sucht-  oder psychisch krank zu werden.

    Kinder und Familien erreichen
    Angesichts dieser Zahlen ist es notwendig, die Kinder aber auch deren Familien, zu erreichen. In Worms gibt es seit mehreren Jahren ein gut funktionierendes Hilfenetz.  Fachkräfte verschiedener Institutionen aus Jugend- und Suchthilfe haben sich zusammengeschlossen, um die besonders belastende Situation dieser Kinder  ernst zu nehmen und Hilfe anzubieten. Hierfür wurde eigens das Projekt „Pro-Kids“ geschaffen. Unter Wahrung der Schweigepflicht werden den betroffenen Familien schnellstmöglich effektive Unterstützungen angeboten. Es gibt auch ein spezielles Angebot für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien. Ziel ist es, die Entwicklungschancen der Kinder zu stärken und positive Lebensperspektiven für die gesamte Familie zu entwickeln.

    Wer sich weiterhin informieren möchte kann sich an Heike Sohl, Psychosoziale Beratungsstelle Caritasverband Worms, Telefon 06241/20617-44 und Henning Lahr, DRK Haus für Jugend- und Familienhilfe, Telefon 06241/2043100 wenden.

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