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  • Sa., 30. Juni 2018, 07:39 Uhr
    Für Marcelo Cura Daball standen als Präsident des Lions Clubs vor allem die Belange von Kindern und Jugendlichen im Fokus

    Das „etwas für Andere tun“ als Motivation

    Marcelo Cura Daball, Hans-Peter Germroth und Gernot Weber vom Lions Club Worms im Mai 2017 beim Besuch einer „Klasse 2000“-Stunde der damaligen Klasse 1c der Pestalozzi-Grundschule.Archivfoto: Karolina Krüger


    VON ROBERT LEHR | „Der höchste Ausdruck von Menschlichkeit ist es, etwas für Andere zu tun“. Damit trifft Marcelo Cura Daball das Motto des Lions-Clubs, dem er offiziell bis zum heutigen Samstag als Präsident der hiesigen Gliederung mit ihren derzeit 47 Mitgliedern ein Jahr lang vorstand, recht zutreffend.

    Als der Anwalt Melvin Jones im Jahre 1917 in Illinois den heute weltgrößten Service-Club gründete, tat er dies unter dem Leitgedanken „We serve“ – „Wir dienen“. Damit sollte sich jedes Lions-Mitglied verpflichten, den Dienst am Nächsten über seinen persönlichen Profit zu stellen.

    Marcelo Cura Daball hat sich bereits mehrere Jahre bei den Lions engagiert und wird es nach seiner Präsidentschaft selbstverständlich weiterhin tun. 

    Doch die aktuelle „Stabübergabe“ an seinen Nachfolger Thomas Mager ist für den gebürtigen Argentinier Gelegenheit, auf das letzte Jahr und dessen Aktivitäten zurückzublicken. 

    Besonders stolz zeigt er sich über die Hilfe, die seitens seines Clubs, vor allem Kindern und Jugendlichen zuteil wurde, obwohl die jüngste Spende des Jahres indirekt an Menschen am Ende ihres Lebens ging. So unterstützte der Lions Club mit insgesamt 5.000 Euro die ambulante Hospizhilfe Worms und den Verein Rheinhessen Hospiz, der hier eine entsprechende stationäres Einrichtung schaffen möchte. 

    Die Menschen sind die eigentlichen Spender
    In diesem Zusammenhag erinnert Marcelo Cura Daball an das Zustandekommen der stolzen Summen an Spendengeldern und widerspricht zugleich dem Vorurteil, die Lions oder vergleichbare Service-Clubs seien lediglich „besser gestellte ,Gutmenschen’, die als Gönner wirken möchten“.

    Denn hier, so betont er, seien es ganz gewöhnliche Menschen, die den Lions-Kalender vor dem Advent kauften oder Patienten, die beim Arzt ihr Zahngold gezielt für die gute Sache gespendet hätten, statt es selbst zu behalten bzw. zu verkaufen. 

    „Wir fungieren als eine Art Katalysator, der die Menschen auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam macht“. Dabei seien es immer die Menschen, die letztendlich das Geld aufbrächten, welches dann durch die Lions gezielt weitergegeben werde. Dies seien z.B. im Präsidentschaftsjahr von Marcello Cura Daball zwischen dem 1. Juli 2017 bis zum heutigen 30. Juni 2018 insgesamt 64.000 Euro gewesen.

    47.000 Euro für Kinder und Jugendliche
    Von dieser stolzen Summe gingen 47.500 Euro an Projekte der Kinder- und Jugendarbeit, ergänzte Gernot Weber. Dabei seien es in erster Line Initiativen gewesen, die regelmäßig mit gewissen Summen bedacht würden, so der Jugendbeauftragte des Lions Club Worms. 

    Beispielhaft nannte er den Verein Integration durch Bildung Worms e.V. (InBiWo e.V.). Dieser habe es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Bildungseinrichtungen oder Vereinen in Worms Bildungsprojekte zu unterstützen, die als Ziel die Integration der jungen ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben. 

