Das Fest der Kulturen auf dem Obermarkt litt unter den häufigen Regenschauern / Flüchtlinge stellte sich Bürgern vor
"Danke schön Worms!"
Das Miteinander, wie hier beim gemeinsam Tanz, stand bei Fest der Kulturen im Fokus. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Höhepunkt der interkulturellen Wochen in Worms ist stets das bunte Fest der Kulturen auf dem Obermarkt. Am Samstag von 11 bis zirka 17 Uhr war es wieder soweit und Zuwanderer, Volksgruppen und Vertreter unterschiedlicher Religionen präsentierten sich der deutschen Mehrheitsgesellschaft und suchten den Dialog. Ein Konzept, das seit Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Ein Grund dafür ist, dass die Veranstaltung in einem lockeren Rahmen mit viel Musik und leckeren Speisen durchgeführt wird. Wobei in diesem Jahr die Stimmung nicht ganz so ausgelassen war, was sicher auch an dem Regen lag. Positiv bei der Konzeption in jedem Fall, das Fest findet im Herzen der Innenstadt statt, sodass viele Menschen, die eigentlich nur Einkaufen gehen wollten, stehen bleiben, einen kleinen Snack zu sich nehmen und sich die Aktivitäten auf der Bühne anschauen.
Gebet der Religionen
Um 11 Uhr begann die Veranstaltung am Samstagmorgen mit dem Gebet der Religionen. Gegen 12 Uhr erfolgt die feierliche Eröffnung durch Oberbürgermeister Michael Kissel und der rheinland-pfälzischen Ministerin für Integration, Irene Alt. Ein Schwerpunkt der Reden war das momentan allgegenwärtige Thema Flüchtlinge. Passend dazu stellten das achtköpfige Moderatorenteam Flüchtlinge vor, die in der Nibelungenstadt Zuflucht vor Krieg und Not gefunden haben und für die Worms jetzt ihre neue Heimat ist. Ein guter Ansatz, weil hier den Zuhörern einige Menschen und deren Schicksale präsentiert wurden. Und dies ist etwas anderes, wie wenn nur "nackte" Zahlen genannte werden und der einzelne Mensch in einer grauen Masse verschwindet. Sehr bewegend hierbei, die Dankbarkeit, mit der die Flüchtlinge von Deutschland und ihren Bewohnen sprachen. Besonders eindrucksvoll der Satz eines Flüchtlings aus Afghanistan, der überglücklich sagte: "Danke schön Worms!"
Der große Regen kam
Als gegen 13 Uhr die Bühnenshow beginnen sollte, setzte ein heftiger Wolkenbruch ein, der etwa 20 Minuten dauern sollte. Alle Besucher flüchteten daraufhin unter irgendein Dach oder verließen den Platz. Nachdem die Sonne wieder zu Vorschein kam, wurde das Programm fortgesetzt, doch folgte gegen 14 Uhr der nächst starke Regenschauer. Und in diesem Stil sollte es den gesamten Nachmittag weitergehen. Eine wirklich lockere und beschwingte Party-Stimmung wie in den vergangenen Jahren wollte daher nicht so recht aufkommen.
Überzeugende Moderatoren
Die neuen Moderatoren machten ihre Sache sehr gut, besonders wenn man bedenkt, dass sie zum ersten Mal auf der Bühne standen. Dafür haben sie einen großen Applaus verdient. Wobei der gesamte Ablauf etwas straffer hätte organisiert werden sollen. Wobei vieles natürlich auch dem Regen lag, der für eine gewisse Tristesse sorgte.
Attraktionen fehlten
Ein wenig schade war, dass die großen Höhepunkte auf der Bühne fehlten. Der Ansatz mag zwar richtig sein, in erster Linie Wormser Migranten und deren Geschichte und Kultur zu präsentieren, aber als Zuschauer möchte eben auch spektakuläre Dinge sehen. So traten vor einigen Jahren Sikhs auf oder im vergangenen Jahr ein Akrobat aus Afrika. So etwas lockt einfach das Publikum.
Fazit
Insgesamt eine wertvolle und wichtige Veranstaltung für Worms, da sie einerseits bunte Farben und schrille Töne in die Stadt bringt, aber auch, weil sie ein Forum ist, um deutsche Mehrheitsgesellschaft und Zuwanderer zusammen zu führen. Allerdings sollte der heitere, lockere Aspekt wieder mehr in den Fokus rücken.