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  • Di., 29. August 2023, 10:11 Uhr
    WORMS: Ministerpräsidentin Malu Dreyer grüßte und gratulierte persönlich zum 90. Jubiläum

    Das Backfischfest strahlt über die Landesgrenzen hinaus!

    Obwohl der Wonnegauer Weinkeller das zu Hause der Weingüter unter Führung des 1. Vorsitzenden Dr. Andreas Schreiber ist und rund 400 Weine zum Verkosten bereithält, übernahm auch hier Markus Trapp, der „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ (und nun auch von Worms) das Kommando. Das sagenumwobene Handnirschttrinken musste u.a. auch Präsident Albert Ritter „über sich ergehen“ lassen. Foto: Rudolf Uhrig


    Von Rudolf Uhrig › Das Wormser Backfischfest ist in die Jahre gekommen, aber gottlob nur altersmäßig, denn zum 90. Male wird in dieser letzten Augustwoche und dem ersten September Wochenende das größte Volksfest am Rhein gefeiert.

    1933 wurde es aus der Taufe gehoben, aber wie Oberbürgermeister Adolf Kessel in seiner Begrüßungsansprache bei der Eröffnung am Samstag auf der Bühne vor dem etwas jüngeren Rathausgebäude gleich klarstellte, „es hatte nichts mit den Nazis zu tun, es war reiner Zufall.“ Insofern war allenthalben der einstige Fischergruß „Ahoi“ zu vernehmen. Business as usual, auch beim 90sten Male könnte man meinen? Ja und Nein. Denn der Tradition verpflichtet marschierte das Fanfarenkorps der Nibelungenstadt mit bekannten Melodien auf dem Marktplatz ein und positionierte sich auf der Bühne, wo sie von Moderator Torsten Brand aufs Herzlichste begrüßt wurden. Ein ebenso herzliches Willkommen entboten beide Herren Brand wie Kessel der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, die aus Mainz als Gratulantin angereist war.

    „Backfischfest verbindet Menschen und Generationen“

    Die Zunftgesellen der TG Worms in Rot-Weiß, drehten mit den Zunftzeichen und Fahne ihre tänzerischen Räder zum alten Stadtpfeifermarsch, den das Barockbläser-Ensemble intonierte. Sie bildeten auch den optisch schönen Rahmen für die Grußworte von Malu Dreyer. Sie befand, „dass das Backfischfest Menschen und Generationen verbinde, es schaffe eine Atmosphäre der Freude, des Miteinanders und der Begeisterung für unsere Heimat. Gleichzeitig ist das Backfischfest nicht nur ein Fest für Worms, sondern es strahlt als größtes Fest am Rhein über unsere Landesgrenze hinaus. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, Rheinland-Pfalz als gastfreundliche und liebenswerte Region zu präsentieren“, so die Ministerpräsidentin weiter. „Das Backfischfest wird weitgehend von Ehrenamtlichen gestaltet und reiht sich damit in die vielfältige rheinland-pfälzische Ehrenamtstradition ein. In Rheinland-Pfalz sind 41,8 Prozent der Bürger und Bürgerinnen engagiert“, stellte Dreyer heraus und untermauerte dies mit der Aussage, dass Rheinland-Pfalz bundesweit zur Spitzengruppe gehöre.

    Ehrenamtliche geehrt

    Im Anschluss verzierten vier weitere Standarten die bereits schön dekorierte Bühne, nämlich die der Schaustellerverbände. Denn zum Jubiläum war auch Albert Ritter, der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes gekommen, um dem Traditionsfest seine Referenz zu erweisen. Dann aber kam die erste Neuerung, die anlässlich des Jubiläums nun dauerhaft eingeführt wird. Denn Horst Lösch und Klaus Krier wurden durch Oberbürgermeister Adolf Kessel in Anerkennung ihres langjährigen und außerordentlichen Engagements rund um das Wormser „Fest der Feste“, wie es der Urkunde zu entnehmen war, das Ehrenabzeichen verliehen. Und jenes besteht aus dem bekannten Herz, natürlich mit Backfisch, gefertigt in edlem Metall von Goldschmiedemeisterin Annette Kienast-Kistner.

    Amtsgeschäfte an Markus Trapp übergeben

    Tja, und dann war es mal wieder so weit, Oberbürgermeister Adolf Kessel wurde mit dem Kuss von Backfischbraut Hanna Reuther und einem leckeren Backfisch der Fischerwääder bestochen, seine Amtsgeschäfte während des Neun-Tage-Festes an den Bojemääschter vun de Fischerwääd Markus Trapp ganz und gar abzugeben. Ein prächtiges Bild dann anlässlich des Geburtstages, viele der Backfischbräute der vergangenen Jahre und Jahrzehnte säumten dann die Bühne; und mittendrin positionierte sich nochmals die Ministerpräsidenten Malu Dreyer. Die dann auch hautnah Zeugin des kleinen Zwistes des Traditionspaares von Bauer Ralf Hoh und seiner Bäuerin Nadine Jung wurde. Viele Kerwe- und Winzerrepräsentanten konnte Torsten Brand darüber hinaus begrüßen.

    Vielfältiges Rahmenprogramm

    Im Anschluss weiter wie gehabt … Ja und nein, denn es brachten sich die Fischmarktweiber für ihr flottes „Streit-Tänzchen“ in Position, doch das kam im neuen Look und anderer musikalischer Untermalung daher. Die Lederarbeiter markierten dann mit ihrer nassen und feuchten Darbietung traditionell das Ende der offiziellen Eröffnung. Dann zog der Tross zum Festplatz auf der Kisselswiese, wo sie gemeinsam die beliebte Weinkosthalle den „Wonnegauer Weinkeller“ für das Publikum „frei“ gaben.

    Auch die nächsten Tag bieten ein buntes Programm: Neben dem Seniorennachmittag am Donnerstag, dem 31. September, von 14.30 bis 17 Uhr, können sich die kleinsten Besucher besonders auf die Kinderolympiade um 16 Uhr und den Lampionumzug um 20 Uhr am Freitag, dem 1. September, freuen. Am Sonntag, dem 3. September, wird das „Fest der Feste“ mit Entenrennen um 14.30 Uhr, Fischerstechen um 15 Uhr und Feuerwerk um 21 Uhr abgeschlossen.

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