    Ein einfaches Fußbad in dem Silikonöl kann wirksame Hilfe leisten – bei sehr geringen Kosten. Foto: COHESU


    Eines der konkreten Projekte sei die Nachhilfe, die benachteiligte Wormser Jugendliche mit Integrationshintergrund durch fremdsprachliche Studenten der Hochschule erhielten, erklärt Weber. Den Kindern werde sinnvoll geholfen – die Studenten verbesserten ihr Deutsch.  

    Am Herzen liegen dem Lions Club aber u.a. auch die „Lückekinder“ des Wormser Nordens und Südens. Kinder, die zu alt für den Hort und zu jung für Jugendeinrichtungen sind, werden in der Spiel- und Lernstube der Diakonie in der Boosstraße oder dem „Teenie-Treff“ der Caritas im Wormser Nordend betreut.  

    In dem Quartier gehört auch der Wormser Kindertisch zu den Bedachten der Lions. Er findet zweimal in der Woche statt und soll den Kindern dort in einer schönen Atmosphäre und einem guten Miteinander einen Ort des sozialen Lernens bieten. Das Mittagessen werde in einem Wormser Gastronomiebetrieb zubereitet, so Gernot Weber.

    Seit Jahren werde auch die „Klasse 2000“ an verschiedenen Wormser Grundschulen unterstützt. Bei diesem bundesweit größten Programm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtprojektion gehe es u.a. um das gesunde essen und trinken, bewegen und entspannen oder das problem- und konfliktlösen, erklärt Marcelo Cura Daball. Auch bundesweit sei der nationale Lions Club der wichtigste Partner. 

    Auch der Regionale Arbeitskreis (RAK) werde in seiner Päventionsarbeit regelmäßig unterstützt. Unter der Ägide des Caritasverbandes Worms e.V. sollen Kinder und Jugendliche hier lernen, dass man auch ohne Alkohol und Drogen viel Spaß haben kann. Weber erinnert in diesem Zusammenhang an die erschreckende Tatsache, dass jedes 6. Kind in einer Schulklasse mit Eltern zusammenlebt, die eine Alkoholsucht haben oder von anderen Suchtmitteln abhängig sind.

    Kampf gegen Tungiasis
    Doch sind es nicht nur die hiesigen Kinder, denen der Lions Club seine Hilfe zukommen lässt. So engagiert sich der Wormser Club vor allem beim Kampf die Tropenkrankheit Tungiasis. Sie wird  –vor allem in ländlichen Gebieten Afrikas – durch Sandflöhe übertragen, die sich vor allem unter der Fußhaut  „eingraben“, schnell heranwachsen und zu großen Schmerzen beim Laufen führen. Da jedes Fußaufsetzen schmerzhaft sei, drückten sich Kinder gern vor dem langen Schulweg, Mütter seien bei ihren Pflichten eingeschränkt und Väter bei ihrer Arbeit z.B. auf dem Feld, weiß Marcelo Cura Daball.

    Silikonöl hilft einfach & rasch
    Werde die Haut mit einem bestimmten Silikonöl beträufelt, stirbt der Parasit innerhalb von 48 Stunden. Fresszellen beseitigen die Reste des Parasitenkörpers, und die von den Immunzellen nicht abbaubare Chitinhülle des Insekts wird wie jeder andere Fremdkörper innerhalb von einigen Wochen durch nachwachsende Hornhaut eliminiert, erklärt Cura Daball. 

    Dabei unterstützen die Lions die NGO „COHESU“, die den Kampf gegen den Sandfloh aufgenommen hat und die Bevölkerung mit dem heilenden Öl versorgt.

    Internationale Perspektive
    „Ich selbst stamme ja aus Argentinien und verhältnismäßig einfachen Verhältnissen“ so der scheidende Lions-Präsident Marcelo Cura Daball. Er wisse um die Bedeutung von Bildung wie von Gesundheit, gerade aus einer internationalen Perspektive heraus. Denn diese Güter sollten universell verfügbar sein – dafür „diene“ er gerne.

     

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